Issum: Socken im Sommer

Issum: Socken im Sommer

Das ganze Jahr ist der Handarbeitskreis der evangelischen Kirchengemeinde Issum fleißig. Ein Porträt über die Gruppe sozial engagierter Issumer.

Die Freude und Überraschung waren groß, als die Frauen des Handarbeitskreises der evangelischen Kirchengemeinde Issum den Josef-Diebels-Bürgerpreis verliehen bekamen. Neben der Urkunde gab es noch 350 Euro.

Vorschläge einholen

"Davon gehen wir erstmal Kaffee trinken", sind sich die Damen einig. Immerhin spendeten sie den gesamten Erlös des Verkaufs auf dem Ostermarkt, 800 Euro, und einen Teil vom Weihnachtsmarkterlös, 600 Euro. Wer das Geld bekommt, entscheiden die unternehmungslustigen Handarbeiterinnen nach dem Einholen von Vorschlägen. Das kann ein Kindergarten oder auch die Diakonie sein.

In den mittlerweile 31 Jahren des Handarbeitskreises profitierten viele Einrichtungen und Einzelpersonen von der Geberlaune der Frauen. Das wurde mit dem Issumer Bürgerpreis gewürdigt. Seit der ersten Stunde sind auch Hilde Nemitz und Grete Härter dabei. Einmal im Monat trifft man sich mit rund 15 Frauen. "Da wird Kaffee getrunken und erzählt" , sagt Ursula Hoever. Die Damen präsentieren ihre fertigen Arbeiten und besprechen neue Projekte. Neues Material, Wolle, Stoffe und Gran werden geordert. Die Handarbeiten entstehen hauptsächlich zu Hause. "Da kann man sich besser konzentrieren", findet Hoever. Obwohl die 66-Jährige auch beim Lesen und Fernsehen gucken ihre Stricknadeln in die Hand nimmt. Nach getaner Hausarbeit geht es für die 83-jährige Grete Härter ans Handarbeiten. "Ich kann echt nicht sagen, wie viele Decken ich gestickt habe." Besonderen Spaß mache die Arbeit, wenn man weiß, dass der Beschenkte sich auch freut.

"Bei neuer, schöner Wolle juckt es in den Fingern", nennt Hoever das Suchtpotential bei der Handarbeit. Ihre besondere Liebschaft ist das Hardanger, eine besondere Sticktechnik. "Da muss man so viel zählen, das ist sehr schön", begründet sie ihre Vorliebe.Langeweile komme da keine auf. Es sei ganz wichtig, dass jeder das mache, was seiner Neigung entspricht, findet Nemitz. "Woran man Interesse hat, das klappt auch", ist die 78-Jährige überzeugt.

Mit Elan stürzen die Frauen sich in die Arbeit für ihren Verkauf in St. Bernadin im Herbst. Selbstverständlich werden sie auch wieder auf dem Issumer Weihnachtsmarkt vertreten sein. Bereits jetzt stricken die Frauen an warmen Schals und Mützen. Der Renner seien warme Wollsocken. "Strümpfchen mit einem Geldschein drin sind eine beliebte Geschenkidee zur Geburt", weiß Nemitz. Aber auch kleine Dekorationen finden reißenden Absatz. Zu Ostern waren das kleine gehäkelte Hasenköpfe als Anhänger für den Osterstrauch. Für Materialspenden sind die Handarbeiterinnen dankbar. Zur Zeit wird eifrig beratschlagt, was man aus einer geschenkten Rolle Leinen alles Schönes machen kann.

(RP)