Lokalsport: Bereit für die Wochen der Wahrheit

Lokalsport: Bereit für die Wochen der Wahrheit

Fußball-Oberliga: Tabellenführer SV Straelen löst die Pflichtaufgabe gegen TuRU Düsseldorf ganz souverän mit 3:0 (1:0).Auf der Zielgeraden in Richtung Regionalliga warten jetzt vier dicke Brocken in Serie auf die Grün-Gelben.

Hinten brennt kaum etwas an, vorne werden humorlos die Chancen genutzt. Fußball-Oberligist SV Straelen trat gestern vor rund 250 Zuschauern im Stadion an der Römerstraße so auf, wie ein Tabellenführer auftreten muss. Die Mannschaft feierte einen ungefährdeten 3:0 (1:0)-Erfolg gegen TuRU Düsseldorf und zeigte sich bereit für die kommenden vier Wochen, in denen sich wahrscheinlich entscheiden wird, ob der Traum vom Regionalliga-Aufstieg in Erfüllung geht.

Gestern stellte der Spitzenreiter die Weichen frühzeitig auf Sieg. In der 17. Minute zeigte der SV Straelen einmal wieder, was ihn in der laufenden Saison so gefährlich macht. Spielmacher Aram Abdelkarim passte den Ball in den Lauf von Linksverteidiger Jannik Stevens. Dieser drang bis zur Grundlinie vor und passte nach innen. Dort lauerte Rene Jansen, hielt den Fuß hin und erzielte seinen 17. Saisontreffer. Ein Tor mit schönen Grüßen vom Murmeltier. "Diese Szene habe ich in den letzten sechs Wochen wenigstens schon viermal gesehen", meinte Straelens sportlicher Leiter Stephan Houben.

Fortan verbrachten Trainer Marcus John und die Straelener Anhänger einen ganz entspannten Nachmittag. Nur einmal musste der Tabellenführer tief durchatmen. In der 35. Minute verschätzte sich Innenverteidiger Frederik Verlinden und ließ den Düsseldorfer Kapitän Saban Ferati ziehen - doch dieser zeigte Nerven und scheiterte an SVS-Torhüter Marian Gbur. Straelens ehemaliger Sportdirektor Ilja Ludenberg, der inzwischen für TuRU tätig ist und neben Trainer Samir Sisic auf der Bank saß, zu dieser Szene: "Wir nutzen einfach unsere Chancen nicht. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison."

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Damit war die Partie praktisch schon gelaufen. TuRU Düsseldorf fand nach dem Seitenwechsel kein geeignetes Mittel mehr, um dem Spitzenreiter ernsthaft gefährlich werden zu können. Und der SV Straelen seinerseits brachte diesmal die nötige Effizienz mit. In der 56. Minute hatte Kevin Weggen noch Pech, als er mit einem tollen Distanzschuss nur die Latte traf.

Doch nur neun Minuten später gab's die Vorentscheidung. Nach einer Rechtsflanke von Yodan Kim kam Ahmad Jafari, der gestern noch einmal den verletzten Torjäger Randy Grens im Sturmzentrum vertrat, noch einen Schritt zu spät. Doch der Ball landete bei Drilon Istrefi, der ihn zurück in den Strafraum befördert. Diesmal tat Yodan Kim das, wofür eigentlich Rene Jansen zuständig ist: im richtigen Moment den Fuß hinhalten. Und in der 83. Minute durfte sich auch noch der kurz zuvor eingewechselte Philipp Brouwers in die Torschützenliste eintragen. Der Treffer gehörte zur Hälfte Jannik Stevens, der erneut einen seiner unwiderstehlichen Flankenläufe hingelegt hatte.

"Ich bin sehr zufrieden, zumal wir unsere Tore sehr gut herausgespielt haben", meinte Marcus John anschließend auf der Pressekonferenz. Die "Hammerwochen der Wahrheit" können also kommen. Nächste Woche geht's zunächst zum Angstgegner VfB Speldorf. Zum Zeitpunkt des letzten Straelener Sieges gegen den Mülheimer Club waren die meisten Spieler des Titelaspiranten noch gar nicht geboren. Anschließend kommt die Spielvereinigung Schonnebeck, die gar nicht daran denkt, im Kampf um den Regionalliga-Aufstieg locker zu lassen. Es folgt das Gastspiel beim VfB Homberg, der sich auch noch leise Hoffnung auf Liga vier macht. Und dann kommen die Sportfreunde Baumberg, die keine Regionalliga-Lizenz beantragt haben, aber Meister werden möchten. Es bleibt spannend.

(RP)