Leichtathletik Diskus-Riesen aus Übersee im Weg

Im Vorjahr verbrachte Papst Benedikt XVI. seinen Sommerurlaub in Brixen, in diesem Sommer wählt er wohlweislich das Aostatal für seine Ferien. Denn fast 2000 junge Leichtathleten aus 179 Ländern dieser Erde werden diesmal für einige Unruhe sorgen.

Die deutschen Teilnehmer — 14 weiblich und 19 männlich, darunter Phillip van Dijck aus Nieukerk — die von München aus gemeinsam gestartet waren, sind inzwischen in der WM-Stadt eingetroffen und haben zehn Kilometer entfernt im Hotel Birkenbrunn ihr Quartier bezogen. Sie warten wie alle anderen auf den Start der U 18-Weltmeisterschaft, die den klingenden Namen "Südtirol 2009" trägt.

60 Meter für den Endkampf?

Obwohl heute Abend auf dem Brixner Domplatz schon die Eröffnungsfeier stattfindet und morgen in aller Frühe die ersten Qualifikations-Wettbewerbe durchgeführt werden, hat das Organisationskomitee bisher recht wenig verlauten lassen.

Der Zeitplan steht jedoch, und der sagt aus, dass Phillip van Dijck am Mittwochmorgen zu einer der beiden Qualifikationsgruppen im Diskuswurf eingeteilt ist, aus denen sich die zwölf Endkampfteilnehmer herausfiltern. Unter diese zu gelangen, wäre für Phillip schon eine große Sache, denn wie man hört, hat es der 16-Jährige mit wahren Riesen zu tun, die zudem alle ein Jahr älter als er sind.

Mit seiner Bestleistung von 57,82 Meter wird er es schwer haben. Die Jahresweltbestleistung hält ein Syrer: Hamed Mansor hat 64,55 Meter vorzuweisen. Erzählt wird auch von gigantischen 60-Meter-Werfern aus China, Kraftprotzen aus Südafrika, einem starken Kubaner und anderen Riesen aus den USA und Australien.

Angeblich soll sich sogar einer der besten Europäer, Lukas Weißhaidinger aus Oberösterreich, hinter einigen der Konkurrenten verstecken können, obwohl er 1,93 Meter misst und 105 Kilo auf die Waage bringt. "Der klassische Naturbursche", sagt sein Trainer von ihm. 59,76 Meter stehen für den Österreicher zu Buche.

Dieses Ziel kann sich Phillip van Dijck kaum setzen, der von einigen Fans unterstützt wird. Einer davon ist Vater Paul van Dijck. Der hat zwar ein Fünkchen Hoffnung für die Endkampfteilnahme, ist aber Realist. "Ohne eine gewaltige Steigerung wird er den Weg ins Finale nicht schaffen", sagt er. "Doch wenn er sich in etwa unter den vielen Konkurrenten behauptet, könnte man schon zufrieden sein", gibt er sein Ziel vor.

(RP)
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