Fußball Broekhuysen schwebt auf Wolke sieben

Broekhuysen · Fußball-Bezirksliga: Mit einem sensationellen 3:0-Sieg gegen den Favoriten GSV Geldern schaffen es die Sportfreunde Broekhuysen, sich im Tabellenkeller Gehör zu verschaffen. Vor allem in der zweiten Hälfte spielt die Elf ganz groß auf.

 Der Moment, der Jubelstürme auslöste: Broekhuysens Ballkünstler Mark Schmalz (l.) nutzt eine gute Vorlage, schiebt den Ball an GSV-Keeper Thorsten Schindler vorbei und markiert das 3:0.

Der Moment, der Jubelstürme auslöste: Broekhuysens Ballkünstler Mark Schmalz (l.) nutzt eine gute Vorlage, schiebt den Ball an GSV-Keeper Thorsten Schindler vorbei und markiert das 3:0.

Foto: Thomas Binn

Schiedsrichter Andreas Picker schaut auf die Uhr, führt die Trillerpfeife zwischen seine Lippen, pustet ordentlich rein und besiegelt das fast Unmögliche. Die Sportfreunde Broekhuysen haben soeben den GSV Geldern besiegt.

Die Jubelstürme kennen keine Grenzen mehr. Viele Spieler liegen sich in den Armen. Die Zuschauer applaudieren, wie schon lange nicht mehr. Einige Spieler klatschen die aufgereihten Fans ab. So etwas hat es auf der Sportanlage Op den Bökel schon seit dem 13. Dezember 2015 nicht mehr gegeben, als die Sportfreunde damals den SV Walbeck zu Hause bezwingen konnten. Auch Spielertrainer Marc Kersjes ist bestens gelaunt, obwohl er sich zuvor in der 13. Minute selbst auswechseln musste - Wadenprobleme. "Wir haben so lange Pech gehabt. Endlich hatten wir mal das Quäntchen Glück auf unserer Seite. Der Sieg ist mehr als verdient."

Doch zu Beginn der Partie war noch gar nicht absehbar, dass es diesmal wirklich klappen würde. Zwar präsentierten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe, und auch das Wetter spielte prächtig mit - Winterjacken blieben gestern Mittag zu Hause -, doch Chancen waren eher Mangelware. "Das war schon irgendwie ein müder Sommerkick", sagte Gelderns Trainer Peter Streutgens. Weder seiner Elf noch den Gastgebern gelang es, mit Hochkarätern auf sich aufmerksam zu machen. "Wir haben aber gut verteidigt, nur die Bälle nach vorn zu leiten, erwies sich als schwierig", sagte SFB-Coach Kersjes, der sich fast das ganze Spiel lang in einer für ihn eher ungewohnten Rolle wiederfand.

Nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung managte Kersjes die Geschicke seines Teams an der Seitenlinie, stand oft mit verschränkten Armen da, beobachtete die Spielzüge und wurde laut, wenn er laut werden musste. So, wie bei der ersten GSV-Chance durch Erdal Ezers Kopfball (30.).

Zwölf Minuten später war Broekhuysen dann aber am Zug. 20 Meter vor dem GSV-Tor legte Andreas Janhsen sich den Ball für einen Freistoß zurecht und trat diesen (wohl unabsichtlich) extrem flach durch die Gelderner Mauer.

"Wowa" Schurawlow war schnell nach vorne geeilt und spützelte den Ball mit der Pike zum 1:0 ins Tor. "Für uns war die Führung vor der Pause enorm wichtig. Ein 0:0 wäre aber auch gerecht gewesen", sagte Kersjes. Und damit hatte der Spielertrainer nicht ganz Unrecht, schließlich hatten beide Teams die erste Hälfte größtenteils ausgeglichen gestaltet. Als die Kontrahenten jedoch wieder aus den Kabinen zurück aufs Grün kamen, sah die Sache schon ganz anders aus.

Die Sportfreunde kamen sehr gut zurück und bauten ordentlichen Druck auf, was zur Folge hatte, dass Geldern immer mehr in die eigene Hälfte gedrängt wurde. "Wir hatten uns in der Pause vorgenommen, das 1:0 nicht nur zu verwalten, sondern aufs 2:0 zu drängen", verriet Kersjes später. Und genau diese Devise setzten seine Teamkameraden auch um. Zunächst prüfte Leon Peun GSV-Keeper Thorsten Schindler mit einem gefährlichen Kopfball. In der 52. Minute schepperte es dann wieder im Gäste-Tor. Benedikt Peuns Torschuss aus dem Rückraum konnte Schindler zwar noch abwehren, den Nachschuss von Steffen Trienekens bekam er aber nicht mehr zu fassen. Die Sportfreunde bejubelten das 2:0.

Beim GSV lief bis auf zwei harmlose Torschüsschen fortan nicht mehr viel. Frustration und viele verlorene Zweikämpfe waren auch ein Grund dafür. "Wir waren einfach zu harmlos und haben keinen Zugriff mehr aufs Spiel bekommen", gab Streutgens zu. Grund für den Einbruch war auch die teilweise anzusehende Lustlosigkeit bei einigen GSV-Akteuren. "Wir haben schlichtweg zu wenig investiert."

Die Sportfreunde hingegen ließen sich nicht mehr aufhalten, standen weiter kompakt und stürmten nach vorne. Ein Abwehrfehler im Mittelfeld durch den Ex-Broekhuysener Stephan Goldbeck führte dann zum 3:0 durch Mark Schmalz (80.).

Leon Peun hätte kurz danach sogar noch auf 4:0 erhöhen können. "Drei Tore zu machen und den eigenen Kasten sauber zu halten, gibt uns allen Selbstvertrauen. Aber man darf nicht vergessen, dass der Sieg nur der Startschuss war. In den kommenden Wochen müssen weitere Siege folgen", stellte Kersjes klar. Durch den Sieg sind die Sportfreunde nun auch deutlich näher ans sichere Ufer geschwommen.

(RP)
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