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SPD Kreis Kleve sagt „Tschüss Barbara“ und ehrt Barbara Hendricks

Geburtstags- und Dankesparty für Barbara Hendricks : Die SPD sagt „Tschüss Barbara“

Am Tag ihres 70. Geburtstags würdigten die Sozialdemokraten im lockeren Rahmen das Wirken von Barbara Hendricks im Kreis Kleve und in der Bundespolitik. Viele Weggefährten dankten für die gemeinsamen Erfahrungen.

Was mag Barbara Hendricks aus dem Katjes-Sortiment am liebsten? „Mit „Salzige Heringe“ lag die Mehrheit des Publikums im Konzert- und Bühnenhaus richtig. Wobei die Politikerin, zu deren Ehren an ihrem 70. Geburtstag der SPD-Unterbezirk den Abend als Dank für „27 erfolgreiche Jahre“ ausrichtete, einräumte, eigentlich eher der Schokoladen-Typ zu sein. Trotzdem freute sie sich sehr über das Geschenk von Katjes-Chef Tobias Bachmüller, der für sie eine Sonderedition der berühmten „Katjes-Kinder“ hatte anfertigen lassen. In rot – denn eine schwarze Katze wäre doch nicht passend gewesen.

„Tschüss Barbara“ war der Abend überschrieben und es war ein gelungener, lockerer Rückblick auf das Wirken von Barbara Hendricks im Kreis Kleve und in Berlin. Thorsten Rupp und Norbert Killewald, ihre Nachfolger im UB-Vorsitz, und Lena Kamps-Engeln führten durch die Talkrunden und zeigten Fotos und Filme, in denen auch mit Augenzwinkern auf die politische Karriere der früheren Bundesministerin zurückgeschaut wurde. Weihbischof Rolf Lohmann beschrieb die wichtigsten Eigenschaften von Babara Hendricks genauso wie vieler der weiteren Gäste. Sie ist unkompliziert, stellt sich nicht in den Mittelpunkt, trifft Entscheidungen und ist verlässlich. Das schätzen auch ihre Mitarbeiter an ihr, auch wenn sie offensichtlich dazu neigte, gern Tipps für den Fortlauf ihrer Karrieren oder private Beziehungsentscheidungen zu geben. Sehr spürbar war, dass Barbara Hendricks eine geschätzte Chefin war – und von allen auch als Freundin empfunden wird.

 „Danke“ sagten im Konzert- und Bühnenhaus in Kevelaer viele Weggefährten von Barbara Hendricks.
„Danke“ sagten im Konzert- und Bühnenhaus in Kevelaer viele Weggefährten von Barbara Hendricks. Foto: Dirk Möwius
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„Früher war mehr Leben in der SPD“ sagte Barbara Hendricks rückblickend auf die langen Jahre und meinte damit nicht das unterschiedliche Temperament des heutigen Bundeskanzlers im Vergleich zu Oscar Lafontaine oder Herbert Wehner. Sie sprach von der Geschäftsstelle in Kleve, in der man sich vor der digitalen Entwicklung viel häufiger traf, auch wenn jemand nur eine Einladung zum Drucken brachte. Heute geht vieles nur noch über E-Mail oder maximal per Telefon. Gerne erinnerte sie sich auch an einen ihrer ersten Wahlkämpfe, in dem sie tatsächlich durch den ganzen Kreis gelaufen ist. „Es ist zwar immer jemand dabei, aber niemand außer mit hat den kompletten Weg gemacht“, erinnerte sie sich. Und sie weiß: „Die Strecke von Uedem bis Issum ist schon sehr, sehr lang.“ Eine Geschichte, bei der Stefan Rouenhoff schmunzeln musste. Der CDU-Bundestagsabgeordnete berichte, dass er die gleiche Idee hatte, das Projekt aber letztlich aus Zeitgründen scheiterte.

Bevor es zum gemütlichen Teil ins Foyer mit Musik von Tr‘endless Vibes aus Geldern ging, sang der Saal mit Barbara Hendricks noch eines ihrer Lieblingslieder: „Land of Hope and Glory“ aus Pomp and Circumstance von Edward Elgar. Im Foyer hatte sie sich zu Beginn des Abends ins Goldene Buch der Stadt Kevelaer eingetragen. Bürgermeister Dominik Pichler hatte erst kurz zuvor entdeckt, dass sie schon drinsteht. Aber auch sie hatte sich daran nicht mehr erinnert – was bei einem so langen bewegten Politikerleben auch verständlich ist.