1. NRW
  2. Städte
  3. Geldern
  4. Sport Geldern und Kevelaer

Lokalsport: Alles okay - über und unter Wasser

Lokalsport : Alles okay - über und unter Wasser

Am Eyller See wird auch getaucht. Am Wochenende testeten vier Mädchen aus Geldern, ob der Unterwassersport etwas für sie ist. Jana-Marie Venmans kann bereits auf 160 Tauchgänge zurückblicken.

Zuerst kommen die vier Mädchen ganz schön ins Schwitzen. Dabei steht ihnen der eigentliche Sport noch bevor. Karoline Barth, Marie Tersteegen, Finja von Ameln und ihre Schwester Lea haben sich am Wochenende am Eyller See getroffen, um sich die Unterwasserwelt einmal genauer anzusehen. Bevor es aber in die Tiefe geht, müssen erst die Taucheranzüge angezogen werden. Als die Pressluftflaschen und der Bleigurt angelegt sind, kommentiert das eines der Mädchen mit Worten, die hier nicht zitierfähig sind. Das Gefühl kennt Jana-Marie Venmans gut. Die 15-Jährige hilft ihren Mitschülern beim Anziehen der sehr engen Anzüge. Sie kann sich noch gut an ihr erstes Mal unter Wasser erinnern. Herzklopfen hat sie gehabt, und Angst.

Angst vor den Fischen. Das hat sich mittlerweile geändert. Begeistert erzählt sie von ihrem Urlaub in Ägypten, als ein zwei Meter langer Leopardenhai an ihr vorbeischwamm. Die 15-Jährige hat mittlerweile 160 Tauchgänge in ihrem Logbuch stehen. Das ist eine Art Tagebuch, in dem jeder Tauchgang dokumentiert wird. Darin steht, wo und wann sie getaucht hat, aber auch, mit wie viel Blei und welchem Anzug.

  • Eckernförde : Tauchgang
  • Trainer Thomas Floeth schwört die Straelener
    Handball : Handball-Teams des SV Straelen vor hohen Hürden
  • Rinderns Trainer Christian Roeskens darf mit
    Die Highlights auf den Plätzen : Diese Fußball-Spiele sollten Sie am Wochenende im Blick haben

Der Nassanzug macht seinem Namen alle Ehre, das Wasser geht durch. Beim Halb-Trockenanzug gelangt nur das Wasser von der Oberfläche an den Körper. Beim richtigen Trockenanzug kann Jana-Marie sogar eine Plüschjacke drunterziehen. Das ist praktisch bei längeren Tauchgängen in der kühleren Gewässern. Ihre Mitschülerinnen steigen mit einem Nassanzug in den Eyller See. Vorher werden Fragen geklärt, ob die Haare besser offen bleiben oder nicht, und sich darüber gewundert, wie anders man aussieht, wenn eine Taucherbrille auf der Nase sitzt. "Wir sind keine Modeshow hier, alles ist gut", beruhigt Tauchlehrer Thomas Rexing die Mädels.

Mädchenkram, könnte man denken. Obwohl, wenn es darauf ankommt, im Wasser ist das weibliche Geschlecht den Männern überlegen. "Mädchen sind die besseren Taucher", stellt Clemens Venmans klar. Und das sagt er nicht nur, weil seine Tochter Jana-Marie diesem Hobby nachgeht. Das hat zum einen mit der besseren körperlichen Konstitution zu tun. Endlich einmal kommt es den Frauen zu Gute, dass sie weniger Muskelmasse haben. So kommen sie im Wasser mit weniger Sauerstoff aus. (Muskeln müssen mit Sauerstoff versorgt werden.) Das andere ist die Psyche. Bei Jungs ist die anfängliche Begeisterung fürs Tauchen "oft ein Aufbäumen, um zu zeigen, dass sie keine Angst haben", weiß Tauchlehrer Venmans aus der Praxis. Mädchen gingen wesentlich verbissener an die Sache ran. "Ich sehe diesen Ehrgeiz ja an Jana-Marie", sagt Venmans.

Seine Tochter hat mit 15 Jahren bereits alle Tauchscheine zusammen, die sie in ihrem Alter machen kann. Jetzt muss sie warten, bis sie 18 Jahre alt ist, um weitermachen zu können. Die Zeit bis dahin wird durch regelmäßige Tauchgänge verkürzt. Einmal in der Woche versuchen Vater und Tochter tauchen zu gehen. "Das ist wichtig, wegen der Routine", erklärt der Tauchlehrer. Und was das Thema Kälte angeht, da stehen die Mädchen den Jungs in nichts nach. Gefroren hat keiner der Mädchen beim Tauchen im Eyller See. Zu bedenken ist, dass Tauchen kein preiswertes Hobby ist. Kurse und Ausrüstung kosten Geld. Auch wenn es Möglichkeiten gibt, zu sparen, Jana-Marie etwa einen gebrauchten Anzug nimmt, "denn ich wachse ja noch", sagt die 15-Jährige.

In den Sommerferien wartet auf die Jana-Marie ein echter Glücksfall. Sie darf vier Wochen lang ein Praktikum bei einer Tauchbasis auf Malta machen. Und auch beruflich kann sie sich gut vorstellen, etwas mit Tauchen zu machen. Denkbar wäre etwa Helmtaucherin. "Unter Wasser Sachen schweißen", erklärt Jana-Marie. Während sie noch erzählt, kommen Karoline und Finja aus dem Wasser. Triefnass, aber mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Die Frage, ob es ihnen gefallen hat, erübrigt sich damit. Nur das Atmen durch das Mundstück sei am Anfang schon gewöhnungsbedürftig gewesen, geben sie zu. Dafür bekamen sie einen unvergesslichen Einblick in die Unterwasserwelt des Eyller Sees.

(bimo)