17. LLG-Marathon mit zwei beeindruckenden Streckenrekorden

LLG-Marathon: Top-Läufer pulverisieren Rekordmarken

Der Schotte Nikki Johnstone hat zum zweiten Mal in Folge den Kevelaer-Marathon gewonnen. Seine Partnerin Dioni Gorla überquerte als schnellste Frau die Ziellinie. Fast 600 Läufer starteten beim Wettbewerb der LLG Kevelaer.

Als Dioni Gorla am Sonntagmorgen mit einem gar nicht so guten Gefühl in der Magengegend aufgewacht ist, konnte sie sich noch nicht vorstellen, dass sie wenige Stunden später die Glückwünsche für den Sieg beim 17. Kevelaer-Marathon entgegennehmen würde. Bauchschmerzen plagten die 21-jährige Läuferin, „viel zu spät“ sei sie dann erst aufgestanden, jedoch von dem festen Willen getrieben, nach Twisteden zu fahren und es auf jeden Fall zu probieren.

Keine so schlechte Entscheidung: An der Startlinie in Twisteden angelangt, hatten sich die morgendlichen Beschwerden der talentierten Langläuferin erledigt. Gorla zog der Konkurrenz davon und überquerte nach 2:53:20 Stunden als erste Teilnehmerin die Ziellinie. Nicht nur das – sie brach auch den Streckenrekord der Frauen aus dem Jahr 2016. Seinerzeit benötigte Eva Offermann 2:57:59 Stunden. „Dass es so gut läuft, hätte ich nicht erwartet“, gestand die Athletin vom LAZ Puma Rhein-Sieg, nachdem sie im Ziel die Glückwünsche des Veranstalters entgegen genommen hatte.

Gebrochen wurde am Sonntag auch der erst ein Jahr zurückliegende Streckenrekord der Männer: Nikki Johnstone (LAZ Puma Rhein-Sieg), Partner der schnellsten Teilnehmerin, hatte seine bis dahin in Twisteden ungeschlagene Zeit von 2:31:53 nochmal merklich verbessern können. Als erster Teilnehmer in der 17-jährigen Geschichte des Kevelaer-Marathons blieb er unter der 2:30-Marke, sicherte sich mit 2:24:18 souverän den Gesamtsieg.

Die Läufer wurden auf der Strecke sehr gut versorgt. Um dem Hungerast vorzubeugen, gab es kleine Bananenstücke und verschiedene Getränke – gesüßter und ungesüßter Tee, Wasser und Cola. Einige Teilnehmer hatten ihre eigenen Getränkemischungen an den Verpflegungsständen hinterlegt. Foto: Thomas Binn (binn)

„Er ist ein Phänomen“, stellte Moderator Laurenz Thissen begeistert fest. Wie seine Partnerin konnte sich Johnstone zudem über eine neue persönliche Bestzeit freuen: „Unterwegs habe ich mich gut gefühlt – ich dachte mir schon, dass der Streckenrekord vielleicht fallen könnte. Aber diese Zeit hätte ich mir nicht erträumt“, so der Gesamtsieger, der sich damit in das gehobene Marathonsegment einreihen darf.

Rekordverdächtig ist bei der 17. Auflage des Kevelaer-Marathons auch die Teilnehmerzahl gewesen: 377 Einzelstarter und 39 Staffeln mit gut 200 Aktiven zählte Angelika Mölders, Vorsitzende des Veranstalters LLG Laufsport Kevelaer. Neben neuen Gesichtern wie Dioni Gorla fanden sich auch zahlreiche „Wiederholungstäter“ im Feld.

Nikki Johnstone auf dem Weg zu einem neuen Streckenrekord. Bereits nach der ersten Runde hatte er gegenüber der Konkurrenz einen großen Vorsprung herausgelaufen. Foto: Thomas Binn (binn)

Birgit Schönherr-Hölscher (PV Triathlon Witten) gehört dazu, die vor zwei Jahren den Sieg bei den Damen errang und diesmal mit 3:11:11 Stunden Zweite in der Frauen-Konkurrenz wurde. Die ehemalige Europameisterin im Ultralanglauf über 100 Kilometer schwärmte nach ihrem erfolgreichen Zieleinlauf vom Kevelaerer Wettbewerb: „Die Veranstaltung ist so ein Genuss, dass ich nicht mal mit Uhr gelaufen bin“, so die 50-Jährige – statt strengen Timings habe sie während des Laufes viele nette Gespräche mit anderen Teilnehmern genossen. „Der Marathon in Kevelaer ist schon etwas Besonderes“, so die Zweitplatzierte der Damen und gleichzeitig Siegerin der W50-Klasse.

Mit glücklichem Gesichtsausdruck passierte auch der Niederländer Ralph Steegh (ATV Venray) die Ziellinie des Kevelaer-Marathons. Er kam nach Gesamtsieger Nikki Johnstone als Zweiter ins Ziel, wie bereits im vergangenen Jahr. „Es lief sehr gut, ich konnte meine Zeit aus dem Jahr 2018 um rund zwei Minuten verbessern“, freute sich Steegh (2:46:38). Er kennt die Asphaltrunde, die die Teilnehmer vor dem Zieleinlauf sieben Mal absolvieren mussten, bestens, führt sie doch an seinem Wohnhaus vorbei.

Bevor sich Ralph Steegh aber zum achten Mal an diesem Sonntag auf den Heimweg machte, nahm er noch an der Siegerehrung teil, die wieder in einem großen beheizten Zelt auf dem DJK-Gelände stattfand: Twistedens Ortsvorsteher Josef Kobsch, LLG-Vorsitzende Angelika Mölders und Moderator Laurenz Thissen ehrten die Sieger. „Die werden hier alle ein Jahr älter und zwei drei Minuten schneller“, stellte Thissen angesichts vieler persönlicher Bestzeiten fest. Sollte dies auch für die nächste Auflage des Kevelaer-Marathons gelten, darf man 2020 auf die nächsten Rekordleistungen in der Twistedener Heide hoffen.

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