Geldern: So kommt das Glasfaserkabel ins Haus

Geldern: So kommt das Glasfaserkabel ins Haus

Es wird ernst mit dem Turbo-Internet. In Sevelen sind viele Häuser angeschlossen, in Issum oder Wachtendonk geht es los. Dann folgt Kerken. So läuft der Anschluss genau ab.

Das Unternehmen Deutsche Glasfaser hat in einer Großaktion große Teile des Niederrheins für einen möglichen Glasfaser-Ausbau ins Visier genommen. Doch von der ersten Abfrage bis zum endgültigen Ausbau kann viel Zeit ins Land gehen. Jetzt werden immer mehr Bereiche angeschlossen. Wenn es ganz direkt vor der Haustür losgeht, haben die Bürger eine ganze Reihe von praktischen Fragen. Die RP beantwortet die wichtigsten.

2: Das Loch in der Wand wird mit einer Kappe gesichert. Foto: Latzel

Wann wird genau die Leitung in mein Haus gelegt? Das hängt immer von der jeweiligen Region ab und davon, wie weit das Verfahren dort ist. Von der Vertragsunterschrift bis zum Turbo-Internet kann auch schon mal mehr als ein Jahr ins Land gehen. Wenn die Leitungen in der Straße verlegt werden, ist das nicht zu übersehen. Sind die Arbeiter abgerückt, kann es wieder etwas dauern. Dann gibt es einen Brief von Deutsche Glasfaser mit einem Vorschlag für den konkreten Anschlusstermin.

3: So kommt das Rohr innen aus der Wand. Foto: Latzel

Was muss ich für diesen Tag vorbereiten? Auf jeden Fall sollten Sie den Router zur Hand haben. Entweder den alten, der weiter genutzt werden kann, oder den Router der Deutschen Glasfaser, der beim Vertragsabschluss mit bestellt wurde. Der wird vorher zugeschickt. Sollte der vor dem Anschlusstermin noch nicht da sein: sofort bei Deutsche Glasfaser melden. Im Haus selbst sollte die Wand, durch die das Kabel ins Gebäude kommt, frei zugänglich sein. In der Regel sind solche Details bereits bei einem Vorbesuch abgeklärt worden. Teilweise hieß es, die Hausbesitzer müssten selbst ein Loch vor dem Haus für den Anschluss graben. Das ist allerdings nicht nötig. Denn die Glasfaser-Leute graben selbst.

4: Das Übergabe-Gerät wird in der Nähe einer Steckdose montiert. Foto: Latzel

Wie erfolgt der Anschluss ins Haus? Das Verfahren, mit dem Deutsche Glasfaser die Häuser anschließt, macht es unnötig, Grabungsarbeiten im Garten durchzuführen (ggf. muss ein kleines Kopfloch an der Hauswand gegraben werden, um das Kabel dort durch eine Bohrung ins Haus zu führen). Das Kabel wird vom Bürgersteig aus unterirdisch Richtung Haus "geschossen". In der Regel liegen die Kabel bereits seit einigen Tagen in der Nähe der Hauswand. Dort wird einige Zentimer unter dem Boden ein Loch in die Wand gebohrt. Gebohrt wird von innen nach außen. Durch dieses Loch wird ein Lehrrohr gelegt, in das das Kabel kommt. Viele befürchten, es könnte Probleme bei Starkregen oder hohem Grundwasser geben. Deutsche Glasfaser versichert, dass das Loch in der Wand absolut dicht ist. Dafür wird das Rohr mit einem Zweikomponentenkleber ausgespritzt. Zudem kommt eine Plastikkappe zum Abdichten von außen an die Hauswand. Die Garantie auf dieses Kopfloch beträgt laut Telekommunikationsgesetz fünf Jahre.

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Was passiert im Haus? Das hängt davon ab, wo Sie den Übergabepunkt montiert haben wollen. In der Regel wird er im Keller angebracht. Eine Steckdose muss in der Nähe sein, weil das Gerät (Network Termination) einen Stromanschluss braucht. Dieses Gerät wird dann per LAN-Kabel mit dem Router verbunden. Wo dieser steht, wird von Haus zu Haus unterschiedlich sein. Ihn in den Keller zu stellen, ist wenig ratsam, weil dann die drahtlose Verbindung eher schlecht ist. Also ist es eventuell nötig, vom NT ein Kabel durch Wand oder Decke in den Raum mit dem Router zu legen.

Ab wann funktioniert das Internet? Eigentlich gleich wenn die Arbeiter fertig sind. Die Montage dauert etwa 30 Minuten. Laut Deutsche Glasfaser ist es auch so geregelt, dass der bisherige Vertrag vom Unternehmen gekündigt wird. Bis dahin hat man quasi zwei Anschlüsse im Haus und kann diese parallel nutzen. Mehrkosten sollen nicht entstehen.

Muss das Telefon "umgestöpselt" werden? Grundsätzlich nicht. Die Telefonanlage ist weiterhin mit dem vorhandenen oder neuen Router zu verbinden.

(zel)
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