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Fußball: Der Wettener Lernprozess geht weiter

Fußball : Der Wettener Lernprozess geht weiter

Fußball-Kreisliga A: Die Elf von Union Wetten startet in ihre zweite A-Liga-Saison. Coach Timo Pastoors spricht von "kleinem Personalumbruch".

WETTEN Viele Fußball-Fans erinnern sich wohl noch an den grandiosen Aufstieg von Union Wetten vor etwas mehr als einem Jahr. Mit einer rekordverdächtigen Traumbilanz stieg die Mannschaft von Spielertrainer Timo Pastoors in der Saison 2014/2015 in die Kreisliga A auf. Nur ein einziges Spiel hatten die Wettener damals verloren. Ein Triumph, der so schnell wohl nicht wiederkehrt.

Das war auch allen Beteiligten klar, als der erste Spieltag in der A-Liga-Saison 2015/2016 anstand. Zwar musste das Team, wie erwartet, mehr Niederlagen einstecken als in der B-Liga, dennoch hat es bewiesen, dass es im Kreisliga-Oberhaus angekommen ist. "Uns war bewusst, dass wir mehr Spiele verlieren würden. Dass wir unsere letzten sieben Saisonpartien jedoch allesamt verlieren, hätten wir nicht erwartet", sagt Pastoors. "Da war schon ein kleines Stimmungstief zu spüren, dass sich auch etwas in die momentane Vorbereitungsphase gezogen hat."

Seit dem 8. Juli befindet sich Union Wetten wieder im Training, um sich auf die neue Spielzeit vorzubereiten. Das klassische Konzept "Erst die Kondition, dann die Taktik" hat auch der Spielertrainer angewandt. Neu im Team sind Alexander Schwenner, Hendrik van Bebber und Ersatz-Keeper Yves Bocksteegers. Als Abgänge verzeichnet die Elf Dennis Heyn, der zum SV Veert zurückgekehrt ist, sowie den ehemalige Co-Trainer Sebastian Roest, Thorsten Kraft und Sebastian Ophey. Pastoors lobt die mannschaftliche Geschlossenheit seines Kaders. "Die Jungs bilden ein echtes Kollektiv, was ich als Vorteil ansehe. Allerdings vollziehen wir mit den Zu- und Abgänge auch einen kleinen personellen Umbruch. Wir mussten uns zunächst wieder etwas sortieren", sagt der Coach.

Dennoch ist Pastoors zuversichtlich, dass seine Truppe auch in schwierigen und erfolglosen Situationen nicht mehr so schnell die Köpfe hängen lässt. "Ich glaube, dass die Jungs aufgrund der schlechten Endphase in der vergangenen Rückrunde nun gefestigter sind und ein gewisser Lerneffekt eingetreten ist. Das gleiche gilt auch für mich. Auch ich habe in der vergangenen Saison Lehrgeld gezahlt und mich in bestimmten Situationen verkalkuliert."

Deshalb glaubt der 32-Jährige, dass auch die zweite Saison in der A-Liga ein Lernprozess für alle sein wird. Pastoors Vorteil: Er kennt fast alle Gegner und weiß, wo deren Stärken und Schwächen liegen.

Nichtsdestotrotz will er in puncto Saisonziel erst einmal nicht so hoch stapeln. "Unser Hauptziel ist der frühe Klassenerhalt. Wir werden uns auf jedes einzelne Spiel sehr gut vorbereiten müssen. Insgesamt sehe ich uns im unteren Drittel der Liga. Schließlich sagt man ja auch immer, dass das zweite Jahr das schwierigste werden könnte. Allerdings sind wir auch eine Mannschaft, die in der Lage ist, andere Teams zu ärgern."

Den Saisonauftakt absolviert Union Wetten am 21. August bei A-Liga Aufsteiger Arminia Kapellen. Bereits im Voba-Cup haben beide Mannschaften sich schon einmal "beschnuppern" können, wenngleich beide auch einige Experimente durchgeführt haben.

Da Kapellen das Voba-Cup-Duell aber mit 5:2 für sich entscheiden konnte, werden die Wettener vielleicht noch eine kleine Rechnung offen haben, um das Turnier-Aus in der Vorrunde wiedergutzumachen. Als größte Anwärter auf den Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga sieht Pastoors vier Teams. "Ich denke, dass die Sportfreunde Broekhuysen, der TSV Weeze, die DJK Twisteden und auch Concordia Goch zu den Favoriten gehören."

Wie genau Pastoors' Rolle als Spieler aussehen wird - immerhin hat der 32-Jährige in der Vorsaison fünf Tore in 15 Einsätzen beigesteuert - lässt er teilweise noch offen. Aktiv mitspielen will er aber auf jeden Fall. "Ich versuche jetzt auch wieder, fitnessmäßig heranzukommen. Wenn ich aber keine Not sehe, spiele ich vielleicht nur in der zweiten Halbzeit."

(RP)