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Gelderland: Spargel: Walbeck kündigt Landgard auf

Gelderland : Spargel: Walbeck kündigt Landgard auf

Die Spargelbaugenossenschaft hat eine eigene Unternehmergesellschaft zur Vermarktung des Edelgemüses gegründet. Neuer Geschäftsführer fordert Liefertreue ein. Aldi und Edeka als Abnehmer. Markenschutz für "Walbecker Spargel".

Dass die Spargelbaugenossenschaft Walbeck in der Vergangenheit schon mal unzufrieden mit der Vermarktung durch Landgard war, ist länger bekannt. Doch jetzt hat Vorsitzender Franz Allofs alle 46 Mitgliedsbetriebe, die grob gesagt Flächen zwischen Weeze-Hülm, der Landesgrenze und bis hinter Straelen bearbeiten, als Anlieferer bei dem hiesigen Großvermarkter abgemeldet. Das wurde auf der Versammlung der organisierten Spargelbauern in Walbeck bekannt. Wie verbittert die Erzeugergemeinschaft ist, lässt sich anhand folgender Aussage von Allofs mehr als nur erahnen: "Es geht keine einzige Stange Walbecker Spargel mehr an Landgard!"

Hintergrund ist die Tatsache, dass der XXL-Vermarkter mit Sitz in Herongen und Lüllingen im vergangenen Jahr das Premium-Produkt aus dem Gelderner Ortsteil als "Niederrhein-Spargel" vermarktet hat. Ein Umstand, der den durchaus stolzen Erzeugern des Walbecker Edelgemüses überhaupt nicht geschmeckt hat. Daher kommt es nicht von ungefähr, dass die Genossenschaft sich nun den Begriff "Walbecker Spargel" nach acht Jahren Anlaufzeit hat schützen lassen — als eines von nur elf Lebensmitteln in NRW. Die Bedeutung dieses Markenschutzes betonte Stephan Kisters, einer der Köpfe der Erzeugergemeinschaft, auf der Versammlung in Walbeck: "Der Markenschutz des Walbecker Spargels bietet eine einmalige Chance für die Themenvorherschaft in der Region."

Um sich von anderen, kleineren Erzeugern, die allein im Kreis Kleve beispielsweise in Goch-Asperden und Emmerich-Elten sitzen, weiter abzugrenzen, haben die Walbecker nun sogar eine Werbeagentur eingeschaltet, die ein neues Logo, eine neue Homepage, mehrere Image-Filme und diverses Info-Material entwickelt hat. Damit soll auch der Handel versorgt werden. Und da arbeiten die Walbecker Genossen in der neuen Saison mit den ganz großen Ketten zusammen: Nach Aldi-Süd, an die im vergangenen Jahr erstmals geschälter Spargel geliefert wurde, wird nun auch Aldi-Nord sowie Edeka Edelgemüse von Allofs, Kisters & Co beziehen.

Um die Vermarktung und Bereitstellung des Spargels zu gewährleisten, wird nun eine neue Unternehmergesellschaft die wirtschaftlichen Belange der Premium-Marke "Walbecker Spargel" an Stelle von Landgard übernehmen. Geschäftsführer dieser 100-prozentigen Tochter der Spargelbaugenossenschaft ist Stephan Kisters. Er appellierte auf der Versammlung auch gleich an die Liefertreue der Kollegen. Sie sollten das neue Konzept der Selbstvermarktung mitragen statt punktuell einem höheren Preis tageweise hinterherzulaufen. Organisatorisch arbeitet die Genossenschaft ab sofort mit dem Erzeugergroßmarkt Niederrhein (EGN) zusammen, die mal aus dem Weezer Kartoffelhof Weyers hervorgegangen ist. Das Unternehmen hat in Geldern schon eine Anlieferstelle eingerichtet.

(RP)