Annabell Seeger ist ein selbstbewusste Kämpferin im Boxring

Boxsport: Deutsche Meisterschaften : Eine selbstbewusste Kämpferin im Boxring

Annabell Seeger fährt am 9. März erstmals zu den Deutschen Meisterschaften im Muay Thai.

Interesse am Kampfsport hatte Annabell Seeger schon immer, doch wegen mangelnder Angebote in Kerken blieb ihr Traumsport lange ein Wunschdenken. „Dann bin ich mit 14 Jahren mit meinem Vater ins Fitnessstudio gegangen und dort habe ich ein Plakat von der Gelderner Akademie für Asiatische Kampfkunst, dem Chang Lom Gym gesehen“, erinnert sich die frischgebackene Westdeutsche Vize-Meisterin im Muay Thai.

Nach einer überstandenen Knieoperation konnte die heute 17-Jährige endlich aktiv werden und meldete sich bei Trainer Achim Wagener in Geldern, der ihr „zum reinkommen“ zunächst seine Frauen-Thaibox-Gruppe empfahl. Nach gerade einmal einem halben Jahr wagte Annabell den nächsten Schritt zu ihrem großen Ziel und wechselte zum allgemeinen Muay-Thai-Training. „Ich habe dann gemeinsam mit anderen Sportlern für den Ring trainiert.“ Nach nicht einmal einem Jahr bei den „Drachen“ des Chang Lom Gym meldete Trainer Wagener die Kampfsportlerin kurzfristig zu den Westdeutschen Meisterschaften in Kirchheimbolanden an. Die selbstsicheren Nieukerkenerin legte ein erstaunliches Debüt hin: Sie ging im Januar als westdeutsche Vize-Meisterin aus dem Turnier hervor und qualifizierte sich damit automatisch für die Deutschen Muay Thai Meisterschaften in Rockenhausen am 9. März.

Bedenken oder gar Angst vor dem ersten Kampf hatte Annabell Seeger nicht. „Ich sehe den besonderen Reiz des Rings darin, mich messen und einschätzen zu können, wo ich selbst stehe.“ Derzeit läuft das Training für die Deutschen Meisterschaften auf Hochtouren. Für die 17-jährige Schülerin der Liebfrauenschule bedeutet das neben drei Trainingseinheiten pro Woche auch regelmäßige Einheiten im Fitnessstudio sowie Lauftraining. Seegers Umfeld hat eine durchaus geteilte Meinung zu ihrem Hobby. „Einerseits sind allem eine Freunde stolz auf mich und unterstützen mich“, sagt sie. „Es gibt aber auch Menschen um mich herum, die diesen Sport für sich persönlich kategorisch ausschließen.“

Für die Zukunft hat die Nachwuchs-Kämpferin schon konkrete Pläne. Dieses Jahr stehen neben den Deutschen Meisterschaften noch weitere Kämpfe auf dem Plan. Langfristig wäre auch eine Trainerlizenz ein großer Traum, das Arbeiten und Trainieren mit Menschen gefällt ihr gut. Nicht überraschend ist deshalb auch ihr Plan, Physiotherapeutin zu werden.

Annabell Seeger repräsentiert in ihrem jungen Alter selbstbewusst das gesamte Chang Lom Gym im Ring. Mit ihrem Einsatz will sie auch mit einem klassischen Klischee im Kampfsport aufräumen. „Kampfsport ist kein Männersport. Frauen können das mindestens genauso gut!“