Bezirksliga : Quo vadis, Bezirksliga?

Vor der laufenden Spielzeit äußerten viele Gelderländer Bezirksliga-Übungsleiter die Vermutung, dass die Spielklasse in diesem Jahr so stark wie nie zuvor sei. Hat sich diese bewahrheitet? Wohl eher nicht, offenbart der Blick auf die Tabelle.

Es gibt in der Gelderländer Fußballszene einen Verein, der ohne jede Zweifel als Leuchtturm genannt werden kann. Dabei handelt es sich um den Oberligisten SV Straelen, der als Spitzenreiter erneut auf bestem Wege in die vierthöchste deutsche Spielklasse ist. Ein Landesliga-Aufgebot stellen die Vereine zwischen Weeze und Kerken nicht, dafür tummeln sich gleich mehrere Mannschaft aus dem Gelderland in der Bezirksliga. So fokussiert sich auch die hiesige Aufmerksamkeit zuvorderst auf diese. Vor der Spielzeit 2019/2020 sahen sich die Bezirksliga-Mannschaften mit einer grundlegenden Veränderung konfrontiert, die in den vergangenen Jahren immer wieder mal für Aufruhr gesorgt hatte: der Gruppenwechsel von vier zu fünf.

Kickten die Sportfreunde Broekhuysen, die DJK Twisteden, der TSV Wachtendonk-Wankum, der SV Walbeck und der FC Aldekerk im vergangenen Jahr noch in jener sechsthöchsten Spielklasse mit einem geographischen Schwerpunkt auf die rechte Rheinseite und das Westmünsterland, treffen die Klubs nun vorrangig auf Vereine aus dem Raum Moers. Das sorgte vor Beginn der laufenden Saison für Diskussionen bei den hiesigen Trainern. Durch die Bank legten diese unserer Redaktion im Sommer dar, zu vermuten, dass die Qualität der Bezirksliga steigen würde. Immerhin würden nun auch vermeintlich große Namen wie der Grafschafter SV Moers oder VfL Repelen mitmischen. So sagte Broekhuysens Spielführer Christoph Elspaß vor der Saison: „Ich bin davon überzeugt, dass die Liga im kommenden Jahr stärker wird. Gerade in Anbetracht der vielen Moerser Mannschaften, die nun in die Bezirksliga gekommen sind.“ Ähnlich äußerte sich damals auch Walbecks Trainer Klaus Thijssen: „Ich gehe fest davon aus, dass es sich um eine enge und ausgeglichene Angelegenheit handelt.“

Fußball-Landesliga: TSV Wachtendonk/wankum - SV Straelen Trainer Frank Goldau - TSV Wachtendonk. Foto: Christian Verheyen/Verheyen, Christian (chv)

Wer sich heute die Tabelle ansieht, kann zur Schlussfolgerung kommen: Die Befürchtungen waren grundlos. Angeführt wird das Tableau vom TSV Wachtendonk-Wankum. Die Mannschaft von Übungsleiter Frank Goldau ist der Konkurrenz bereits seit Wochen enteilt. Nach 16 Spieltagen hat Wa.-Wa. bereits vierzehn (!) Zähler Vorsprung auf den ersten Verfolger. Auch der kommt aus dem Gelderland und heißt Sportfreunde Broekhuysen. Klar ist also: Dominiert wird die Liga von den hiesigen Klubs. Die vermeintlich „großen“ Namen entpuppten sich bisher als große Enttäuschungen. „Nun, es ist schon überraschend, wie schwer sich ehemalige Landesligisten wie der VfL Repelen oder der GSV Moers tun. Auch wenn Moers jetzt langsam ins Rollen kommt. Noch bemerkenswerter ist, wie Wa.-Wa. durch die Liga marschiert. Stand jetzt würde ich daher sagen: Das Niveau ist im Vergleich wohl gleich geblieben“, sagt auch Broekhuysens Übungsleiter Sebastian Clarke. Der GSV Moers hatte einen miserablen Start hingelegt, dümpelt mittlerweile im Tabellenmittelfeld herum. Auch Repelen befindet sich nur auf Tabellenplatz fünf. Zur Wahrheit aber gehört: Als Tabellenschlusslichter werden aktuell der SV Straelen II und der SV Walbeck geführt. Allerdings bahnte sich bei den Klubs bereits im Sommer an, dass es in diesem Jahr eng werden würde. Abgeschlagen sind sie dennoch nicht, immerhin bekleckern sich Meerfeld und Budberg im Tabellenkeller ebenfalls nicht mit Ruhm. Im Vergleich zum vergangenen Jahr aber scheint die Bilanz der Gelderländer Klubs besser. Immerhin stiegen 18/19 der Kevelaerer SV und GSV Geldern ab, keine Mannschaft aus der Region spielte ernsthaft um die vorderen Plätze mit. Ohne jede Zweifel wurde die Liga von der SGE Bedburg-Hau und dem TuB Bocholt angeführt. In diesem Jahr sieht das anders aus: Die Gelderland-Klubs haben das Kommando übernommen.

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