Handball: "Abenteuer Regionalliga" beginnt mit klebrigen und leeren Händen

Handball : "Abenteuer Regionalliga" beginnt mit klebrigen und leeren Händen

Handball-Regionalliga der Frauen: SV Straelen - Neusser HV 20:28 (9:15). Gastgeberinnen leisten sich gestern Abend ein Fehlerfestival in eigener Halle.

Wird in heimischer Halle mit Harz gespielt oder nicht? Der Verein und vor allem die Stadt Straelen ließen den Handballerinnen gestern die Wahl. Sie entschieden sich für den Klebstoff an Ball und Fingern. Und schaufelten sich damit, zumindest an Spieltag Nummer eins, selbst das Grab.

Gegen offensiv verteidigende Neusser geriet gefühlt jeder dritte Pass ungenau, jeder zehnte landete auf den Füßen der Mitspielerin oder, noch schlimmer, in den Händen des Gegners. Spielfluss? Spielwitz? Von beidem war auf Seiten der Gastgeberinnen nichts zu sehen. Stattdessen gab es jede Menge Unsicherheit, die sich in Halbzeit zwei mehr und mehr in Richtung Hilflosigkeit ausdehnte. Die keineswegs beängstigend gut aufspielenden Gäste nahmen die "Geschenke" dankbar an und fuhren einen ebenso ungefährdeten wie auch in der Höhe verdienten 28:20-Sieg ein.

Bereits in den ersten vier Minuten leisteten sich die Grün-Gelben vier technische Fehler. Und gingen mit ihrer zweiten gelungenen Aktion, Melanie Schumann im Tor sei Dank, trotzdem mit 1:0 in Führung. Bis zum 6:6 gelang es den Straelenerinnen mit viel Kampf und noch mehr Krampf die Partie zumindest vom Ergebnis her offen zu gestalten. Das war es dann aber auch. Angetrieben von der überragenden Matilda Schut setzte sich Neuss in der Folge über 10:6 bis zum Pausenstand von 15:9 ab.

Wer unter den Straelener Zuschauern nach Wiederanpfiff auf Besserung gehofft hatte, wurde enttäuscht. Das grün-gelbe Fehlerfestival ging vielmehr munter weiter. In der 36. Minute traf der NHV zum 19:10, ohne dafür großen Aufwand betreiben zu müssen. Damit war das Spiel bereits gelaufen, zumal ein ernsthaftes Aufbäumen ausblieb. Einzig Linksaußen Anika Sewing machte durchweg einen guten Job, mit Abstrichen wussten Katrin Geelen und Leonie Maes zu überzeugen. Letztere beruhigte das Straelener Spiel in den Schlussminuten auf der ungewohnten Position der Rückraummitte ein wenig. Damit verhinderte sie immerhin eine noch deutlichere Niederlage.

SV Straelen: Schumann, Lennartz, Hinsen - Sewing (11/4), Geelen (4), Heuvels (2), K. Janßen (1), Ripkens (1), Maes (1), Fiedler, Prior, J. Janßen, Raemakers.

(terh)
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