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Die medizinische Abteilung des Fußball-Regionalligisten SV Straelen

Impfaktion beim Fußball-Regionalligisten : Die Medizinmänner des SV Straelen

Sportmediziner Ulrich Hahn und Physiotherapeut Marco van Hees kümmern sich darum, dass das kickende Personal des Regionalligisten nach Verletzungen schnell auf die Beine kommt. Jetzt trafen sich die Spieler zur Corona-Impfung.

Um die medizinische Versorgung der Spieler des Fußball-Regionalligisten SV Straelen kümmert sich ein Duo aus Geldern. Der Sportmediziner Ulrich Hahn und Physiotherapeut Marco van Hees bilden ein eingespieltes Team. Nach Aufhebung der Impfpriorisierung waren sich beide einig, Spielern, Trainern und Betreuern des Vereins eine Corona-Schutzimpfung anzubieten. „Die Spieler sind jung. Für sie steht deshalb eine Impfung nicht unbedingt im Vordergrund“, sagt Dr. Hahn. „Aber aus meiner tiefsten Überzeugung heraus sage ich, dass eine Impfung die einzige Möglichkeit zur Eindämmung der Pandemie ist. Das ist auch ein Grund dafür, weshalb wir seit Wochen jeden Samstag Impfungen in unserer Praxisklinik vornehmen.“

Ob die Pandemie dem Sport erneut einen Strich durch die Rechnung machen könne, sei auch davon abhängig, ob der Sport wieder zum Spielball spontaner Anordnungen der Politik werde. „Meines Erachtens wurde das Thema Corona falsch angegangen. Immer wieder tauchte die Frage Impfen oder nicht Impfen auf. Doch richtig müsste es heißen Impfen oder Corona. Das Virus wird uns auf unbestimmte Zeit erhalten bleiben. Nichtgeimpfte werden sich zwangsläufig mit den unterschiedlichsten Verläufen infizieren“, sagt Hahn.

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Das Herzstück der medizinischen Abteilung des Regionalligisten befindet sich im Gesundheitszentrum Geldern und erstreckt sich dort über die gesamte Fläche der vierten Etage. In der einen Hälfte befindet sich die OTS-Praxisklinik des Arztes, in der anderen das Sport-und Reha-Zentrum von Marco van Hees. Der enorme Vorteil dieser Konstellation ist, dass verletzte Spieler und alle anderen Patienten, neben der Fachkompetenz vom Prinzip der „kurzen Wege“ profitieren.

Ein Beispiel: Ein Spieler verletzt sich beim Training und klagt über starke Gelenkschmerzen. Ein Anruf oder nur ein Whatsapp-Nachricht reichen – und der Mediziner steht in der Praxis für eine Untersuchung bereit. Er analysiert das Verletzungsmuster, stellt eine Diagnose und entscheidet, ob konservativ oder operativ behandelt werden muss.

Teil der konservativen Behandlungen sind oftmals Reha-Maßnahmen. Der verletzte Spieler bekommt direkt eine Reha-Verordnung an die Hand, die ohne Zeitaufschub mit der Physioabteilung abgestimmt wird und kann ein paar Schritte weiter direkt in den Heilungsprozess einsteigen.

Genauso verhält es sich bei Operationen in der Praxisklink. Jeder ist nach dem Eingriff in der Lage, selbstständig die Klinik zu verlassen. Dank einer reibungslosen Kommunikation wurde mit der Physioabteilung bereits abgesprochen, in welchem Umfang der Patient beispielsweise das lädierte Gelenk beugen oder das operierte Bein belasten kann.

Durch ständige Kontrollen wird der Heilungsprozess beobachtet. Die Reha-Maßnahmen oder Trainingspläne werden unverzüglich angepasst. Der Patient kann alles unter einem Dach regeln. „Als sogenannter Durchgangsarzt bin ich für die Behandlung von Arbeits-oder Wegeunfälle zuständig“, sagt Hahn. „Bei uns werden keine Unterschiede gemacht, jeder Patient wird im gleichen Umfang behandelt. Auch die Fußballer haben bei uns keine Privilegien. Wir unterscheiden lediglich zwischen akut und nicht akut. Im zweiten Fall muss der Patient auf einen Termin warten.“

Doch wie ist es zu erklären, dass zum Beispiel Bundesliga-Profis nach schweren Verletzungen wesentlich schneller auf dem Platz zurückkehren, als Amateursportler? „Medizin ist kein Hexenwerk“, sagt der Sportmediziner. „Beispielsweise gibt es eine PRP-Therapie. Einfach erklärt, wird aus dem eigenen Blutplasma ein Konzentrat herausgefiltert, das in das zu behandelnde Gewebe oder Gelenk injiziert wird, so dass die Selbstheilung angeregt und unterstützt wird. Dieses Verfahren kann den Heilungsprozess durchaus um die halbe Zeit verkürzen.“ Ob und in welchem Ausmaß diese Behandlung erfolgen soll, hängt auch vom Budget des Vereins für die medizinische Versorgung ab, denn sie muss aus eigener Tasche bezahlt werden.

 „In 18 Jahren als Profifußballer habe ich bei vielen Vereinen gespielt und einiges miterlebt“, sagt der Sportliche Leiter des SV Straelen, Rudi Zedi. „Aber das medizinische Angebot und das Konzept der kurzen Wege beeindruckt mich wirklich.“