Lokalsport: Der Meister hat Angst vor dem Aufstieg

Lokalsport : Der Meister hat Angst vor dem Aufstieg

Die Basketballer von Grün-Weiß Vernum sicherten sich ungeschlagen den Titelgewinn in der Bezirksliga. Doch möglicherweise verzichtet die Mannschaft erneut auf das Abenteuer Landesliga, um eine Pleitenserie zu vermeiden.

Seit dem vergangenen Wochenende ist die Bezirksliga-Saison der Basketballer vorbei. Meister Grün-Weiß Vernum musste schon seit einigen Wochen nicht mehr ins Geschehen eingreifen, weil der Spielplan für die Vernumer freie Tage vorgesehen hatte. Am Titelgewinn der Grün-Weißen gab es sowieso nichts mehr zu rütteln. Zwölf Siege in zwölf Spielen hat die Mannschaft um Trainer Lutz Stauffer geholt - das nennt man eine eindrucksvolle Bilanz.

Für die Vernumer Korbjäger ist es bereits der zweite Titel in Folge. Schon im Vorjahr hatte sich die Mannschaft rein sportlich den Aufstieg in die Landesliga gesichert, verzichtete aber auf den Sprung in die höhere Klasse. Und obwohl die Meisterschaft in diesem Jahr eine noch klarere Angelegenheit war, zögern die Grün-Weißen erneut, das Abenteuer Landesliga in Angriff zu nehmen.

"Wir werden unsere Entscheidung nach dem Pokalspiel am Sonntagabend treffen", kündigt Trainer Lutz Stauffer an. Um 18 Uhr tritt Grün-Weiß Vernum im Kreispokal gegen den Landesliga-Tabellensechsten TV Goch an. Sollte die Mannschaft mithalten können, ist der Aufstieg vielleicht noch einmal eine Überlegung wert.

Im Moment sind die Vernumer jedenfalls nicht allzu heiß auf die Herausforderung Landesliga. Stauffer befürchtet, dass seine Jungs dort Woche für Woche unter die Räder kommen könnten: "Der Leistungssprung von der Bezirks- in die Landesliga ist riesig. Unsere Bezirksliga ist nicht die stärkste im Spielbetrieb. Die Staffel, in die wir aufsteigen können, hingegen schon." Der Trainer stützt sich auf Erfahrungswerte. Er kann sich noch gut an Pokalspiele gegen Landesligisten erinnern, die für GW Vernum böse endeten. "Wir haben da auch schon mal mit 27:107 verloren. Im vergangenen Jahr gab's eine deutliche Niederlage gegen den jetzigen Landesliga-Absteiger Merkur Kleve. Da kann man sich ausrechnen, wie viele Punkte wir in der Landesliga holen."

Der Coach hat auch kein Interesse daran, das Training zu intensivieren. "Dafür bin ich nicht der richtige Mann", sagt Stauffer, der nicht bereit ist, noch mehr Abende für den Basketball zu verplanen. "Viele unserer Spieler, die sich nichts mehr beweisen wollen und müssen, denken genauso."

Klingt so, als habe sich das Team schon für den Verbleib in der Bezirksliga entschieden. Wäre da nicht das genannte Pokalspiel. Stauffer: "Wenn wir gegen den TV Goch gut aussehen, wird die Landesliga sicher noch einmal Thema in der Runde." Bis kommenden Freitag, 15. Mai, hat Grün-Weiß Vernum Zeit, sich für oder gegen den Aufstieg zu entscheiden.

Im Falle eines Verzichts eilen die Vernumer in der Bezirksliga wahrscheinlich wieder von Sieg zu Sieg. Aber Stauffer freut sich wesentlich mehr über einen anderen Erfolg des Vereins. "Wir schicken in der nächsten Saison ein U18-Juniorenteam ins Rennen um die Meisterschaft. Somit können wir langfristig mit Talenten aus den eigenen Reihen planen", erklärt der Coach. Bereits in der abgelaufenen Saison haben sich einige Spieler positiv entwickelt - als Beispiele seien Ivan Ring oder Tobias Laschke genannt. Stauffer: "Wir sind längst nicht mehr nur darauf angewiesen, dass unser Topscorer Christian Kobsch fleißig punktet." Ob's für die Landesliga reicht, wird sich noch zeigen - wahrscheinlich schon am Sonntag gegen den TV Goch.

(buer)