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Der sportliche Werbeträger der Stadt Geldern

Volleyball : Die sportlichen Engel aus Geldern

Hochklassiger Sport und Heimatverbundenheit müssen sich nicht ausschließen. Ganz im Gegenteil: Eintracht Geldern setzt seit vielen Jahren auf familiären Zusammenhalt und mischt erfolgreich in der Volleyball-Regionalliga mit.

Hobbyfotograf Thomas Cöhnen versammelt seine ehemaligen Schützlinge bei Gelegenheit immer mal wieder vor den Sehenswürdigkeiten, die Geldern so zu bieten hat. So haben die Volleyballerinnen des VC Eintracht in der Vergangenheit beispielsweise schon vor dem Drachenbrunnen, der Maria-Magdalena-Kirche oder der idyllischen Kulisse von Schloss Haag posiert, um ihre enge Beziehung zur Stadt zum Ausdruck zu bringen. Aktuell grüßen die jungen Sportlerinnen als Weihnachtsengel – stilecht mit Geschenken, Nikolausmützen, Schlitten, Rentier-Geweihen, Wunderkerzen und allem, was sonst noch so dazugehört. Spitzensport und Heimatverbundenheit müssen sich nicht ausschließen – seit vielen Jahren liefern die Gelderner Volleyballerinnen dafür das beste Beispiel. Darauf darf der gesamte Verein stolz sein. Ist er auch. „Wir machen schließlich in ganz Nordrhein-Westfalen auf unsere Stadt aufmerksam“, betont Eintracht-Vorsitzender Hartmut Harmsen.

Der VC Eintracht zählt längst zu den feinsten Volleyball-Adressen am Niederrhein. Mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln hat der Verein es geschafft, seine erste Damen-Mannschaft in der Regionalliga zu etablieren. Dabei handelt es sich um die vierthöchste Spielklasse in Deutschland. Zweimal in Folge haben die Verantwortlichen jetzt schon auf den möglichen Sprung in die Dritte Liga verzichtet, weil der organisatorische Aufwand schlicht und einfach viel zu groß gewesen wäre. Rein sportlich hätte das Niveau allemal gereicht. 2018 hatte sich die Eintracht unter Regie von Thomas Cöhnen die Vizemeisterschaft gesichert. In der abgelaufenen Saison wiederholte die Mannschaft das Kunststück unter seinem Nachfolger Steffen Bertram.

Diese Erfolge sind umso bemerkenswerter, weil der Verein zwangsläufig auf Talente aus den eigenen Reihen setzen und Jahr für Jahr schwierige Umbruch-Situationen bewältigen muss. „Das ist gar nicht so einfach. Viele unserer Konkurrenten aus den Universitätsstädten bekommen gute Spielerinnen immer frei Haus geliefert. Das sieht bei uns natürlich anders aus“, erklärt Harmsen.

Der Verein setzt seit langem auf familiären Zusammenhalt und gezielte Aufbauarbeit, um den genannten Wettbewerbs-Nachteil ausgleichen zu können. Das funktioniert ganz ausgezeichnet, weil Jugendwartin Marie-Luise Harmsen und viele Spielerinnen schon ganz früh mit der Talentförderung beginnen. Im Kindergarten „Am Rodenbusch“, mit dem die Eintracht eine Kooperation eingegangen ist, und einigen Grundschulen sind Ballspiel-Gruppen im Einsatz, in denen die Kinder mit viel Spaß bei der Sache sind. Immer wieder kommen junge Mädchen so auf den Geschmack, dass sie ihre Leidenschaft für den Volleyball-Sport entdecken.

Aktuell stellt die Eintracht vier Damen-Mannschaften, die im Meisterschaftsbetrieb mitmischen. Hinter dem sportlichen Aushängeschild in der Regionalliga folgen die Reserve in der Landesliga und zwei Teams in der Bezirksklasse. Dabei gilt das Prinzip der Durchlässigkeit. Die Talente in der „Vierten“ wissen ganz genau, dass sie sich mit guten Leistungen für höhere Aufgaben empfehlen und irgendwann in der Regionalliga landen können – Beispiele dafür gibt’s genug.

Und deshalb wird die erste Mannschaft, die in der laufenden Saison nach schwachem Start längst wieder Kontakt zur Spitzengruppe aufgenommen hat, im Sommer auch den nächsten Umbruch überstehen. Dann mit neuem Trainer, weil sich Steffen Bertram seiner beruflichen Laufbahn widmet.