Sportschießen: Die Hoffnungen ruhen auf Sergej Richter

Sportschießen: Die Hoffnungen ruhen auf Sergej Richter

Luftgewehr-Bundesliga: Die Schieß-Sport-Gemeinschaft (SSG) Kevelaer steht vor dem Spieltag in Osterode unter Zugzwang. Mindestens ein Sieg muss her. Helfen soll der israelische Spitzenschütze, der sich auf sein Comeback freut.

Schießsport ist nichts für schwache Nerven. Nicht selten entscheidet ein einziger Schuss darüber, ob sich die wochenlange Trainingsarbeit gelohnt hat. Ein weiteres Beispiel hierfür lieferte jetzt der vierte Spieltag der Luftgewehr-Bundesliga - zum Leidwesen der Kevelaerer "Tiger".

Im niedersächsischen Wietze bei Celle bekam es die Auswahl der SSG Kevelaer mit Gastgeber SV Wieckenberg zu tun. Beim Stand von 2:2 musste die Entscheidung im Duell zwischen der Kevelaererin Katharina Kösters und Isabell Ruschel fallen. Die beiden Kontrahentinnen schenkten sich nichts. Nach den regulären 40 Schuss stand's immer noch Unentschieden - 391:391. Folgerichtig musste auch noch das Stechen her, um den Sieger zu ermitteln. Wie immer feuerte Katharina Kösters sehr schnell ab. Zum Leidwesen der Schützin und des Kevelaerer Anhangs leuchtete ein blauer Punkt auf, der einen Wert unter der "9" signalisiert. Die Sportlerin des Gastgebers musste lediglich eine 8,6 kontern und tat dies mühelos. Zur Freude des Publikums in der voll besetzten Halle erzielte Ruschel eine 10,4 und sorgte damit für den zweiten Saisonsieg des SV Wieckenberg.

Nach jeweils vier von insgesamt elf Begegnungen in der Luftgewehr-Bundesliga Nord haben die beiden Kontrahenten 4:4-Punkte auf ihrem Konto. Speziell die SSG Kevelaer, die unbedingt einen Platz unter den ersten Vier erreichen und sich damit für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifizieren möchte, steht damit vor dem kommenden Wochenende am Scheideweg.

Am Doppel-Spieltag, der in Osterode ausgetragen wird, trifft die Mannschaft um Trainer Rudi Joosten auf den ungeschlagenen Tabellenführer BSV Buer-Bülse (Samstag) und den aktuellen Tabellendritten Wissener SV (Sonntag). Zwei dicke Brocken, von denen wenigstens einer aus dem Weg geräumt werden muss, um die Chance auf die Teilnahme am Bundesliga-Finalturnier zu wahren.

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Der Kevelaerer Tross macht sich bereits am Freitag auf den Weg in Richtung Harz. Die "Tiger" haben dann einen echten Hoffnungsträger an Bord. Sergej Richter, der jede Menge Erfahrung auf internationalem Parkett mitbringt, feiert nach knapp zwei Jahren sein Comeback für die SSG Kevelaer. Der Israeli, der im Mai stolzer Vater von Zwillingen geworden ist, wollte sich ursprünglich aus dem Leistungssport zurückziehen. Doch jetzt greift Richter noch einmal voll an und möchte sich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifizieren.

In Osterode rückt er für die junge Niederländerin Pea Smeets, die zuletzt beim 3:2 gegen Schlusslicht SG Hamm und beim 2:3 gegen SV Wieckenberg jeweils den direkten Vergleich mit einem Ring Unterschied verloren hatte, an Position eins. Laut Reglement darf jede Mannschaft jeweils nur einen Ausländer einsetzen.

"Sergej freut sich sehr darauf, wieder einmal für uns zu schießen. Er ist unserem Verein ja bereits seit acht Jahren eng verbunden. Wir haben uns gut vorbereitet und sind in der Lage, aus dem Harz etwas Zählbares mitzunehmen", bringt Rudi Joosten das allgemeine Selbstvertrauen in der Marienstadt auf den Punkt. Gegen den Dauerrivalen aus Gelsenkirchen und den Wissener SV sollen außerdem Jana Erstfeld, Alexander Thomas, Katharina Kösters und Katrin Leuschen die Kohlen aus dem Feuer holen.

Bereits jetzt fiebert der gesamte Verein dem letzten Spieltag entgegen, der am 13. und 14. Januar im heimischen Sportzentrum Hüls ausgetragen wird - wie schon im Vorjahr inklusive Live-Übertragung im Internet.

(RP)