Allianz für Spargel im Kreis Kleve Spargelbauern rechnen mit guter Qualität

Walbeck/Kreis Kleve · Der viele Regen ist für Spargelbauern Fluch und Segen zugleich. Die geernteten Stangen sind dicker als in vergangenen Dürrejahren, Nässe auf den Feldern ist aber ein Problem. Die Kreis-Wirtschaftsförderung will bei der Vermarktung helfen.

Eine Allianz für den Spargel: Prinzessin Ronja I. und Spargelgrenadier Heinz-Josef Heyer machen zusammen mit Landwirten und Vertretern von Kreis-WFG und Stadt Geldern Werbung für das edle Gemüse.

Eine Allianz für den Spargel: Prinzessin Ronja I. und Spargelgrenadier Heinz-Josef Heyer machen zusammen mit Landwirten und Vertretern von Kreis-WFG und Stadt Geldern Werbung für das edle Gemüse.

Foto: Norbert Prümen

Dass der Spargel ein echter Wirtschaftsfaktor ist, muss man in Walbeck niemanden erzählen. Vor knapp 100 Jahren leitete die Ankunft des edlen Gemüses dort den Aufstieg des einst kargen Heidedorfes ein. Und auch heute ist der Spargel das Aushängeschild, von dem Landwirte, Gastronomen und der ganze Ort profitieren. Deshalb gibt es in Walbeck eine Spargelgenossenschaft und deshalb wird in Walbeck seit dem Jahr 2000 eine Spargelprinzessin gekürt, die dem „weißen Gold“ bei vielen Terminen im Jahr zusätzliche Aufmerksamkeit beschert.

Da ist es doch passend, dass sich in Walbeck nun Spargelbauern, Vertreter der Kreis-Wirtschaftsförderung und der Stadt Geldern trafen. Sie alle wollen zusammen daran arbeiten, dass der hiesige Spargel noch bekannter wird. Denn nicht nur in Walbeck wird im Kreis Kleve erfolgreich Spargel angebaut, sondern vielerorts von Wachtendonk im Süden bis hoch nach Emmerich-Elten im Norden. Mit rund 310 Hektar stellt der Kreis Kleve ein Fünftel der Spargel-Anbaufläche des Rheinlands. „Wir wollen das Produkt auf Kreisebene voranbringen“, sagt Brigitte Jansen, Geschäftsführerin der Kreis-Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Der Spargel solle das sommerliche Pendant zum Grünkohl als Wintergemüse werden, für den die Kreis-WFG seit langem bereits die Werbetrommel rührt. Das habe sogar touristische Auswirkungen. „Der Spargel ist ein Grund, warum Leute in den Kreis Kleve kommen“, sagt Jansen.

Die Spargelbauern sprachen über die Herausforderungen der aktuellen Saison. „Wir haben mit der Nässe extrem zu kämpfen“, berichtet Dirk Janßen, Spargelbauer aus Walbeck, der Gastgeber der Runde. So habe man die Folie statt im Februar erst im März auf die Felder bringen können. Doch er sieht auch das Positive am vielen Niederschlag seit dem vergangenen Sommer. „Letztes Jahr waren die Stangen extrem dünn, dieses Jahr ist das von der Qualität her ganz anders, viel dicker“, sagt Janßen. Ob auf den Feldern, auf denen teils jetzt noch das Wasser stehe, ein Schaden entstanden sei, werde man erst noch sehen. Diesbezüglich gibt sich Winfried Derksen, Spargelbauer aus Elten, optimistischer. „Bei guten Sandböden wird es eher so sein, dass der Spargel nach den Dürrejahren nun wieder Wurzelmasse aufgenommen hat“, meint er.

Einen anderen Aspekt spricht sein Kollege Christian Spitz aus Wachtendonk an: „Wir setzen ausschließlich auf Direktvermarktung und hatten in den vergangenen Jahren Schwierigkeiten, Personal für den Verkauf zu finden. Das hat sich gebessert.“ Generell sei derzeit am Wochenanfang im Verkauf tote Hose, zum Wochenende werde es besser. „Im April ist es meistens noch ruhiger und bei Regen ist nie viel los“, gibt der Straelener Klemens Brimmers zu bedenken. Die Landwirte hoffen darauf, dass die Spargelsaison mit bald besserem Wetter erst so richtig beginnen wird.

Die anstehende Hochphase der Saison bedeutet auch für die Spargelprinzessin Ronja Geldermann immer mehr Termine. „Ich ziehe dann meine Jeans und meinen Hoodie vom Morgen aus und springe in das Kleid. Das ist schon so ein Kleine-Mädchen-Traum, einmal so im Mittelpunkt zu stehen“, sagt die 23-Jährige, die als Erzieherin im Walbecker St.-Lucia-Kindergarten arbeitet und ein Jahr lang ehrenamtlich Werbung für den Spargel macht. Mehr Erfahrung hat da Spargelgrenadier Heinz-Josef Heyer, der schon seit 18 Jahren an der Seite der jeweiligen Prinzessin die Aufgabe als Markenbotschafter ausübt. „Ich freue mich immer zu sehen, wie die Prinzessinnen über das Jahr wachsen und immer selbstbewusster auch vor vielen Menschen sprechen lernen“, sagt Heyer, für den das absolute Highlight in jedem Jahr der Festumzug der Spargelprinzessin ist. Der findet im Rahmen des Spargel- und Handwerkermarktes in Walbeck am Sonntag, 5. Mai, statt und zieht traditionell viele Zuschauer ins Spargeldorf. Ein Beispiel für gelungenes und etabliertes Marketing für den Spargel, das nun zusammen mit der Kreis-WFG noch ausgebaut werden soll.

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