Tanzen : Anstrengender Weg zum Musical-Star

Die Tanzschule "8counts" bietet einen schweißtreibenden Workshop für singende Tänzer an, die auf die große Bühne wollen.

auch wenn es keiner zugeben will, TV-Sendungen wie "Das Supertalent" sowie Musicals wie "Grease", "Starlight Express" und "Der König der Löwen" entflammen bei einigen Jugendlichen den Wunsch, auf der großen Bühne zu stehen. Jedoch ist es mit einer guten Stimme allein nicht getan. Auch die nötige Fitness ist entscheidend. Janine Ingenpass-Geiger von der Gelderner Tanzschule "8counts" warnt: "Es ist körperlich sehr anstrengend. Ich finde es wichtig, den Teilnehmern die Augen zu öffnen. Es ist hartes Brot, mit Musicals sein Geld zu verdienen." Um den Kindern und Jugendlichen einen besseren Einblick zu geben, bietet sie am 15. und 16. Februar einen Musical-Workshop an. Vorab verrät sie in der RP, was der Workshop beinhaltet.

Was die Teilnehmer erwartet

Neben dem Gesang wird vor allem getanzt. "Das ist wird anstrengend", sagt die Tanzlehrerin, "weil erst einmal die richtige Atmung gelernt werden muss." Musical sei mehr als "Hüpferei" stellt sie klar. Ohne Ehrgeiz geht es nicht. Der Intensiv-Workshop enthält die Elemente Tanz, Gesang und Schauspiel (Interpretation). Am Ende des Wochenendes gibt es eine Vorführung für Freunde und Eltern. Das Material, unter anderem eine Musik-CD, wird gestellt.

Wer mitmachen kann

Willkommen sind blutige Anfänger genauso wie langjährige Tänzer. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche ab acht Jahren. Im Workshop werden die Kinder nach Alter und Voraussetzung eingeteilt. Eine gewisse Musikalität ist von Vorteil und sicher auch Erfahrungen beim Tanzen. Der Spaßfaktor dürfe aber auch nicht unterschätzt werden. "Wer Spaß hat, wird auch an sich arbeiten", ist Ingenpass-Geiger überzeugt. Bei jedem werde auch auf die jeweiligen Stärken geschaut, sei es im Tanz, Gesang oder Schauspiel.

Woher die Idee stammt

Per Facebook hat Ingenpass-Geiger ihre Schüler gefragt, was sie sich noch wünschen. Ein Musical-Workshop stand ganz oben auf der Wunschliste. Vorteil: Die Schüler brauchen nicht nach Köln oder Wuppertal zu fahren, die Trainer kommen nach Geldern.

Wer die Teilnehmer trainiert

Für den Workshop kommen David Goyens-Pick und Ruwen Goyens nach Geldern. Beide arbeiten für "Stagedream" als Coaches. Für das Tanzen ist David zuständig, Gesang übernimmt Ruwen, den Bereich Schauspiel decken beide ab. Zudem ist David Ernährungsberater. Er legt Wert darauf, dass man sich ausgewogen ernährt. "Der Körper ist das Kapital", sagt Janine Ingenpass-Geiger. "Und wenn man später als Musicalsänger und -tänzer arbeiten möchte, muss man sehr auf sich achten. Sie selber ist Vegetarierin, verzichtet auf Alkohol und Zigaretten. Das Wort "Abnehmen" wird man aus ihrem Mund nicht hören. Sie wehrt sich vehement gegen den Diätwahn. Auch Schokolade muss bei einer gesunden Ernährung erlaubt sein.

Wie man Musicaldarsteller wird Der Workshop ist ein Einstieg in die Welt des Musical-Trainings. Die Teilnehmer erhalten nach Abschluss ein Zertifikat. Zudem ist ein Jahreskurs in Geldern geplant. Entscheiden sich Teilnehmer eine Musicalausbildung zu ihrem Beruf zu machen, empfiehlt die Tanzlehrerin "dennoch erst das Abitur zu machen". Sie selbst hatte zunächst eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert, bevor sie das Tanzen zu ihrem Hauptberuf machte. Frauen haben es in der Musical-Branche übrigens schwerer als Männer, da es einen Frauenüberschuss gibt. Neben Talent und der nötigen Fitness sollte genügend Ehrgeiz vorhanden sein, um es in der Branche Fuß zu fassen. "Es geht alles — mit der nötigen Leidenschaft", sagt Ingenpass-Geiger.

(bimo)
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