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Bezirksligisten im Gelderland leiten Verjüngungsprozess ein

Fußball : Der Trend geht in Richtung Jugendstil

Die Bezirksligisten im Gelderland vertrauen auf den Nachwuchs und rüsten sich so für eine erfolgreiche Zukunft. Der Kevelaerer SV ist leuchtendes Beispiel.

Der Kevelaerer SV ist mit gutem Beispiel vorangegangen. Mit einer Mannschaft, die praktisch ausschließlich aus Eigengewächsen besteht, glückte die Rückkehr in die Bezirksliga. So etwas hat in der Marienstadt schon Tradition. Die Aufstiegshelden von 1992 – damals ging es unter Regie der Bundesliga-Legende Horst „Pille“ Gecks sogar hinauf in die Landesliga – waren bis auf den Straelener Andi Post durch die Bank Kevelaerer Jungs. Da ist es kein Wunder, dass die Verantwortlichen auch im Vorfeld der neuen Spielzeit wieder in den eigenen Reihen zugegriffen haben. Marvin Schulz, Phil Staßen, Nico Sarsi, Frederik Minor und Maximilian Gastens heißen die nächsten Spieler aus der Kevelaerer Talentschmiede, die Jahr für Jahr auf Hochtouren produziert und Kicker hervorbringt, die am Ball eine erstklassige Ausbildung genossen haben. Michael Changezi kommt zwar vom künftigen Ligarivalen Viktoria Goch, hat aber ursprünglich auch das Fußballspielen auf der Sportanlage Scholten gelernt. Einziger externer Neuzugang ist Torhüter Leo Streithoven, der zuletzt zum Kader des Oberligisten Teutonia St. Tönis gehörte. „Das ist unser Weg. Der Verein ist zu Recht stolz auf seine Jugendarbeit. Unser Nahziel lautet Klassenerhalt. Aber natürlich möchten wir uns jetzt einmal auf Dauer in der Bezirksliga etablieren“, sagt KSV-Trainer Patrick Znak.

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Das Beispiel Kevelaer scheint sich in der Nachbarschaft herumgesprochen zu haben. Denn auch die Bezirksliga-Konkurrenz im Gelderland geht in Sachen Jugendstil in die Offensive. So etwa der FC Aldekerk. „Wir haben einige Abgänge von gestandenen Spielern, die uns spielerisch wie persönlich natürlich schmerzen. Schließlich waren diese Jungs zum großen Teil seit Jahren Stammspieler und haben alles für den Verein gegeben. Jetzt leiten wir einen Umbruch in die Wege. Keiner der Neuzugänge ist älter als 22 Jahre, viele kommen aus der A-Jugend hoch. Das ist auf der einen Seite ein gewisses Risiko, andererseits aber auch eine große Chance, die Altersstruktur in Aldekerk umzukrempeln und die Weichen für die Zukunft zu stellen“, sagt FC-Obmann Heinz Hegmans.

Auch der TSV Weeze setzt überwiegend auf Talente aus den eigenen Reihen. Dorther stammt auch Julian Kühn, der vom Landesligisten SGE Bedburg-Hau zurückkehrt und bei den Blau-Gelben für etwas mehr Treffsicherheit sorgen soll. Der Chancenwucher war die Hauptursache dafür, dass die Mannschaft in der abgelaufenen Saison bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen musste. „Das ging ganz schön an die Nerven. Die Mannschaft hat in der Rückrunde gezeigt, dass sie allemal das Zeug für die Bezirksliga mitbringt. Deshalb hoffe ich einmal, dass wir diesmal etwas ruhigere Zeiten erleben“, sagt Trainer Marcel Kempkes, der die Mannschaft im Dezember übernommen und zum Klassenerhalt geführt hatte.

Mit nahezu unverändertem Kader bereitet sich die DJK Twisteden auf die kommende Saison vor. „Wir möchten erneut nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Wenn uns das gelingt, ist das ein großer Erfolg“, sagt Trainer Markus Hierling. Dessen Improvisationsgeschick war in der abgelaufenen Spielzeit oft gefragt. Immer wieder musste Hierling die Mannschaft umkrempeln, die sich dennoch überraschend konstant in sicherem Fahrwasser bewegte.

Der SV Straelen II, der sich in der vergangenen Saison in der Mönchengladbacher Bezirksliga-Gruppe unter Regie von Trainer Bilal Lekesiz vom Abstiegskandidaten zum Spitzenteam gemausert hatte, bewegt sich ab sofort wieder in heimischen Gefilden. „Wir freuen uns schon darauf, endlich wieder regelmäßig gegen die Lokalrivalen antreten zu dürfen. Das lockt dann hoffentlich auch den einen oder anderen Besucher zu unseren Heimspielen an die Römerstraße“, sagt Sportlicher Leiter Peter Streutgens. Die Zielsetzung der Reserve des Regionalliga-Teams ist klar: Ein Platz im oberen Tabellendrittel soll her.