Badminton-Asse begeistern das Straelener Publikum

Badminton : Rasantes Länderspiel als Jubiläums-Geschenk

100 Jahre SV Straelen: Badminton-Asse aus Deutschland und den Niederlanden lieferten sich ein Duell auf höchstem Niveau.

Rund 500 Zuschauer erlebten auf der Tribüne und auf den Stühlen unmittelbar an den beiden Spielfeldern in der Straelener Bofrost-Halle einen tollen Abend mit rasantem Sport, packenden Spielen und aufmerksamen Gastgebern. Bereits beim Einmarsch der Badminton-Nationalmannschaften aus Deutschland und den Niederlanden inklusive Teamvorstellung und Nationalhymnen kam prächtige Stimmung auf. Garanten für ein unvergessliches Ereignis waren die Spitzensportler aus beiden Ländern. Deutsche Spitzenklasse traf auf den eigens für das Länderspiel verlegten Spielflächen auf den Dritten der Europameisterschaft aus dem Nachbarland.

Kein missbilligendes Rüffeln, kein „Ruhe bitte“ – für Veranstalter Heinz Bußmann, der durch den Abend moderierte, konnte es gar nicht lebhaft genug zugehen. Im Stile eines Anheizers trat er ans Mikrofon und erklärte den Zuschauern mit kräftiger, klarer Stimme, wie er sich den Abend und das Mitwirken der Besucher vorstellte. „Lauter, mehr, intensiver. Die Hütte in Straelen wird wach, weiter so. Verausgaben Sie sich meinetwegen.“

Das begeisterte Publikum ließ sich nicht zweimal bitten. Ab sofort war Partystimmung angesagt. Die Sporthalle an der Fontanestraße glich längst einem Badminton-Tempel. Stakkato-Klatschen, Beifallsstürme, stehende Ovationen – es war die Sportart an sich, die laut gefeiert und genossen wurde. Jeder Besucher hatte Gefallen an diesem Spektakel.

Ein Damen- und ein Herreneinzel, ein Damen- und ein Herrendoppel und ein Mixed wurden den Zuschauern geboten, um Werbung für die laut Bußmann „schönste Randsportart der Welt“ zu machen. Das deutsche Team gewann das Länderspiel mit 4:1-Spielen und 9:3-Sätzen. Ein Leckerbissen des Abends war das Einzel der Männer zwischen dem amtierenden Deutschen Meister Max Weißkirchen und dem gerade einmal 17 Jahre alten holländischen Nachwuchsspieler Finn Achthoven. Weißkirchen war in diesem Match der klar überlegene Spieler, zog einige Register seines Könnens und Schlagrepertoires und versetzte die Halle zu gleichen Teilen in großes Staunen und frenetische Begeisterung.

Bundestrainerin Anja Weber fand nach dem Länderkampf lobende Worte: „Die jungen Wilden haben das heute hervorragend gemacht. Die Organisation war perfekt, mehr kann man bei einem Landerspiel nicht erwarten.“

Für den reibungslosen Ablauf in der Halle war die Badminton-Abteilung des Jubilars um Achim Wolff mit mehr als 25 Helfern verantwortlich. „Ja, zum Schluss wurde es etwas stressig. Aber es war eine schöne Gelegenheit, unseren Verein und unseren Sport präsentieren zu können. Wir hoffen, dass wir neue Impulse gesetzt und etwas Werbung in eigener Sache gemacht haben“, lautete das zufriedene Fazit des Abteilungsleiters.

Sichtlich angetan war Straelens Bürgermeister Hans-Josef Linßen: „Ich bin schwer beeindruckt. Von der Sportart mit ihrer Geschwindigkeit und der guten Atmosphäre in der Halle.“ Der SV Straelen ist nun um ein weiteres Kapitel in seiner 100-jährigen Vereinsgeschichte reicher: Es war das erste offizielle Länderspiel, das auf Straelens Grund und Boden ausgetragen wurde. Ob es eine Wiederholung dieses großartigen Events geben wird, wollte Präsident Hermann Tecklenburg unmittelbar nach dem letzten Ballwechsel nicht sagen. Aber er zeigte sich begeistert vom Tempo dieser rasanten Sportart und freute sich, dass der Funke auf das Publikum übergesprungen war.

Freundschaftliche Atmosphäre: Jan Colin Völker und Stine Küspert (rechts) gratulieren dem niederländischen Duo zum Ehrenpunkt im Mixed. Foto: Norbert Prümen (nop)
Selbstverständlich gehörte zum ersten Länderspiel in der Geschichte der Stadt Straelen auch die Nationalhymne vor den ersten Ballwechseln dazu. Foto: Heinz Spütz

Veranstalter Heinz Bußmann, der schon mehr als 100 Länderspiele in seiner Lieblingssportart organisiert hat, war ebenfalls voll des Lobes: „Ich werde Straelen in perfekter Erinnerung behalten.“ Und das war keine Floskel vom Mann aus Delmenhorst. „Ich sage, was ich denke, und wenn ich was sch... finde, dann hätte ich das auch gesagt. Das hier war einfach eine geile Sache. Ende aus“, so Bußmann in seiner norddeutschen Direktheit.