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13 Teams aus dem Kreis Kleve prägen Geschehen in der Fußball-Bezirksliga

Fußball : Von Titelkandidaten und Sorgenkindern

Insgesamt 13 Mannschaften aus dem Kreis Kleve sind in der siebthöchsten Spielklasse am Ball. Für Spannung ist speziell in der Gruppe fünf gesorgt. Zeit für eine erste Zwischenbilanz.

  Gerade einmal sechs Spieltage sind in den Bezirksligen des Fußball-Verbandes Niederrhein absolviert. Und schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Krimi-Liebhaber unter den Fußballfreunden in der siebthöchsten Spielklasse voll auf ihre Kosten kommen. Das beste Beispiel liefert die Gruppe fünf, in der gleich neun Mannschaften aus dem Kreis Kleve mitmischen. Dort trennen den 1. FC Kleve II, der momentan die Reihe der drei Abstiegsplätze anführt, und den aktuellen Spitzenreiter Viktoria Goch gerade einmal vier Punkte – das nennt man dann wohl Spannung pur. Ein Überblick über das Geschehen in den drei Gruppen mit Kreis Klever Beteiligung:

Gruppe 4: An der Römerstraße ist es ein offenes Geheimnis, dass Präsident Hermann Tecklenburg die Kluft zwischen der Regionalliga-Auswahl des SV Straelen und der Reserve verringern möchte. Trainer Dirk Otten soll die Mannschaft über kurz oder lang in die Landesliga führen, um den Unterbau zu stärken. Das Schlüsselwort lautet U 23-Auswahl. In der Tat stellt der SV Straelen II mit einem Altersdurchschnitt von knapp 22 Jahren die jüngste Mannschaft in der so genannten Mönchengladbacher Gruppe. Und dort fühlen sich die Grün-Gelben offenbar pudelwohl. Die Otten-Schützlinge haben die ersten fünf Spiele ungeschlagen überstanden und belegen aktuell mit elf Punkten Platz vier. Ganz nebenbei hat der SV Strae­len II einen echten Torjäger in seinen Reihen. Der Nigerianer Peter Okafor hat bereits sieben Treffer erzielt und ist damit erfolgreichster Angreifer der Liga.

Gruppe 5: Trainer Daniel Beine möchte zwar von einer Favoritenrolle seiner Mannschaft nichts wissen. Aber Viktoria Goch steht bereits nach fünf Spielen dort, wo viele Experten den Traditionsverein auch am Saisonende erwarten: auf Platz eins. Großen Anteil am gelungenen Saisonstart hat ein Torjäger, der in den vergangenen Jahren zu den Leistungsträgern des 1. FC Kleve zählte. Levon Kürkciyan war in seinen bislang vier Einsätzen bereits sechs Mal erfolgreich. Außerdem soll ein großes Torwarttalent seinen Teil zur erfolgreichen Zukunft beitragen: Der 19-jährige Reeser Benedikt Schmitz dürfte in seiner Zeit bei Fortuna Düsseldorf viel gelernt haben.

Die DJK Twisteden ist bislang die große Überraschung der Liga. Am vergangenen Sonntag kassierte die Mannschaft um Trainer Stefan Dösselmann in Uedem in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 1:1-Endstand und verpasste somit den Sprung an die Tabellenspitze nur um wenige Sekunden. Was für ein Unterschied zur Vor-Saison, als die Mannschaft in der praktisch gleichen personellen Besetzung die ersten fünf Spiele verlor und sich davon so schnell nicht mehr erholen sollte. Diesmal spricht einiges dafür, dass die Elf aus Kevelaer die Abstiegsregion dauerhaft auf Distanz halten kann.

Ähnlich überraschend fällt die Startbilanz des Aufsteigers Uedemer SV aus, der momentan zum Kreis der sechs Top-Teams zählt, die jeweils zehn Punkte auf ihrem Konto haben. Dreh- und Angelpunkt des Neulings ist der gerade einmal 22-jährige Spielmacher und Kapitän Maik Hemmers. In der Saison 2016/17 war der junge Mann bereits am damaligen Aufstieg des SV Straelen in die Oberliga beteiligt und stand vor einer viel versprechenden sportlichen Zukunft. Der Techniker mit Torriecher entschied sich allerdings dafür, sich lieber auf sein berufliches Fortkommen zu konzentrieren – sehr zur Freude des USV.

