Fußball: 1. FC Kleve reist als Titelverteidiger an

Fußball : 1. FC Kleve reist als Titelverteidiger an

Die 26. Auflage der Hallenfußball-Kreismeisterschaften in Geldern, die am Wochenende in Geldern ausgetragen werden, sind sportlich gesehen der erste Höhepunkt im neuen Jahr. Hochklassige Duelle sind vorprogrammiert.

Am Wochenende werden ein Oberligist, vier Landesligisten und drei Bezirksligateams um den Titel kämpfen.

Vorrundengruppe A

1. FC Kleve II (Bezirksliga). Detlev Remmers, Trainer der Klever Reserve, bleibt auf dem Boden, wenn er sagt, dass die Favoritenrolle verteilt sei. "Die beiden Landesligisten Goch und Straelen müssten schon allein aus Prestige-Gründen bärenstark einzuschätzen sein", sagt er. "Unser Ziel ist es, verletzungsfrei zu bleiben und uns gut zu verkaufen. Wir wollen versuchen, das ein oder andere Team zu ärgern", kündigt Remmers an. Mit der momentanen Form seiner Jungs ist der Trainer aber noch nicht zufrieden, obwohl die Klever bereits dreimal in der Soccerhalle trainiert haben. "Das alles ist noch sehr stiefmütterlich. Die Jungs müssen lernen, dass es sich bei Hallenfußball um ein schnelles Umschaltspiel handelt. Sie müssen schneller auf Konter umschalten."

Viktoria Goch (Landesliga). Die Viktoria möchte die günstige Vorrundenauslosung nutzen und strebt zumindest das Halbfinale an. "In erster Linie sollen die Jungs Spaß haben. Aber unsere Zielsetzung ist schon am zweiten Tag im oberen Paarkreuz mitzumischen. Was dann weiter drin ist, muss man mal sehen", erklärt Viktoria-Co-Trainer Andreas Bergmann, der den im Urlaub weilenden Chefcoach Manfred Tebeck vertreten wird. "Ich denke wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern am Start und auch eine Reihe guter Hallenfußballer dabei", sagt Bergmann. Das Hauptanliegen der Gocher liegt allerdings abseits des sportlichen Erfolgs. Nach der schwierigen Landesliga-Hinrunde will Bergmann seine Schützlinge verletzungsfrei durch die Turniere bekommen. SV Straelen (Landesliga). Beim Mitternachtsturnier vergangenen Samstag vor heimischem Publikum musste sich das Team von Trainer Sandro Scuderi noch mit dem zweiten Platz begnügen, hat aber gleichzeitig die Ambitionen unterstrichen, im Hallenfußball ein Wörtchen mitreden zu können. Ähnlich sieht es Scuderi, der den SV Hö./Nie. und den Vorjahressieger 1. FC Kleve als Favoriten sieht. "Direkt darunter ist alles breit verteilt und wir gehören dazu", sagt er und will mit seinem Team "die gewisse Portion Ernsthaftigkeit" an den Tag legen. "Das Turnier ist für uns eine schöne Abwechslung zum Tagesgeschäft. Wir gehen mit Bock an die Sache und wollen die Pille schön laufen lassen."

Grün-Weiß Vernum (Bezirksliga). Die Erwartungen der Grün-Weißen halten sich in Grenzen. Das Bezirksliga-Schlusslicht hat sich dennoch vorgenommen, "eine gute Rolle zu spielen", wie Coach Udo Brinkmann ankündigt. "Wir werden die ganze Sache locker angehen. Wir sind dabei — damit haben wir schon etwas erreicht", sagt der Trainer und übt sich angesichts der krassen Außenseiterrolle in Ironie: "Die Favoritenrolle können wir auch gerne mal abgeben." Speziell trainiert haben die Vernumer nicht, lediglich eine Einheit in der Soccerhalle wird das Team vorher noch einlegen. Wer am Wochenende genau auflaufen wird, sei noch unklar.

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Vorrundengruppe B

SV Hönnepel-Niedermörmter (Oberliga). Nicht mit der Oberliga-Mannschaft, sondern mit einer von Markus Nickel gecoachten U23-Truppe wird der SV Hö./Nie. aufkreuzen. Hö./Nie-Chefcoach Mewes begründet diese Maßnahme mit der großen Beanspruchung während der bisherigen Saison: "Die Jungs brauchen Pause und müssen regenerieren." Die einzige Ausnahme ist Darius Strode, der in der Oberliga aber kaum zum Einsatz gekommen ist. Doch auch mit dem Nachwuchsteam will man in Geldern eine gute Platzierung erreichen, hofft Mewes, der in der Halle anwesend sein wird, aber keinen Einfluss auf das Geschehen nehmen wird. Im vergangenen Jahr gelangte Hö./Nie. in Geldern ins Finale, verlor dieses aber gegen den 1. FC Kleve.

TSV Wachtendonk/Wankum (Landesliga). Der TSV hat in der Landesliga momentan zu kämpfen, beim Straelener Hallenturnier voriges Wochenende erkämpfte er sich aber den dritten Platz. In der Vorrunde konnte das Goldau-Team den Gruppensieg feiern, musste sich im Halbfinale dann aber klar gegen den SV Straelen mit 0:3 geschlagen geben. Für TSV-Trainer Frank Goldau stand der Spaß am Hallenfußball im Vordergrund. Den werden seine Jungs auch sicher jetzt wieder haben, nur dass mit Oberligist SV Hö./Nie., dem Landesliga-Zweiten 1. FC Kleve und dem Bezirksliga-Spitzenreiter Broekhuysen drei besonders schwere Gegner warten.

1. FC Kleve (Landesliga). Abseits des Meisterschaftsgeschehens rückt beim 1. FC Kleve der Assistent von Cheftrainer Thomas von Kuczkowski in die erste Reihe. Das hat eine gute Tradition, seit die beiden bei den Rot-Blauen die Zügel in der Hand halten. Und erfolgreich ist das Wechselspiel zudem noch. So erfolgreich, dass Co-Trainer Dieter Oldenburg in Vereinskreisen bereits als "Titel-Dieter" durchgeht. Der Name kommt nicht von ungefähr. Mit Oldenburg auf der Kommandobrücke wurden die Klever Stadtmeisterschaften gewonnen, und der Kreistitel im vergangenen Jahr auch. Selbstbewusst blickte Oldenburg dann auch nach dem Gewinn des Stadttitels nach vorne und sagte: "Wir fahren nach Geldern, um zu gewinnen." Und wenn man sich des spielerischen Potenzials des Teams vergewissert, dürfte sich Oldenburg noch nicht einmal zu weit aus dem Fenster gelehnt haben.

Sportfreunde Broekhuysen (Bezirksliga). Nach dem Gewinn des Straelener Mitternachtsturniers haben die Sportfreunde erneut gezeigt, dass sie die Mannschaft der Stunde sind. Aber der Trainer warnt vor zu hohen Erwartungen: "Wir sind in einer sehr schweren Gruppe und deshalb auch nur Außenseiter", sagt Kersjes, der aber nicht glaubt, dass die in dieser Saison so ungewohnte Rolle Auswirkungen auf seine Jungs haben könnte. "Als Außenseiter hat man es immer einfacher, weil die Erwartungen geringer sind." Deshalb laute die Devise fürs Wochenende auch, "unbefangen ans Werk zu gehen und gut organisiert zu spielen", fordert der SFB-Coach, der, wenn alles normal verläuft, wie beim Mitternachtsturnier auf der Bank Platz nehmen wird und der jüngeren Generation den Vortritt lässt.

(RP)
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