Tierheim Geldern gibt Tipps: So überstehen Hund und Katze die Hitze

Tierheim Geldern gibt Tipps : So überstehen Hund und Katze die Hitze

Seit Wochen halten sich die Temperaturen auf über 30 Grad Celsius – darunter leiden auch die Tiere. Mit einigen Tricks kann man ihnen das Leben bei der Hitze ein wenig erleichtern.

Für „Blue“ ist es ein guter Tag: Die Hundedame spielt mit ihrem zukünftigen Besitzer Souhail Sakli im Garten des Gelderner Tierheims. Sie wetzt auf der Wiese dem Ball hinterher, er bespritzt sie mit Wasser – und sorgt ein wenig für Abkühlung. Für die Tiere sei die Hitze eine Tortur, sagt Britta Franz, die das Tierheim stellvertretend leitet. „Ob Vogel, Hund, Hamster oder Pferd, alle leiden gleich“, sagt Franz.

Hundebesitzer sollten das Gassigehen deshalb auf den frühen Morgen oder den späten Abend verschieben. „Wer selbst einmal mit nackten Füßen über heißen Asphalt gelaufen ist, weiß warum“, sagt die Tierheimleiterin. Ansonsten könnte man den Haustieren mit nassen Tüchern oder Kühldecken etwas Erleichterung verschaffen. Die Kühlmatten sind mit einem Gel gefüllt, das bei Berührung erkaltet. Auch ein rasierter Bauch hilft Hunden, sich abzukühlen. Den ganzen Körper zu scheren, sei nicht nötig. Am Kopf, sagt Britta Franz, sei das Fell sogar nützlich und schütze vor der Sonne.

Beim ausreichenden Trinken sind Hunde und Katzen den Menschen einiges voraus. „Tiere sind da viel intuitiver“, sagt Franz. Ist ein Hund aber bereits überhitzt, kann es eine Weile dauern, bis er wieder in der Lage ist zu trinken.

Es kann auch vorkommen, dass die Tiere träge werden, wenig essen oder Durchfall bekommen. Wenn die Hitze einem Hund stark zusetzt, zeigt sich das in einem glasigen Blick, einer tiefroten Zunge und Hecheln mit gestrecktem Hals, heißt es vom Tierschutzbund. Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen und schließlich Bewusstlosigkeit sind Anzeichen für einen Hitzeschlag, der im schlimmsten Fall zum Tod führt. Katzen hingegen laufen unruhig auf und ab, Herzschlag und Körpertemperatur sind erhöht, oder die Tiere liegen hechelnd auf dem Bauch. In beiden Fällen sollten die Besitzer mit ihren Vierbeinern sofort zum Tierarzt.

Wer sein Tier mit auf Reisen nimmt, sollte darauf achten, bei der Autofahrt das Fenster zuzulassen. „Auch wenn Hunde gerne die Nase ins den Fahrtwind halten: Sie sind sehr empfindlich und können sich eine Bindehautentzündung holen“, sagt Franz. Und was natürlich immer gilt: Tiere niemals alleine im Auto lassen.

Auch sonst sollte man Tiere nicht zu ihrem vermeintlichen Glück zwingen. Das heißt: Einen Hund nicht in den See tragen, wenn er nicht schwimmen mag, sondern lieber im Schatten liegen lassen und mit einem nassen Handtuch abkühlen. Und auch das Abspritzen mit dem Gartenschlauch, das Hundedame „Blue“ so mag, bedarf der Vorsicht. Wie beim Menschen kann das kalte Wasser auf den Kreislauf gehen – vor allem bei älteren Tieren. Darum lieber langsam an den Beinen anfangen und nur weitermachen, wenn es dem Tier auch gefällt.

Auch Wildtieren können Menschen bei den hohen Temperaturen helfen, indem sie Schüsseln mit Wasser rausstellen. Vergessen werden dabei aber häufig Insekten, die schnell in den Becken ertrinken. Tipp: Glasmurmeln oder Steine in das Becken legen, auf die sich die Krabbler setzen können.

So können dann auch die kleinsten Tiere die große Hitze überstehen.

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