Lokalsport: 5000 Euro für den Sportverein mit Herz

Lokalsport : 5000 Euro für den Sportverein mit Herz

Der Kevelaerer SV wird mit dem Ehrenamtspreis der "Bayer 04-Sportförderung" ausgezeichnet. Der Verein hat das Projekt "Gib jedem Kind die gleiche Chance" ins Leben gerufen und setzt sich für die Aktion "Pro Humanität" ein.

Engagement zahlt sich aus. Und zwar so richtig. Am 29. November dürfen einige Mitglieder des Kevelaerer SV ihre Tasche packen und zur Siegesfeier in die Leverkusener "BayArena" fahren. Die Fußballabteilung des KSV darf sich über 5000 Euro freuen.

Mit der stolzen Summe honoriert die "Bayer 04-Sportförderung" das Vereinsprojekt "Gib jedem Kind die gleiche Chance". Die Grundidee dahinter: Kinder aus weniger gut betuchten Familien dürfen nicht benachteiligt werden. Der soziale Status soll auf dem Fußballplatz keine Rolle spielen. Bei einer Tauschbörse für gebrauchte Fußball-Ausrüstung hatte Ralf Hermens von der Fußabteilung des KSV beobachtet, dass die Not in einigen Fällen groß ist. "Danach haben wir unsere Jugendtrainer gebeten, darauf zu achten, wer mit Straßen- oder kaputten Sportschuhen zum Training kommt, weil er sich keine neuen Fußballschuhe leisten kann", erklärt Hermens. In solchen Fällen steht der Kevelaerer SV den betroffenen Kindern und Jugendlichen zur Seite. "Wir besorgen schlicht und ergreifend was notwendig ist und gehen dabei unbürokratisch und diskret vor", versichert der Initiator der Aktion.

Gute Ausrüstung lässt Kinder nicht nur besser spielen, sondern gibt auch emotional Auftrieb. Denn wer hat schon gern kaputte Schuhe an den Füßen und möchte sich abfällige Bemerkungen anhören ? 25 Kindern hat der Verein bereits zu einer neuen Ausrüstung verholfen. Acht Nachwuchskickern wurde außerdem mit Unterstützung der Peter-Claßen-Stiftung die Teilnahme an einem Fußballcamp ermöglicht. Der Namensgeber war beim Kevelaerer SV viele Jahre als Schülerobmann im Einsatz und richtete schon zu Lebzeiten eine Stiftung ein, deren Erlös für die Jugendarbeit bestimmt ist. Im Fokus stehen auch sozial benachteiligte Jugendliche.

Ralf Hermens hatte der "Bayer 04-Sportförderung" das Kevelaerer Projekt ausführlich vorgestellt. Der KSV setzte sich mit zwei weiteren Gewinnern gegen 67 Vereine durch, die sich ebenfalls beworben hatten. Sehr glücklich zeigte sich auch Vorsitzender Christian Schick, als die gute Nachricht in Kevelaer eintraf. Ein Auszug aus dem Urteil der Leverkusener Jury: "Der am Niederrhein beheimatete Verein hat es sich getreu dem Vereinsmotto ,Lieber Kinder auf dem Sportplatz als auf der Straße!' zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendlichen nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Trotz aller Herausforderungen und Schwierigkeiten in der eigenen Region ist es dem Kevelaerer SV darüber hinaus ein Anliegen, internationale Unterstützung zu leisten und mit der ,Aktion pro Humanität' Entwicklungsarbeit in Afrika zu leisten."

Hintergrund: Der Verein engagiert sich auch für das Hilfsprojekt von Dr. Elke Kleuren-Schryvers. "Wir haben gebrauchte, aber keinesfalls verschlissene Trainingsanzüge an Dr. Elke Kleuren-Schryvers übergeben", erzählt Hermens und deutet auf Fotos, die im Clubheim hängen. Sie zeigen Jugendliche in Benin, die sichtlich stolz in echten Fußballtrikots spielen. Außerdem sind jeweils zehn Cent aus dem Getränkeverkauf im Vereinsheim für die Afrika-Hilfe bestimmt.

Die 5000 Euro aus Leverkusen werden sinnvoll angelegt. Das Geld ist für die Peter-Claßen-Stiftung, das Hilfsprojekt in Afrika und die Aus- und Weiterbildung der Kevelaerer Jugendtrainer bestimmt. Schließlich ist der Förderpreis für "nachhaltige Entwicklung" bestimmt, damit sich auch in Zukunft Kinder und Jugendliche beim Kevelaerer SV gut aufgehoben fühlen.

(bimo)