Die Sportfreunde Broekhuysen machen da weiter, wo sie in der vergangenen Saison aufgehört haben: im oberen Tabellendrittel mit Blickrichtung nach ganz oben. Ins Auge fällt das Torverhältnis zum Saisonstart. Die Mannschaft hat bislang erst vier Gegentreffer kassiert – das ist der Topwert der Liga. Auf der anderen Seite durften allerdings auch erst fünf eigene Tore bejubelt werden. Alles in allem spricht einiges dafür, dass die Mannschaft um Trainer Sebastian Clarke erneut eine glänzende Rolle spielt.

Der TSV Weeze musste sich zuletzt einmal kräftig schütteln. Die Blau-Gelben, die zuvor drei Spiele in Folge gewonnen hatten, erwischten bei Borussia Veen einen rabenschwarzen Tag und mussten mit einer 0:5-Pleite im Gepäck die Heimreise antreten. Dennoch hat die Mannschaft um Trainer Marcel Zalewski bereits hinlänglich gezeigt, dass sie auch im zweiten Jahr nach dem Aufstieg vor einer sorgenfreien Saison stehen dürfte.

Der Saisonstart des FC Aldekerk ging mit drei Niederlagen am Stück gründlich in die Hose. Erst mit einem 3:0 beim aktuellen Schlusslicht SV Budberg nahm die Mannschaft um Spielertrainer Marc Kersjes wieder Fahrt auf. Spätestens mit dem 4:2 gegen den VfL Repelen hat das Team am vergangenen Sonntag den Aufwärtstrend untermauert. Das ist allerdings auch dringend nötig: Denn im Vergleich zum Leistungsniveau der vergangenen Saison hat der FCA noch ein gehöriges Maß Luft nach oben.

Der Überflieger der abgelaufenen Saison im Kreisliga-Oberhaus setzte gleich einmal auch eine Etage höher eine Duftmarke. Der SV Rindern ließ mit Erfolgen in Schwafheim (3:0) und gegen Borussia Veen (2:0) sofort aufhorchen. Seitdem ist der Spielfluss zwar etwas ins Stocken geraten. Dennoch sollte sich die Mannschaft, die gezielt verstärkt worden ist, nicht mit dem Thema Abstiegskampf beschäftigen müssen. Der Neuling ist immer für eine Überraschung gut – vielleicht auch am Sonntag im mit Spannung erwarteten Nachbarschaftsduell mit Viktoria Goch.

Nach fünf Spielen steht der 1. FC Kleve II auf einem Abstiegsplatz. Nichts Neues für die Reserve vom Bresserberg, die seit einer gefühlten Ewigkeit zum Bezirksliga-Inventar gehört. Wenn am Ende abgerechnet wird, befindet sich der zweite Anzug der Rot-Blauen immer in sicheren Gefilden. Das wird garantiert auch diesmal nicht anders sein.

Der SV Walbeck war in den vergangen Jahren immer wieder in den Abstiegskampf verwickelt. Dieser Trend setzt sich fort. Nach dem 3:2 im ersten Spiel gegen Schlusslicht SV Budberg hagelte es ausnahmslos Niederlagen. Besserung ist nicht in Sicht, das gibt die Personallage am Bergsteg einfach nicht her. Wenig spricht dafür, dass die Walbecker erneut mit einem blauen Auge davonkommen.

Gruppe 6: Die gute Arbeit, die seit vielen Jahren im Lindendorf geleistet wird, hat sich ausgezahlt. Der SV Haldern ist mittlerweile in Sachen Fußball die unumstrittene Nummer eins in Rees. Der Aufsteiger hat die ersten fünf Spiele überzeugen können und ungeschlagen überstanden. Aktuell beklagt Trainer Christian Böing ein Luxusproblem, weil seine Mannschaft für seinen Geschmack noch etwas torgefährlicher sein könnte.

Der Glanz der vergangenen Jahre ist längst verblichen. Der SV Vrasselt, älteren Fußballfreunden noch als „Cosmos“ bekannt, weil es im Stadion Dreikönige einst gutes Geld zu verdienen gab, steht auf einem Abstiegsplatz. Der sportliche Abwärtstrend deutet sich schon seit längerer Zeit an. Nicht auszuschließen, dass sich die Blau-Weißen aus dem Emmericher Süden diesmal ins Kreisliga-Oberhaus verabschieden müssen.

Fortuna Millingen war in der abgebrochenen Saison relativ unverhofft zum Aufstieg gekommen. Der Neuling ist mit fünf Niederlagen gestartet und direkt unsanft auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Wahrscheinlich ist die Bezirksliga für die Mannschaft um Trainer-Urgestein Rolf Sent eine Nummer zu groß.