Handball: ATV-Frauen jubeln in der Vogteihalle

Handball: ATV-Frauen jubeln in der Vogteihalle

Das Drittliga-Team holt einen verdienten Punkt beim 27:27 gegen den Tabellendritten aus Menden und sichern den Klassenerhalt; die Oberliga-Damen sorgen mit einem 18:17 gegen Tabellenführer GSG Duisburg für eine Überraschung.

Dritte Liga der Frauen: TV Aldekerk - SG Menden Sauerland 27:27 (17:13). Die Bewertung dieser Punkteteilung fällt, je nach Trikotfarbe, vielleicht unterschiedlich aus, doch können beide Teams mit der Punkteteilung sicher gut leben. In den sechzig Spielminuten waren keiner Mannschaft die siegbringenden Schachzüge gelungen, so dass das Ergebnis am Ende auch gerecht ist. "Zum Ende hin haben wir eine großartige kämpferische Leistung gezeigt", lobte ATV-Coach Dagmara Kowalska ihr Team, "den Punkt haben wir uns verdient erkämpft." Obwohl der Klassenerhalt durch die Spiele der Konkurrenz schon vor dem Anpfiff feststand, waren die Grün-Weißen engagiert in die Partie gegangen. Über weite Strecken der Partie hatten die Gastgeberinnen Spiel und Gegner unter Kontrolle gehabt und eine ansprechende Leistung gezeigt. Vier Tore Vorsprung zum Seitenwechsel waren gerechter Lohn für ein fehlerarmes Aldekerker Spiel, das sich auch im zweiten Durchgang zunächst noch so fortsetzte. Ein vergebener Siebenmeter gut zehn Minuten vor dem Ende läutete dann jedoch die dollen zehn Minuten ein, in denen Grün-Weiß eher mit Fehlern auf sich aufmerksam machte und die SG höflich "Danke" sagte. Menden musste sich nicht anstrengen, um die Aldekerker Fehler für eigene Tore zu nutzen und zwei Minuten vor dem Abpfiff mit zwei Toren in Front zu liegen. Doch die Gastgeberinnen gaben nicht auf, eine offensive Deckung brachte die SG doch noch aus dem Takt und die schnellen Tore für den ATV. Zwei Kühn-Treffer sorgten für den Endstand und zufriedene Gesichter auf beiden Seiten. "Jetzt können wir entspannt in die letzten drei Partien der Saison gehen und befreit aufspielen", sagte Kowalska abschließend. Am Samstag nach Ostern kommt der TuS Lintfort mit seiner Mannschaft zum Nachbarschaftsduell.

Oberliga der Frauen: TV Aldekerk II - GSG Duisburg 18:17 (8:9). Eigentlich hätte man in der Vogteihalle einen Schlagabtausch auf allerhöchstem Niveau erwartet, wenn der Oberligaprimus beim Dritten zu Gast ist. Aber die Duisburgerinnen wussten ein Qualitätsfest durchaus zu verhindern, indem sie in der Abwehr sehr robust und aggressiv agierten und so die für den ATV so wichtige zweite Welle unterbanden. Das Spiel war also mehr vom Kampf geprägt als von spielerischen Akzenten, dadurch aber zu jeder Zeit sehr spannend und immer eng. Dank taktischer Raffinesse und starker Nerven schafften es die Hausherrinnen in der zweiten Hälfte, einen knappen Rückstand aufzuholen und am Ende den Sieg zu verbuchen.

Bereits vor Beginn der Begegnung wurden die B-Jugendlichen offiziell für ihre Nordrhein-Meisterschaft geehrt. Ob das mit einen Ausschlag gab, dass die gesamte zweite Mannschaft sich in der zweiten Hälfte und vor allem der Schlussphase so nervenstark zeigte, bleibt Spekulation. Fakt aber ist, dass genau das die Basis war für den Zwei-Punkte-Erfolg gegen den Tabellenführer. Der war allerdings zu keiner Zeit sicher, die meiste Zeit über lagen die favorisierten Duisburgerinnen sogar vorne. Die Gäste markierten den ersten Treffer der Begegnung, bis zur Mitte der ersten Hälfte hatte aber der ATV mit zwei Toren geführt (5:3). Die Duisburger Auszeit brachte ein kleine Wende und die Aldekerkerinnen ins Hintertreffen.

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In der zweiten Halbzeit setzte Trainer René Baude dann mehrfach auf die siebte Feldspielerin. Immer, wenn sein Team zwei Tore hinten lag, nahm er die Torfrau raus. "Damit kam Duisburg schlecht zurecht und wir konnten aufholen." Und nicht nur das: In der 51. Minute markierte Ina Weisz den Ausgleich (17:17), eineinhalb Minuten später Emma Molderings die Führung. Danach traf keines der beiden Teams mehr. "Duisburg hat dann noch auf eine offensive Deckung umgestellt, da müssen wir in Zukunft mehr draus machen", meinte Baude, der ansonsten mit seiner Mannschaft sehr zufrieden war. "In der Hinrunde hätten wir so ein Spiel mit Sicherheit nicht gewonnen. Die Entwicklung des Teams ist beachtlich, insbesondere, wenn man heute gesehen hat, dass ein Sieg trotz Unterbindung unseres Tempospiels möglich ist. Der heutige Testlauf für die wichtigen Jugendspiele ist gelungen."

Dafür, dass auch Duisburg - wie so viele Teams vorher schon - das harzlastige Spiel in Aldekerk bemängelten, zeigte Baude allerdings kein Verständnis: "Eine Mannschaft, die in die Nordrhein-Liga aufsteigen will, muss damit klar kommen."

(cbl)