Gelderland: So lief der Tag ohne Niersexpress

Gelderland : So lief der Tag ohne Niersexpress

Noch bis einschließlich Sonntag fällt der Niersexpress zwischen Geldern und Kleve aus. Stattdessen fahren Busse. RP-Praktikantin Miriam Ludewig machte den Test. Verärgert waren vor allem Autofahrer wegen gesperrter Bahnübergänge.

Den richtigen Bus am Gelderner Bahnhof zu finden, ist am Freitag gar nicht so einfach. Weil der Niersexpress zwischen Kempen und Kleve ausfällt, sind Busse unterwegs. „Schienenersatzverkehr“ lautet das Zauberwort, mit dem die Fahrgäste zum Ziel kommen sollen. Doch wo genau dieser Ersatzverkehr abfährt, das ist in Geldern ein Ratespiel. Auf den Laufbändern wird nichts angezeigt. Wo man genau warten muss, ist offen. Das ist vor allem ein Problem, weil auch noch die planmäßigen Linienbusse den Bereich anfahren.

Genau diese Verwirrung am Bussteig hat  auch in Kleve für Probleme gesorgt, wie Karin Punghorst von der Nordwestbahn berichtet. Auch hier mussten sich die Fahrgäste erst einmal durchfragen, um den Ersatzbus zu finden. Ansonsten habe es keine großen Probleme oder Beschwerden gegeben, berichtet sie. Das bestätigt auch Busfahrer Dietmar Klösters. Es hätte zwar viele Fragen von Fahrgästen zur Situation gegeben, kritische Töne habe es aber nicht gegeben. Alles sei reibungslos gelaufen.

Bei der RP-Testfahrt von Weeze nach Geldern geht ebenfalls alles glatt. Der Bus kommt pünktlich um 9.25 Uhr in Weeze an, den richtigen Wagen zu finden, ist hier kein Problem, weil es nur einen Bussteig gibt. Um 10.02 erreicht der Bus den Bahnhof Geldern. Statt üblicherweise 17 Minuten, dauerte die Fahrt diesmal 20 Minuten länger. Das sorgt für Verspätungen, am Berufskolleg etwa seien eine Reihe von Schülern zu spät zum Unterricht gekommen, heißt es. Die Einschränkungen für den Berufsverkehr hielten sich aber in Grenzen, auch weil extra die Zeit mit dem Brückentag gewählt wurde, wo mancher dann nicht zur Arbeit musste.

Die Fahrgäste nehmen das in  Kauf, wie sie sagen.  Es habe keine Probleme gegeben, auch die Fahrzeiten seien eingehalten worden, heißt es. Am Bahnhof in Geldern kritisiert ein Mann lediglich „unkoordinierte Zugzeiten“. Dass der Anschluss an die Züge am Freitagmorgen nicht funktioniert, liegt an einem Unfall auf der Strecke zwischen Krefeld und Kempen. Von 7.45 bis 11 Uhr fährt auch hier kein Zug. So sorgt der Ersatzbusverkehr für die kuriose Situation, dass die Fahrgäste immerhin noch zwischen Geldern und Kleve pendeln können. Ohne Busse hätte sonst auch hier der Verkehr lahm gelegen.

Auch mancher, der gar nicht mit dem Zug fahren wollte, spürte die Auswirkung der Arbeiten auf den Gleisen. Eine Reihe von Bahnübergängen war gesperrt. Mitarbeiter mit Flatterband sperrten die Übergänge zwischenzeitlich ab. Auch die Ersatzbusse mussten dadurch immer mal wieder länger warten.

Trost für alle, die auf den Niersexpress angewiesen sind: Nach Auskunft der Deutschen Bahn sollen die Arbeiten im Plan liegen, so Karin Punghorst von der Nordwestbahn. Am Montag sollen die Züge dann wieder planmäßig zwischen Geldern und Kleve fahren.

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