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Handball: Der Abstiegskampf als Wechsel auf die Zukunft

Handball : Der Abstiegskampf als Wechsel auf die Zukunft

Im Winter übernahm Trainer "Harry" Mohrhoff die Straelener Oberliga-Handballerinnen. Der Klassenerhalt war dann Gemeinschaftsarbeit.

Die Erleichterung über den Klassenerhalt war fast genauso groß wie die Freude nach dem Aufstieg zehn Monate zuvor. Viele Jahre hatten die Handballerinnen des SV Straelen mal mehr, mal weniger feste an das Tor zur Oberliga geklopft. Und als es dann endlich geschafft war, schien der "Ausflug" von denkbar kurzer Dauer zu sein. Auf den allerletzten Metern bekamen sie die Grün-Gelben schließlich doch noch die Kurve. Die Art und Weise, wie sie das in der entscheidenden Phase der Saison auf die Reihe bekommen haben, war beeindruckend und in dieser Form allenfalls von den Optimisten im Verein erwartet worden.

Doch drehen wir die Saison noch einmal zurück. Drinbleiben war für die Blumenstädter von Spieltag Nummer eins an das erklärte Ziel. Und die Saison ließ sich gut an. Doch nach zwei Heimsiegen und 4:4-Punkten zum Auftakt schloss sich eine lange Durststrecke an. Große Formschwankungen und eine zum Teil extrem hohe Fehlerquote ließen nach 60 Minuten zumeist die Gegnerinnen jubeln. Und als dann auch noch gegen die vermeintlich schwächeren Mannschaften die Erfolge ausblieben, wurde die Luft auf Seiten der Straelener Handballerinnen langsam dünn. So dünn, dass Aufstiegstrainer Jörn Janhsen Mitte Januar den Dienst quittierte. "In "beiderseitigem Einfernehmen", wie es bei diesen Anlässen dann immer so schön heißt. Da machten die Verantwortlichen der Straelener Handballer keine Ausnahme.

"Harry" Mohrhoff, bis dahin allein für das sportliche Wohlergehen der ersten Männermannschaft des SV Straelen verantwortlich, übernahm bei 9:23-Punkten und mit einem minimalen Vorsprung auf Abstiegsplatz 14. Und er erlebte bei seinem Debüt gleich eine mittelschwere Sensation, als seine Mannschaft Tabellenführer Burscheid mit 27:21 aus der Stadthalle fegte. Ein Strohfeuer? Es sah fast danach aus. Vier Spiele und vier Niederlagen später war Ernüchterung eingekehrt. "Auch wenn die Ergebnisse nicht stimmten, haben wir aber bereits zu diesem Zeitpunkt einen ordentlichen Ball gespielt. Entscheidend war jedoch, dass die Mädels nie aufgehört haben zu kämpfen - weder im Training, noch in der Meisterschaft", erinnert sich Mohrhoff an intensive Wochen.

Mit einem 37:24-Kantersieg beim Spitzenteam vom TV Walsum-Aldenrade folgte am 22. Spieltag die Wende zum Guten. Gerade noch rechtzeitig, denn auch die Konkurrenz im Tabellenkeller punktete fleißig. Aber nicht so fleißig wie die Grün-Gelben, die sechs der finalen sieben Partien für sich entscheiden konnten. Der Lohn der Mühen: der vorzeitige Klassenerhalt. "Eine bärenstarke Leistung", analysiert Mohrhoff treffend. Und: "Das war ungemein wichtig für die Zukunft der Mannschaft. Solch ein erfolgreicher Abstiegskampf schweißt zusammen", so der SVS-Coach.

Der setzt sein Engagement für Straelens Oberliga-Frauen in der kommenden Spielzeit fort - mit nahezu identischem Kader. Nur Torfrau Monja Bleidtner muss aufgrund ihres Studiums in Köln (wesentlich) kürzer treten. "Die zweite Saison in der Oberliga wird ganz bestimmt nicht einfacher. Ich denke aber, dass in den vergangenen Monaten die Basis für eine erfolgreiche Zukunft gelegt wurde", sieht Mohrhoff der kommenden Saison vorsichtig optimistisch entgegen.

(terh)