Handball : Drei Brüder für den Aufstieg

Sie sind Eigengewächse des TV Aldekerk und spielen in der laufenden Saison mit der Reserve um den Aufstieg in die Handball-Landesliga: Arne, Torben und Gunnar Schlieder.

Aldekerker Handballmannschaften besaßen viele große Gesichter, und wenn man zurückblickt, tauchen in den Erinnerungen vor allem die Namen von Georg Welzel, Franz-Josef Tebart, Gerd Schäfer, Ludger Thönes oder auch Theo Mevissen und Robert Ditz auf. Zuspiel von Tebart auf Schäfer. Tor. Mit einer Mischung aus Kraft und Technik ging das damals in der Bundesliga so. Zurecht zergehen diese Namen noch heute auf der Zunge, und das wird wohl auf ewig so bleiben.

Eine neue Generation

Die Frage an dieser Stelle lautet: Kann eine neue Generation diesen Erfolg in Aldekerk irgendwann wiederholen? Es ist ja schließlich so, dass sich doch einiges beim ATV verändert hat. Sonst würde hier nicht diese Geschichte stehen, sonst würden die Fans den Handballern der zweiten Mannschaft nicht ab und an auf die Schultern klopfen und danken für das, was sie in der Hinrunde vollbracht haben. Ein Rückblick: Am letzten Spieltag gewann das Team von Torsten Adams und Rainer Hufschmidt gegen Dülken und sicherte sich damit den zweiten Tabellenplatz. Das gelang auch nur deshalb, weil sich Arne, Torben und Gunnar Schlieder sehr schnell integriert haben und damit sinnbildlich für den unerwarteten Erfolg stehen.

Die drei Brüder wurden alle in der Aldekerker Handballschule groß. Als kleine Knirpse haben sie beim ATV gelernt, dass sie mehr tun müssen, um als Jugendliche mal in den höheren Leistungsklassen spielen zu können. Vorübergehend wechselten sie deshalb sogar zum SV Neukirchen, zum VfL Rheinhausen, zur DJK Venn, und auf diesem Weg näherte sich Gunnar Schlieder beispielsweise der Niederrheinauswahl und der Jugend-Nationalmannschaft. Später schleppte der Rückraumspieler, der ein Meister schöner Tore ist, bei den Landesligisten Kapellen und Neukirchen die Bälle nach vorn, um sie dann im rechten Moment für Bruder Torben freizulassen, der die gefühlten hundert Kilo und seine gute Technik schon immer in den Dienst der Mannschaften stellte.

Immer da, wo's brennt

Einen ähnlichen Platz nimmt er ja auch beim TV Aldekerk ein. Er steht immer da, wo gerammt, geschoben, geschlagen und geschubst wird, und er findet das wunderbar. "Ich spiele gerne am Kreis", sagt er. Arne hat seinen Platz auf der Linksaußen-Position. Da kann er sehr nett sein, da tut es meistens ja auch nicht so weh, und er passt damit bestens in eine Mannschaft, die in der Restsaison um den Landesliga-Aufstieg mitspielt.

Es wäre im Übrigen reichlich verrückt, wenn die drei Schlieder-Brüder sich nicht für den Handballsport entschieden hätten. Schließlich hat ihre Mutter beim OSC Rheinhausen in der 1. Bundesliga gespielt, und der Vater stellte sich fünfzehn Jahre lang in den Schiedsrichterdienst, und das ebenfalls in der 1. Bundesliga. Auch im Handballsport ergeben sich die Dinge nicht von selbst.

(RP)