Sportschießen: 2018 soll das Jahr der "Tiger" werden

Sportschießen: 2018 soll das Jahr der "Tiger" werden

Die Schieß-Sport-Gemeinschaft (SSG) Kevelaer steht vor großen Ereignissen. Während die erste Luftgewehr-Mannschaft gute Chancen auf das Finale um die Deutsche Meisterschaft hat, plant die Reserve die Rückkehr in die Zweite Liga.

Luftgewehr-Rheinlandliga: SSG Kevelaer II - TuS Hilgert II 5:0, SSG Kevelaer II - SV Niedererbach 3:2. Die Schieß-Sport-Gemeinschaft (SSG) Kevelaer sollte in ihrer Chronik schon mal einige Seiten für 2018 reservieren. Denn die Schützinnen und Schützen haben in den vergangenen Wochen und Monaten so oft und gekonnt ins Schwarze getroffen, dass sich jetzt ein unvergleichliches Erfolgsjahr abzeichnet. Die Bundesliga-Auswahl kämpft am 13. und 14. Januar in der heimischen Hüls vor laufenden Kameras um den Einzug ins Finalturnier um die Deutsche Meisterschaft - die Chancen des aktuellen Tabellenvierten der Luftgewehr-Bundesliga Nord stehen ganz ausgezeichnet.

Und auch die von Hans-Josef Dohmen trainierte "Zweite" sorgt für Furore. Die Reserve der "Tiger" aus der Marienstadt ist für die Konkurrenz in der Rheinlandliga offenbar zu stark. Das Team machte jetzt in Aachen die Saisonsiege Nummer vier und fünf perfekt und thront mit 10:0-Punkten unangefochten an der Tabellenspitze. Das Tor zur Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga steht sperrangelweit offen - und auch dort zählen die Kevelaerer in der aktuellen Form zum engsten Favoritenkreis.

Im mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen mit dem zuvor ebenfalls noch ungeschlagenen Verfolger TuS Hilgert II hatten die "Tiger" zunächst das nötige Glück auf ihrer Seite. Franka Janshen erzielte für ihre Verhältnisse schwache 386 Ringe - ihr Gegner Justin Giesbrecht kam nach 40 Schüssen auf die gleiche Punktzahl. Nach jeweils drei Stechschüssen stand immer noch kein Sieger fest, weil sich die beiden Duellanten auf einmal keine Blöße mehr gaben. Jetzt musste laut Regelwerk die Zehntelwertung herhalten, um die Entscheidung herbeizuführen. Endergebnis: 10,3:10,2 für die junge Kevelaererin. Anschließend entwickelte sich das Match zu einer glatten Angelegenheit für den Tabellenführer. Anna Janshen gewann ihre Begegnung mit starken 397:388-Ringen gegen Natalie Kexel. Die Punkte drei und vier holten die Niederländerin Manon Smeets (392) und Birgit Lohmann (390). Zum Abschluss bekam es Alison Bollen mit einem echten Bundesliga-Trainer zu tun. Sie ließ Carsten Hees, der im Oberhaus den TuS Hilgert I betreut, mit einem 393:378 keine Chance und sorgte für den 5:0-Endstand.

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Unter einem schlechten Stern stand zunächst das Match gegen den Abstiegskandidaten SV Niedererbach aus dem Westerwald. Manon Smeets musste wegen starker Kopfschmerzen vorzeitig aus Aachen abreisen - Ersatzschütze Markus Bauer verlor seinen Wettkampf mit 376:379-Ringen gegen Jens Baumgärtner. Und zu allem Überfluss merkte Birgit Lohmann bereits nach wenigen Treffern, dass etwas mit ihrem Sportgerät nicht stimmen konnte, da ungewöhnlich viele Schüsse das Ziel verfehlten. Nach einer kurzen Beratungspause mit Trainer Hans-Josef Dohmen setzte die Kevelaererin den Wettkampf fort und erzielte immerhin noch 370 Ringe. Ihr Gegner Gottfried Pethke hatte leichtes Spiel und holte mit 382 Ringen den zweiten Punkt für den Außenseiter.

Doch die folgenden drei Schützinnen des Tabellenführers zeigten sich unbeeindruckt und wehrten sich erfolgreich gegen die drohende Niederlage. Franka Janshen eröffnete mit einem 392:384 gegen Markus Conrad die Aufholjagd. Alison Bollen ließ Gegner Kevin Rompf mit 390:381-Ringen ebenfalls weit hinter sich. Und selbstverständlich war auch auf die Kevelaerer Nummer eins Verlass. Nach ihrem Rendezvous mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier brachte die 16-jährige Anna Janshen satte 399 Ringe auf die Scheibe und den Kevelaerer 3:2-Erfolg unter Dach und Fach.

Bevor Ende Februar die Relegation zur Zweiten Liga stattfindet, trifft die SSG Kevelaer II am Sonntag, 7. Januar, am letzten Rheinlandliga-Spieltag noch auf die Abstiegskandidaten SSV Tüschenbroich und Post SV Düsseldorf.

(RP)