Deutsche Meisterschaft im Wakeboard findet im Gelderland statt

Wakeboarding : Wakeboard-Elite gastiert in der Lagune

Die Deutsche Meisterschaft im Wakeboard findet im Gelderland statt. Die Veranstalter rechnen mit 80 Sportlern und hunderten Besuchern. Auch die Welt- und Europameisterin Julia Rick wird vor Ort sein. Die Szene wächst seit Jahren.

Wer sich mit dem Veranstalter der Deutschen Wakeboard-Meisterschaften unterhält, der sollte vorbereitet auf den Umgang mit modernen Anglizismen sein. Benjamin Wiedenhofer spricht gerne von großem Fun, guten Vibes, dem riesigen Event, tollen Spots und einer passenden Location. So wird schnell klar: Vom 9. bis 11. August werden waschechte Exoten an der Blauen Lagune in Wachtendonk gastieren. „Der Niederrhein hat wirklich sehr viel Potential und eine wachsende Wakeboard-Szene“, sagt Wiedenhofer vom Veranstalter „The Cable“. Ein Wakeboard ist ein Wassersportgerät in Form eines Brettes, das an die Füße geschnallt wird, um damit auf dem Wasser zu gleiten. Der Fahrer steht seitlich zur Fahrtrichtung auf dem Brett und wird von einem Boot oder einer Seilbahn gezogen.

Entstanden ist das Wakeboarden in den 80er-Jahren als Mischung aus Wasserski und Surfen. Wenn während einer Flaute Langeweile aufkam, haben sich Surfer mitunter auf dem Brett von einem Motorboot ziehen lassen. Ein Motorboot oder Jetski zieht einen Wakeboarder normalerweise mit 35 bis 39 km/h, die Seilbahnen mit 30 bis 32 km/h. „Wakeboarding ist ein noch recht junger Fun-Sport. Bei uns wird beispielsweise auch nicht wirklich trainiert. Wir gehen einfach fahren und haben Freude daran. Wakeboarding ist längst nicht so streng wie etwa Eiskunstlaufen“, sagt Wiedenhofer. Nun also wird Wachtendonk für ein Wochenende zum Mekka der Szene. In sechs Kategorien werden die Sportler um die Titel kämpfen. Erwartet werden knapp 80 Sportler. „Sonst sind es auch gerne mal mehr Leute. Aber Wachtendonk liegt jetzt nicht gerade in der Mitte Deutschlands“, erklärt der Cheforganisator.

Es gibt beim Wakeboarding eine Vielzahl verschiedener Rampen: Darunter fallen die sogenannten Kicker, Rails, Pipes oder Boxen. Foto: Stefan Eigner

Eingerahmt wird die sportliche Großveranstaltung an der Lagune von einem Rahmenprogramm. Dazu gehört eine abendliche Party und ein sogenannter Show-Contest. Doch auch „The Cable“ bewegt sich mit dem DM-Format auf neues Terrain: „Ziel aller ist es, den Sport mit seinen unterschiedlichen Prägungen zu pushen, die Community zusammenzubringen und ein gemeinsames Wakeboard-Fest mitten im Sommermonat August zu feiern“, erklären die Veranstalter. Los geht es am Freitag, 9. August mit einem offenen Training am Vormittag, gefolgt von der Qualifikation aller Altersklassen am Nachmittag. Wer es nicht direkt in die nächste Runde schafft, bekommt am Samstag im Last-Chance-Qualifying (LCQ) nochmal eine Möglichkeit, bevor die Halbfinals und Endspiele stattfinden. Am Sonntag steigt dann das große Finale bei den Junioren der Altersklasse U19 und in den Open-Kategorien.

Auch die absolute Weltelite des Sports wird in Wachtendonk mit von der Partie sein. Zu dieser gehört auch die Welt- und Europameisterin Julia Rick aus Köln, die ihren siebten DM-Titel in Folge anstrebt. Die Profisportlerin war ursprünglich im Fußball unterwegs, ist mittlerweile aber eine der besten Wakeboarderinnen der Welt. Auch der Lokalmatador Liam Rundholz geht an den Start. „Hier in der Lagune um den Titel mitzufahren, ist eine richtig schöne Sache. Ich hoffe, dass ich den besonderen Heimvorteil nutzen kann“ sagt der Wachtendonker.

„In den vergangenen Jahren ist die Wakeboard-Szene in Deutschland kontinuierlich gewachsen. Man ist nämlich immer mit Freunden unterwegs, obwohl es sich um einen Individualsport handelt“, erklärt Wiedenhofer. Daher sei insbesondere das Gemeinschaftsgefühl bei der Großveranstaltung einzigartig. Dennoch sei der Spartensport am unteren Niederrhein noch nicht allzu präsent. „Daran wollen wir nun etwas ändern“, sagt er.

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