Leichtathletik Die nächste Generation

In ihrer allerersten Saison in der Leichtathletik machen David (15) und Simon (13) dem guten Familiennamen alle Ehre. Nicht nur auf Kreisebene sind sie im Trikot des TSV Nieukerk gleich durchgestartet.

Wie sich die Bilder gleichen: Rolf Geißels stellt auf dem Sportplatz seine beiden Söhne links und rechts von sich auf, legt seine Arme um ihre Schultern und lächelt freundlich in die Kamera.

Vor 27 Jahren war er es, der gemeinsam mit seinem Bruder den Vater flankierte. Und, auch wenn es aus dem Jahr 1982 nicht überliefert ist, wird sich Papa Heinz damals ebenso wie heute Rolf gedacht haben: Was laufen die Jungen heute mit seltsamen Frisuren herum.

DM-Norm verpasst

Die neue Generation der Wachtendonker Familie Geißels schickt sich an, ihre Vorgänger leichtathletisch zu beerben. David Geißels (15) hat es in dieser Saison bis zu den Westdeutschen Schüler-Meisterschaften gebracht und im Blockwettkampf Sprint/Sprung nur knapp die Qualifikation für die Deutschen Titelkämpfe verpasst.

Bei den Kreismeisterschaften der A-Schüler sammelte der vielseitige Athlet Titel in vier Disziplinen (100 m, Hoch- und Weitsprung, Kugelstoßen). Im Achtkampf hält er mit 4039 Punkten den Vereinsrekord. Sein jüngerer Bruder David (13) ist vor allem ein Sprint-Talent, überraschte bei den Kreismeisterschaften der C-Schüler die Konkurrenz mit fünf ersten Plätzen über 75 m, 60 m Hürden, Kugelstoßen, Ballwurf und Weitsprung.

Das eigentlich Beeindruckende an den Erfolgen: Sie sind quasi aus dem Stand erzielt. Für die zwei Geißels-Jungs ist es die erste Saison in der Leichtathletik. Beide spielten zunächst Fußball beim TSV Wachtendonk/Wankum. "Sie sollten lernen, in einer Mannschaft zu gewinnen und verlieren", gab der Vater ganz bewusst vor. Simon allerdings konnte lange Zeit gar nichts unternehmen: Ein Überbein am Knie setzte ihn zwei Jahre lang fast vollständig außer Gefecht.

Es machen wohl die Gene. Vater Rolf und auch der sechs Jahre ältere Onkel Hans waren im Trikot des LAZ Wachtendonk weit über die Kreisgrenzen hinaus starke Athleten.

Der Vater nahm sie als Trainer unter seine Fittiche, nachdem sie zunächst bei Heinz Peters gelernt hatten. Hans Geißels wurde unter anderem als A-Schüler Deutscher Vizemeister mit der Kugel. Der jüngere Bruder schaffte es als Mehrkämpfer sogar bis in den A-Jugend-Nationalkader. Doch der Vater sah in ihm das Talent zum Spezialisten auf der 400-m-Hürdenstrecke.

"So war es damals: Was der Vater sagte, wurde gemacht", erinnert sich der 42-Jährige, der jetzt als Ratgeber zur Seite steht. Seine Söhne sollen sich dagegen selbst entscheiden, wohin der sportliche Weg führen soll. Wenn der Papa ihnen aber doch mal mit "ollen Kamellen von früher" auf die Nerven geht, schreitet Mutter Lucia ein und vermittelt zwischen den Sturköpfen.

"Bestes Umfeld"

Die beiden Realschüler trainieren und starten für den TSV Nieukerk. "In Nieukerk herrscht einfach das beste Umfeld", sagt Rolf Geißels und adelt seine Söhne: "In manchen Disziplinen sind die Jungs schon besser, als ich in dem Alter war." Dabei hatte er den Sport von der Pike auf gelernt. Es ist also noch einiges mehr zu erwarten, wenn David und Simon den Feinschliff erhalten haben.

(RP)
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