Bezirksliga: Trainer Sebastian Clarke im RP-Gespräch

Bezirksliga : Clarke: "Wa.-Wa. wird durchmarschieren"

Bezirksliga: Broekhuysens Trainer Sebastian Clarke im Gespräch über das Niveau der Bezirksliga, den SV Straelen und seine SF-Kicker.

Sebastian Clarke ist eines der zentralen Gesichter des Gelderländer Fußballs. Schon seit mehr als vier Jahren ist er als Spielertrainer des Bezirksligisten Sportfreunde Broekhuysen aktiv. Zuvor prägte er ein Jahrzehnt lang den SV Straelen als Spielgestalter und begleitete die Grün-Gelben durch die Verbands-, Landes-, Niederrhein- und Oberliga. Mit seiner Broekhuysener Mannschaft befindet sich der 34-Jährige auf Tabellenplatz zwei. Nach drei sieglosen Begegnungen in Serie ist der Rückstand auf den Klassenprimus TSV Wachtendonk-Wankum jedoch auf vierzehn Punkte angewachsen.

Sebastian Clarke, kann Ihre Mannschaft den TSV Wachtendonk-Wankum noch einholen?

Sebastian Clarke Nein, Quatsch. Das Thema ist durch. Wenn man sich die Bilanz von Wa.-Wa. mit 15 Siegen aus 16 Spielen ansieht, muss man wohl davon ausgehen, dass sie schon Ostern Meister sind. Ich befürchte, dass die Spannung bei diesem Thema raus ist. Wa.-Wa. wird durchmarschieren.

Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Spielzeit Ihrer Mannschaft?

Clarke Wir können sehr zufrieden sein. Und dennoch: Meistens bleibt ja der letzte Eindruck haften und da sage ich ganz klar: Der ist nicht gut. In den letzten drei Spielen sind wir nicht so aufgetreten, wie wir es uns vorgenommen haben. Gegen Wa.-Wa. kann man natürlich verlieren, auch Moers ist eine gute Mannschaft. Aber die erste Halbzeit gegen Weeze, als wir 0:2 zurücklagen, kann ich so nicht akzeptieren.

Kann der Blick der Sportfreunde Broekhuysen denn langfristig in Richtung Landesliga gehen?

Clarke Das ist sicher schwer zu sagen. Ich glaube, dass es langfristig schwer wird, mit unseren Mitteln ein etablierter Landesligist zu werden. Wir sehen uns als guten Bezirksligisten, doch der Schritt zur Landesliga ist enorm groß. Und dennoch: Der Verein hat in der Vergangenheit gezeigt, auch in der Landesliga eine Rolle spielen zu können.

Vor der Spielzeit erklärten Sie und einige Ihrer Gelderländer Trainerkollegen, dass Sie davon ausgehen, dass die Qualität der Bezirksliga in diesem Jahr steigen würde. Immerhin stießen große Namen wie der GSV Moers hinzu. Hat sich Ihre Annahme bewahrheitet?

Clarke Nun, es ist schon überraschend, wie schwer sich ehemalige Landesligisten wie der VfL Repelen oder der GSV Moers tun. Auch wenn Moers jetzt langsam ins Rollen kommt. Noch bemerkenswerter ist, wie Wa.-Wa. durch die Liga marschiert. Stand jetzt würde ich daher sagen: Das Niveau ist im Vergleich wohl gleich geblieben.

Sie waren jahrelang an der Straelener Römerstraße als Spieler unterwegs. Wie intensiv verfolgen Sie noch das Treiben des SVS?

Clarke Natürlich verfolgt man, wie es mit seinem Ex-Verein läuft. Ich find´s toll, was sich dort entwickelt, insbesondere mit Blick auf die neue Anlage. Das wird traumhaft. Die heutigen Bedingungen sind mit denen zu meiner Zeit kaum mehr zu vergleichen. Die Strukturen sind mittlerweile beinahe professionell, das Drumherum hat ein ganz anderes Level erreicht. Und das sage ich, obwohl ich weiß, dass Straelen schon zu meiner Zeit nicht so schlecht aufgestellt war.

Stellen Sie sich Ihren Körper doch mal um zehn Jahre verjüngt vor. Könnten Sie in der heutigen SVS-Mannschaft mitkicken?

Clarke Ich denke schon. Ich habe viele Jahre Oberliga gespielt und wurde beim KFC Uerdingen ausgebildet. Das sollte ich schaffen.

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