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Brigitte Haffmans ist neues Ehrenmitglied von Arminia Kapellen

Aus den Vereinen : Einfach nur Hut ab vor „Miss Arminia“

Arminia Kapellen hat ihr Leben geprägt – und umgekehrt. Seit einigen Tagen hat der Verein ein neues Ehrenmitglied. Unter anderen gehörte Brigitte Haffmans zu den Vorreiterinnen in Sachen Frauenfußball.

1983 traf Brigitte Haffmans eine Entscheidung, die ihr weiteres Leben prägen sollte. Im Alter von 29 Jahren unterschrieb sie einen Mitgliedsantrag bei Arminia Kapellen. „Ich hatte damals als Bauzeichnerin eine sitzende Tätigkeit und suchte einen sportlichen Ausgleich. Und dann habe ich mir gedacht, dass ich es ja einmal mit Volleyball bei der Arminia probieren kann“, erinnert sie sich. Damals konnte Brigitte Haffmans, die Anfang Oktober vom Vorsitzenden Andreas Albers wegen ihrer herausragenden Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt worden ist, die Tragweite dieser Entscheidung natürlich noch nicht ahnen.

Zunächst war Brigitte Haffmans auch dabei, als die Arminia in den 80er Jahren eine Frauenfußball-Mannschaft gründete und damit eine Vorreiterrolle am Niederrhein spielen sollte. Zu jener Zeit galt die Sportart noch als eine reine Männerdomäne und schien für das weibliche Geschlecht völlig ungeeignet. Haffmans und ihre Mitstreiterinnen ließen sich davon aber nicht beirren und vor allem den Spaß nicht verderben. „Ich war eine ganz schlechte Fußballerin und hatte überhaupt kein Talent. Es hat mir aber überhaupt nichts ausgemacht, dass ich in all den Jahren kein einziges Spiel für die Arminia gemacht habe. Ich habe trotzdem bei keiner Trainingseinheit gefehlt. Viel wichtiger war doch schließlich die Kameradschaft“, sagt sie heute im Rückblick.

Und Brigitte Haffmans machte sich nützlich und entwickelte sich als Betreuerin zum guten Geist der Mannschaft. Die „Frauen-Power aus dem Dorf an der Fleuth“ sorgte damals für Furore. Sensationell marschierte die Mannschaft von der Kreisliga A bis hoch in die Regionalliga. „Das war die schönste Zeit, die ich mit der Arminia erlebt habe.“

Zwei Dinge waren dem neuen Ehrenmitglied schon vor mehr als 30 Jahren ein ständiger Dorn im Auge. Zum einen definierte sich der Verein fast ausschließlich über seine erste Herren-Mannschaft. Zum anderen saßen im Vorstand praktisch nur Männer. Kurzerhand beschloss Haffmans, aktive Vorstandsarbeit zu leisten und eine Vereinszeitung auf die Beine zu stellen. „Arminia aktuell“ hieß das gute Stück, das viermal im Jahr erschien. „Ich hatte den Eindruck, dass das ganz Dorf förmlich auf die neueste Ausgabe gewartet hat“, sagt sie.

Haffmans erinnert sich noch sehr gut daran, wie viel Arbeit sie für diese Zeitschrift investieren musste: „Da gab es noch kein Internet, die Recherchen erfolgten direkt vor Ort. Die Texte mussten in die Schreibmaschine gehämmert werden. Doch damit war es nicht getan, schließlich musste alles noch vervielfältigt und verteilt werden.“ Die Bilder für die Ausgaben steuerte die leidenschaftliche Hobby-Fotografin höchstpersönlich bei. Nach zwölf Jahren war bei der Power-Frau die Luft raus und das Kapitel „Arminia aktuell“ ad acta gelegt.

„Ich hatte kaum noch ein eigenes Leben. Aber das fand ich wirklich nicht schlimm“, kommentiert Haffmans ihr außergewöhnliches Engagement. Die Frage nach der Motivation hat sich die mittlerweile 66-Jährige nie gestellt. „Ohne Ehrenamtler würde doch der ganze Sport nicht funktionieren“, sagt Haffmans und betont im gleichen Atemzug, dass der Sport ihr jede Menge zurückgegeben hat. Das Leben meinte es nicht immer gut mit ihr. „So manche schwere Zeit habe ich gemeistert, weil mich Vereinskameraden aufrichtig unterstützt haben.“

Beruflich hat sie in verschiedenen Sparten gearbeitet, nach dem Erwerb der C-Lizenz für Breitensport leitete sie verschiedene Gruppen und sorgte mit der Gründung neuer und attraktiver Abteilungen für ständigen Mitgliederzuwachs. Beruf und Ehrenamt bekam sie stets unter einen Hut. Apropos Hut: Die zur Vereinskluft gehörende Kopfbedeckung mit orangefarbenem Band ist mittlerweile ihr Markenzeichen.

Aus ihrem Lebensmotto macht „Miss Arminia“ kein Geheimnis: „Man muss von dem, was man macht, überzeugt sein. Damit bin ich immer bestens gefahren – nicht nur im Sport.“