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Handball: Das derzeit beste Team der Liga zu Gast

Handball : Das derzeit beste Team der Liga zu Gast

In der Handball-Oberliga der Männer empfängt der Tabellenfünfte, TV Aldekerk, den Spitzenreiter Neusser HV. Die Favoritenrolle ist somit klar definiert, das Schürmann-Team bräuchte schon einen "Sahnetag", um zu punkten.

TV Aldekerk — Neusser HV (Samstag, 19 Uhr). Fünf Teams bilden nach 19 von 26 ausgetragenen Meisterschaftsspielen die Spitzengruppe in der Oberliga Niederrhein. Ganz vorne liegt der Neusser Handball-Verein mit 33:5-Punkten, auf Platz fünf der TV Aldekerk mit 28:10-Punkten. Dazwischen TuSEM Essen II, Bergische Panther und Borussia Mönchengladbach. Nach dem unnötigen Punktverlust der Aldekerker am vergangenen Wochenende bei Borussia Mönchengladbach — in den letzten fünf Minuten verspielte die Mannschaft eine 24:20-Führung — wird es für den ATV in den letzten acht Spielen wohl nur noch darum gehen, den einen oder anderen Tabellenplatz weiter nach oben zu klettern.

Die Wahrscheinlichkeit allerdings, dass die Grün-Weißen den zweiten Platz aus der vergangenen Saison erneut erreichen, erscheint dann doch zweifelhaft. Denn bereits gegen zwei der fünf Mannschaften aus der Spitzengruppe — TuSEM Essen II und Borussia Mönchengladbach — hat der ATV im direkten Vergleich die schlechteren Karten. Der Neusser HV, der morgen an den Slousenweg kommt, könnte die dritte Mannschaft sein. Das Hinspiel im November gewann der NHV mit 25:20.

Mit dem Neusser HV erwarten die Zuschauer morgen in der Vogteihalle eine Mannschaft, die bisher eine überragend gute Saison gespielt hat. Nach ihrem problemlosen 29:19-Erfolg am vergangenen Wochenende im Heimspiel gegen den TV Jahn Hiesfeld ist das Team von Trainer Rene Witte seit nunmehr zehn Spielen ohne Niederlage. In diese beeindruckende Serie, die eines Meisterkandidatens würdig ist, fällt zudem der Halbfinal-Sieg im Kreispokal gegen den Drittligisten ART Düsseldorf. Die Ausrufezeichen hinter den Leistungen des Teams, das von Trainer Witte in den vergangenen drei Jahren mit viel Sachverstand zusammengestellt und anschließend auf ein wirklich feines handballerisches Format gehoben wurde, könnten dicker gar nicht sein.

Das bisherige Abschneiden ist umso beachtlicher, da die Mannschaft in der Hinrunde der Landesliga einige personelle Ausfälle kompensieren musste, was im Übrigen dazu führte, dass Akteure aus der vermeintlich zweiten Reihe in den Fokus rückten und mehr als nur zu Lückenfüllern wurden. Dazu zählte unter anderem der 20 Jahre alte Simon Schlösser auf der Rückraummitte, der von der HSG Düsseldorf ins Neusser Hammfeld gekommen war. Doch das ist nur ein Beispiel von mehreren. Der Neusser HV ist auf vielen Positionen gleich doppelt stark besetzt.

Glanzstück der Mannschaft ist die wirkungsvoll verteidigende Defensive mit zwei überdurchschnittlich guten Torleuten. Dass gerade einmal 464 Gegentore die Neusser Torbilanz schmücken, was man in diesem Fall wohl mit Recht sagen darf, dokumentiert die außergewöhnliche Klasse dieser Abwehr. Sie stellt hinter der Langenfelder Betonabwehr das Zweitbeste dar, was die Liga zu bieten hat. Dazu kommt ein schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff und im gebundenen Spiel ein temporeicher und fein abgestimmter Konzepthandball.

Für den Neusser HV beginnen mit der Partie in Aldekerk die drei Wochen der Wahrheit. Anschließend folgt das Heimspiel gegen die drittplatzierten Bergischen Panther und die Auswärtspartie bei TuSEM Essen II, das momentan in der Tabelle nur einen Punkt weniger als die Neusser aufweist. Wenn diese Spiele vorüber sind, hat die Tabelle aus Sicht des Neusser HV eine einigermaßen verlässliche Aussagekraft.

Ob die Partie am Freitag das Format einer Spitzenpartie erhält, wird entscheidend davon abhängen, ob die Aldekerker Spieler sich dazu aufraffen können, über 60 Minuten mehr als die ohnehin schon schwierigen 100 Prozent ihres Leistungsvermögens abzurufen. Im Aldekerker Lager spricht man von einem "Sahnetag", den das Team von Trainer Achim Schürmann erwischen müsste, um dem derzeitigen Tabellenführer aus der Quirinusstadt auf Augenhöhe begegnen zu können. Sehr viel höher kann man die Latte für die eigene Mannschaft fast nicht legen.

(RP/ac)