Blaue Lagune in Wachtendonk: Wakeboarder zeigen ihr ganzes Können bei den deutschen Meisterschaften

Deutschen Meisterschaften im Wakeboarden : Abheben an der Blauen Lagune

Wassersport auf höchstem Niveau lieferten am Wochenende mehr als 80 Wakeboarder an der Blauen Lagune in Wachtendonk. Sie ermittelten in mehreren Kategorien die diesjährigen Deutschen Meister.

Es war an diesem Wochenende in Wachtendonk teilweise schwer zu entscheiden, ob die Zuschauer oder die Sportler entspannter sind. So lässig gleiteten die Teilnehmer mit ihrem Brett über die Wellen und vollführten dabei noch die eine oder andere Drehung und Pirouette. Aus den Lautsprecherboxen dröhnte dabei laute Musik. Zusätzlich wurde das Geschehen enthusiastisch vom Wakeboard-Kenner Clint Liddy kommentiert.

Dabei fielen viele Begriffe, die dem Laien unbekannt sind, die er aber in nächster Nähe ausgeführt sehen konnte. Ganz so einfach wie es vielleicht aussah, ist die Sportart aber nicht. Und angesichts des Hintergrundes der deutschen Meisterschaften spürten auch die Sportler eine gewisse Anspannung. Für das Publikum bedeutete das dennoch beste Unterhaltung in der Blauen Lagune, teilweise waren sie sogar hautnah dran am Geschehen.

Ein Wakeboarder, der besonders akrobatisch unterwegs war. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Dafür wurden nämlich aufblasbare Couches ins Wasser gesetzt, die beim Show-Contest am Samstagabend zum Einsatz kamen. Zehn der besten Wakeboarder zeigten dabei ihre spektakulärsten Tricks, der schönste davon wurde zum Sieger gekürt. Es ist allgemein nicht viel Distanz zwischen Sportlern und Zuschauern an diesem Wochenende. „Wir haben hier ein breit gefächertes Publikum. Kinder von acht Jahren bis zu Leuten in ihren 40ern, Hobbyisten und Profisportler machen mit“, sagte Veranstalter Denny Bräuniger. „Das macht den Charme so eines Wettbewerbs aus.“ So wurden am Freitagabend zusammen Gambas gegessen, am Samstag träumten Sportler und Zuschauer in der Sternschnuppennacht bei Lagerfeuer und „feierten einfach den Sommer“ wie es Bräuniger ausdrückte.

Neben all dem Spaß wurde es aber natürlich auch ernst für die Teilnehmer, schließlich wurden hier die neuen deutschen Meister in verschiedenen Altersklassen gekürt. Über Qualifikationen und Halbfinals wurden für jedes Finale sechs Teilnehmer bestimmt. Diese drehten dann eine recht große Runde in der Blauen Lagune. Von einem Seil gezogen nutzten die Wassersportler Rampen und Schanzen für ihre Sprünge. Diese wurden von einer vierköpfigen Jury bewertet, die von oben aus dem blauen Haus eine gute Sicht auf das gesamte Geschehen hatten.

Die Kategorien für die Punktzahl ähneln den aus anderen Freestyle-Sportarten. Schwierigkeit, Technik oder Sprunghöhe waren einige der entscheidenden Bewertungsattribute.

Die Zuschauer hatten beste Sicht auf das Wasserspektakel der Wakeboarder an der Blauen Lagune. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Besonders hohe Punktzahlen gelangen den Favoriten am Sonntag. Der frisch gekürte Europameister Max Milde setzte sich im Open Men Finale als Erster durch. Der 17-Jährige könnte dabei sogar noch in jüngeren Altersklassen teilnehmen. Vom Austragungsort Wachtendonk, zum Beispiel aufgrund der aufgebauten Hindernisse (Obstacles) im Wasser, war Milde angetan: „Das Set-Up und die Obstacles sind hier recht anspruchsvoll. Das finde ich spannender als die vielen Standard Set-Ups, die man sonst oft sieht“. Erschwerend dazu kam noch das Wetter, viel Wind blies am Wochenende in der Blauen Lagune. „Es ist schon schwieriger, wenn es windiger und welliger ist. Das Risiko, seine Tricks nicht ganz so hinzubekommen wie erwünscht, ist größer“, erzählt Max Milde.

Dennoch betonten er und auch andere, dass der Wind das Wakeboarden keineswegs unmöglich mache oder stark einschränkend wirke. Zumindest ließ sich auch die andere Europameisterin Julia Rick nicht davon beeinflussen. Die Kölnerin feierte in Wachtendonk ihren achten DM-Titel in Folge. Der Wachtendonker Liam Rundholz verpasste im Open Men Finale das Treppchen mit Rang vier knapp. Mit den Siegerehrungen endete am Sonntagnachmittag die Deutsche Meisterschaft, bei der sich auch die Blaue Lagune als Gewinner fühlen durfte. So zog Geschäftsführer Christian Kirsch ein positives Fazit: „So eine Deutsche Meisterschaft sieht man hier nicht alle Jahre. Wir haben schon viele große Veranstaltungen hier gehabt, aber so ein Sportevent ist da noch mal was Besonderes.“

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