Handball : Willkommen beim ATV: Ben, Maxi, Julian

Rückraum-Dirigent Julian Mumme und Kreisläufer Maximilian Tobae sind wieder, der ehemalige Zweitliga-Torhüter Benedikt Köß ist neu im Dress des TV Aldekerk. Das neue Trio des Regionalligisten hat sich viel vorgenommen.

Handball-Regionalliga der Männer: TV Aldekerk – TSV Bonn rrh. (Sa., 19.30 Uhr, Vogteihalle). Der TV Aldekerk hatte sich bereits frühzeitig für die neue Saison verstärkt. In Julian Mumme und Maximilian Tobae kehren zwei Spieler an ihre alten Wirkungsstätte zurück. Und Torwart Benedikt Köß soll ab sofort die gegnerischen Werfer zur Verzweiflung. Das sind die drei Neuen, die am Samstag ihre Premiere oder ihr Comeback in der Vogteihalle feiern:

Benedikt Köß hat 20 Jahre auf hohem Niveau in der Zweiten und Dritten Liga im Tor gestanden und bringt folgerichtig viel Erfahrung mit. Zu seinen Stationen gehörten LTV Wuppertal, Leichlinger TV, TV Korscheinbroich und zuletzt die HSG Krefeld. „Ben“, wie er von allen genannt wird, ist im Schatten des Phantasialandes in Brühl aufgewachsen, verheiratet, Vater eines vierjährigen Sohnes und wohnt mit seiner Frau Lena in Willich. Dem „Schnapper“ lagen mehrere Angebote vor. Nach einer gründlichen Sondierung hat Köß sich für das beste Gesamtpaket entschieden – und das hatten die Grün-Weißen aus Aldekerk geschnürt. Zum einen soll er dafür sorgen, dass es möglichst selten hinter ihm einschlägt, zum anderen die Abwehr mit seiner ganzen Erfahrung dirigieren und stabilisieren.

Seine Ansprüche und Erwartungen im Dress des ATV sind hoch. „Auf jeden Fall möchte ich den maximalen Spaß haben“, betont er, „und den bekomme ich nur, wenn sich der Erfolg einstellt.“ „Zunächst muss ich jedoch meine eigenen Hausaufgaben erledigen, bevor ich anderen Anweisungen geben kann“, sagt der 37-jährige Schlussmann, der nach einem Autounfall Trainingsrückstand hat und zuletzt hart an sich und seinen Reflexen, seiner Schnellkraft und den Bewegungsabläufen gearbeitet hat.

Maximilian Tobae, ein „Kraftei auf schnellen Füßen“, genoss seine handballerische Ausbildung als Kreisläufer seit der D-Jugend beim TV Aldekerk. In seinem letzten Jahr als A-Jugendlicher führte ihn sein Weg zum Bergischen HC nach Solingen, wo er in der Junioren-Bundesliga spielte. Mit einem Freund wechselte er danach in die Oberliga zu Adler Königshof, bestritt seine erste Saison als Senior und stieg mit der Mannschaft in die Regionalliga auf. „Mir lag immer ein Angebot vom ATV vor“, berichtet der 21 Jahre alte Gießerei-Mechaniker, der von allen „Maxi“ gerufen wird. „Aber erst jetzt, nach den zwei Jahren in Krefeld, fühle ich mich reif genug für den Verein.“

Das klassische Klischee eines Kreisläufers – stehen, warten, treffen – bedient der Aldekerker nicht. Attribute wie „wendig, einfallsreich und torgefährlich“ sind zutreffender. Seine Qualitäten in der Abwehr und als schneller Konterspieler möchte er den Zuschauern beweisen. Den etatmäßigen ATV-Kreisläufer Jonas Mumme betrachtet er nicht als Konkurrenten um die Position in der Angriffsmitte. Er sei Teamplayer und zum ATV gewechselt, um als Handballer einen weiteren Sprung nach vorne zu machen. „Ich bin hier, um zu lernen. Und von Jonas kann ich mit Sicherheit sehr viel lernen.“

Julian Mumme ließ sich bereits im Alter von drei Jahren das Trikot des TV Aldekerk überstreifen. Im zweiten Jahr als B-Jugendlicher wurde er bei einem Turnier von Talentscouts des TSV Bayer Dormagen entdeckt und vom Fleck weg engagiert. Dort spielte er drei Jahre in der Jugend-Bundesliga und kam zu seinem ersten und einzigen Länderspieleinsatz in der deutschen Junioren-Auswahl. Bei den Senioren fand er in Dormagen kaum Berücksichtigung und wurde für ein halbes Jahr an seinen Heimatverein ausgeliehen, der damals noch von Achim Schürmann trainiert wurde. Anschließend nahm Drittligist TV Korschenbroich das Talent unter Vertrag.

Vor seiner erneuten Rückkehr in die Vogteihalle mussten die Verantwortlichen des TV Aldekerk keine großartige Überzeugungarbeit leisten: „Ich hatte mehrere Anfragen. Das halbe Jahr in Aldekerk hat mir richtig gut getan. Ich wollte ganz einfach wieder die einzigartige Atmosphäre in der voll besetzten Vogteihalle spüren und erleben.“ Der 21-Jährige mit der „waffenscheinpflichtigen rechten Klebe“ soll das Spiel der „Grün-Weißen“ lenken und antreiben. „Ich bin noch jung und muss ganz einfach lernen, konstant stabile Leistungen zu bringen“, gibt er als persönliches Ziel aus. Und er ist davon überzeugt, mit der Mannschaft ganz weit oben mitmischen zu können. Der wurfgewaltige Rückraumspieler macht eine Ausbildung zum Bürokaufmann und wohnt mit seiner Freundin Fabienne in Aldekerk.

Das Auftaktspiel: Wenn sich am Samstag um 19.30 Uhr der Vorhang zur neuen Regionalliga-Saison hebt, liegt Hochspannung auf dem Parkett der heimischen Vogteihalle. Der TSV Bonn rrh. gibt als amtierender Tabellendritter seine Visitenkarte – die Grün-Weißen stehen also gleich vor einer großen Herausforderung. „Ich hatte knapp vier Wochen Zeit, mich mit der Mannschaft auf die Saison vorzubereiten und die neuen Spieler zu integrieren. In diesem Zeitraum kann man natürlich nicht allzu viel bewegen“, sagt der neue Trainer Nils Wallrath. Personell sieht’s gut aus: Der ATV muss nur auf Richard Pasch verzichten, der sich von den Folgen einer Leistenoperation erholt und noch einige Wochen ausfällt.

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