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Lokalsport: ATV: "Wir sind heiß auf die Bundesliga"

Lokalsport : ATV: "Wir sind heiß auf die Bundesliga"

Zwei Drittel der B-Juniorinnen und ein Drittel der A-Juniorinnen starten ab Sommer in der neu gegründeten Handball-Bundesliga der Mädchen. Der TV Aldekerk gehört zu den 17 Teams deutschlandweit, die sofort gesetzt sind.

Kathrin Schneider fixiert den Ball in der Hand von Mitspielerin Alina Grijssels. Diese holt aus und schmettert ihn Schneider entgegen, Richtung Tor. Schneider macht einen Satz, wehrt den Wurf sicher ab. Zeit zum Durchschnaufen hat die 16-Jährige aber nicht, es fliegt bereits der nächste Ball auf sie zu. Doch das macht der B-Juniorin nichts. "Ich will an meinen Schwächen weiter arbeiten.

Denn in der Bundesliga muss man sich beweisen", sagt die Handballerin. "Dort werden die Würfe sicher härter sein." Die Torhüterin ist mit ihren Gedanken bereits in der nächsten Spielzeit. Denn die Aldekerkerinnen besitzen einen der begehrten Startplätze in der neu gegründeten Bundesliga der A-Juniorinnen. Neben dem ATV ergatterten 16 weitere Mannschaften deutschlandweit ein direktes Ticket für die Liga. Zudem kämpfen noch 30 übrige Teams in der Qualifikation um weitere 15 zu vergebene Plätze. Insgesamt gehen 32 Mannschaften an den Start.

"Wir haben uns über die Bewerber bei den Landesverbänden genau informiert", erläutert Carsten Korte, Vorsitzender des Jugendspielausschusses des Deutschen Handballbundes. "Die Aldekerkerinnen haben dabei überzeugt: In der vergangenen Saison haben die B-Juniorinnen an der Vorrunde zu den Deutschen Meisterschaften teilgenommen, sind aktuell Niederrheinmeister. Zudem spielt die A-Jugend in der Regionalliga." Dies sei der Grund, warum der ATV direkt gesetzt wurde.

"Das ist eine große Überraschung für uns — für so einen kleinen Verein, wie wir es sind", sagt Lena Heimes und grinst breit. Die 15-Jährige spielt seit den Bambini beim TV Aldekerk. Ihre Leidenschaft: "Tore werfen." Doch ihr ist bewusst, dass in der Bundesliga ein anderer Wind wehen wird. Für Mitspielerin Pia Kühn geht es vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln. Die 16-Jährige hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: "ein Platz im Mittelfeld." Jedoch schätzt sie die Konkurrenz sehr stark ein. "Es sind viele Sportinternate dabei", sagt sie. Doch gerade das spornt sie auch an: "Sie bezeichnen uns immer als Bauernverein. Denen werden wir es zeigen."

Sportinternate sind starke Gegner. In Deutschland gibt es mit Blomberg, Frankfurt und Leipzig drei Vollinternate sowie acht bis zehn Teilinternate wie etwa der TSV bayer Leverkusen. Allerdings sehen die ATV-lerinnen für sich auch einen Vorteil gegenüber den Internaten: "Wir sind ein eingespieltes Team und setzen auf Zusammenhalt", sagt Schneider. "In den Internaten findet man vor allem Einzelspielerinnen. Zudem haben wir bereits bei der Vorrunde zu den Deutschen Meisterschaften 2012 gezeigt, dass wir mithalten können." Damals hatte der ATV den HC Leipzig geschlagen.

Dem stimmt auch Trainer Jörg Hermes zu: "Es sit eine Herausforderung auf hohem Niveau. Wir wollen aber ordentlich abschneiden." Prognosen will er jedoch nicht abgeben. "Es kommt auf die Gruppe an", sagt er. In der Gruppenphase treffen die Aldekerkerinnen auf drei Teams aus der näheren oder weiteren Region. Somit wahrscheinlich auch auf Bayer Leverkusen — "unserem regional größer Konkurrenten", sagt er. "Bereits im vergangenen Jahr haben sie uns zwei Spielerinnen abgeworben." Durch die Teilnahme an der Bundesliga hofft der TV Aldekerk die Mädchen langfristig an den Verein binden zu können.

Hermes, der die jetzigen B-Juniorinnen trainiert wird im Sommer das Bundesligateam der dann A-Juniorinnen übernehmen. Es wird zu zwei Dritteln aus der jetzigen B-Jugend sowie einem Drittel des jüngeren A-Juniorinnen-Jahrgangs bestehen. Gemeint sind die 16- bis 18-Jährigen. Die älteren Mädchen rücken in die Frauenmannschaft auf.

Um bestmöglich auf die Bundesliga vorbereitet zu sein, "werde ich das Training intensivieren und wohl auch öfter stattfinden lassen", kündigt Hermes an. Allerdings sei das noch in weiter Ferne. "Nach dem gewonnenen Niederrheinmeistertitel stehen nun erst einmal die Spiele gegen den Mittelrheinmeister an", sagt der Coach. Zudem ist eine Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften möglich. Dort könnten die Aldekerkerinnen vorab ein bisschen Bundesligaluft schnuppern.

(RP/rl)