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Der SV Straelen II muss sich ganz neu aufstellen

Fußball-Bezirksliga : Abstiegskandidat statt Titelaspirant

Die zweite Mannschaft des SV Straelen konnte in der Hinrunde die hohen Erwartungen nie erfüllen. Nach dem Abschied von Trainer Dirk Otten soll Bilal Lekesiz das Team zum Klassenerhalt führen.

Im Stadion an der Römerstraße liegt die Messlatte immer hoch. Dafür sorgt allein schon der ehrgeizige Präsident Hermann Tecklenburg. Doch bei der zweiten Mannschaft des SV Straelen klaffen in der laufenden Saison Anspruch und Wirklichkeit besonders weit auseinander. Mit ambitionierten Zielen war die Reserve des Fußball-Regionalligisten in die Bezirksliga gestartet. Mit Unterstützung etlicher Neuzugänge sollte Trainer Dirk Otten eine U23-Auswahl formen, die in der Spitzengruppe mitmischt und über kurz oder lang den Sprung in die Landesliga schafft.

Soweit der Plan. Die Realität sieht anders aus. Die Reserve der Grün-Gelben hat sich als Tabellenneunter mit gerade einmal vier Zählern Vorsprung auf einen Abstiegsplatz in die Winterpause verabschiedet. Die Hinrunde stand insgesamt unter keinem guten Stern. Zum Auftakt kassierte die Mannschaft im Heimspiel gegen den SSV Grefrath eine 2:3-Niederlage. Danach führten einige Corona-Fälle im Kader zu einer mehrwöchigen Zwangspause. Erst Ende September ging‘s weiter – mit einem 1:2 gegen TuRA Brüggen.

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Die ersten Erfolgserlebnisse sollten zwar anschließend nicht lange auf sich warten lassen. Ruhe kehrte dennoch nicht ein. Im Gegenteil. Aus persönlichen Gründen stellte Dirk Otten Mitte Oktober alle seine Ämter beim SV Straelen zur Verfügung. Der 49-Jährige, der jahrelang an der Römerstraße auch die Fäden in Sachen Jugendarbeit gezogen hatte, erfüllte sich einen Traum und hospitiert seitdem bei diversen Profivereinen im Ausland. Intern soll es zuvor allerdings auch Unstimmigkeiten in Sachen Finanzierung der zweiten Mannschaft gegeben haben.

Den vakanten Posten auf der Bank übernahm zunächst Peter Streutgens. Die magere Bilanz der Straelener Reserve konnte aber auch der Sportliche Leiter, der als Trainer viel Erfahrung mitbringt, nicht mehr aufpolieren. „In den letzten Spielen hat sich leider auch die fehlende Motivation der Mannschaft bemerkbar gemacht. Da hat sicherlich auch eine Rolle gespielt, dass viele Spieler unter ganz anderen Voraussetzungen zum SV Straelen gewechselt sind“, sagt Streutgens.

Mittlerweile hat der Verein einen neuen Trainer gefunden, der die Straelener U23-Auswahl zunächst einmal wieder in sicheres Fahrwasser führen soll. An der Römerstraße verspricht man sich einiges von Bilal Lekesiz. „Der Mann hat Ahnung von Fußball und brennt auf diese Herausforderung“, äußert sich Streutgens voll des Lobes über den 35-Jährigen. Der gebürtige Viersener, der im Besitz der Trainer-B-Lizenz ist, war in seiner aktiven Zeit unter anderen in der A-Junioren-Bundesliga für den KFC Uerdingen und später für den Oberligisten Schwarz-Weiß Essen am Ball.

Schon bei seiner Vorstellung machte Lekesiz deutlich, wie er den SV Straelen II möglichst schnell aus der Talsohle führen möchte: „Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und möchte eine Mannschaft formen, die auf dem Platz lebt. Teamgeist steht bei mir ganz weit oben. Wir werden versuchen, aus einer kompakten Abwehr heraus zum Erfolg zu kommen.“

Die Verantwortlichen um Peter Streutgens haben in der Zwischenzeit gehandelt und den mit 29 Spielern zum Saisonstart aufgeblähten Kader deutlich verkleinert. Der SV Straelen II hat sich in der Winterpause von zehn Spielern getrennt. „Wir wollen uns jetzt neu aufstellen und in Zukunft vor allem unseren Jugendspielern einen Platz in einer Straelener Mannschaft bieten. Bei uns im Verein werden viele Talente gut ausgebildet, die wir an uns binden möchten“, so Streutgens. Auf diese Weise soll irgendwann aus einem Abstiegskandidaten vielleicht doch wieder ein ernsthafter Titelaspirant werden.