Anwohner protestieren wegen der Verkehrslage im Dorf Weitere Querungshilfe an der B 9 in Rahm soll Raser bremsen

Kerken-Rahm · Nach den Beschwerden der Anwohner suchte Bürgermeister Dirk Möcking das Gespräch mit Straßen.NRW. Die Kreisverwaltung beurteilt die Lage eher zurückhaltend. Weitere Bürger schließen sich dem Protest an.

Wer mitten über die B 9 möchte, kann bisher nur die Linskabbiegerspur als Querungshilfe nutzen - in der Hoffnung, dass kein Autofahrer abbiegen will.

Wer mitten über die B 9 möchte, kann bisher nur die Linskabbiegerspur als Querungshilfe nutzen - in der Hoffnung, dass kein Autofahrer abbiegen will.

Foto: Norbert Prümen

Unterschiedlich reagieren die Behörden auf Kostenpflichtiger Inhalt die Klagen der Anwohner in Rahm über zu viele Raser auf der Bundesstraße 9 mitten im Dorf. Zumindest Bürgermeister Dirk Möcking hat nach seinen Gesprächen Hoffnung auf eine zusätzliche Querungshilfe. Währenddessen schließen sich weitere Anwohner der von Josef von Ulrike Brand auf den Weg gebrachten Beschwerde an und unterschreiben den Protestbrief an Rat und Verwaltung.

In Rahm gilt wie immer in geschlossener Ortschaft Tempo 50, doch aus Sicht der Anwohner halten sich besonders nachts und in den Morgenstunden nur wenige Fahrer daran. Es werde hemmungslos gerast, wenn genug Platz ist. Und in der Hauptverkehrszeit sind so viele Autos auf der Straße, dass man kaum eine Chance hat, die Straße zu überqueren, erst recht nicht, mit Rollator, Kindern oder dem Hund. Angeführt von Josef von Ulrike Brand haben einige Anlieger Schreiben verfasst, um auf die gefährliche Situation aufmerksam zu machen.

Die Kreisverwaltung reagierte auf Anfrage unserer Redaktion eher zurückhaltend: Die Möglichkeit zur Verkehrsberuhigung hänge in jedem Einzelfall von den gegebenen Umständen ab. Die Straßenverkehrsordnung gibt eindeutig vor, wann und wo welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Im Fall Rahm sei im Jahr 2020 umfangreich geprüft worden, ob eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer zum Lärmschutz möglich ist. „Die Entscheidung ist seinerzeit negativ ausgefallen. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Sachlage seit dieser Prüfung geändert hat“, so Pressesprecher Benedikt Giesbers.

Ergänzend habe die Straßenverkehrsbehörde Kreis Kleve auch die Möglichkeit zum Einsatz anderer Maßnahmen (Lichtsignalanlage oder Fußgänger-Bedarfsanlage, Geschwindigkeitsreduktion wegen Gefahrenlage) geprüft. Auch für diese Lösungen seien nach aktuellem Kenntnisstand die Voraussetzungen nicht gegeben. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung oder eine Ampelanlage würden nur bei einer erheblichen Gefahrenlage für Fußgänger oder Radfahrer angeordnet. Nach Rücksprache mit der Kreispolizeibehörde seien seit Januar 2020 keine Verkehrsunfälle in Verbindung mit Radfahrern oder Fußgängern registriert, die die Hülser Straße (B 9) hätten queren wollen. Grundsätzlich sei die Unfalllage im Bereich von Rahm als äußerst unauffällig zu bezeichnen. Für eine Ampelanlage müsste gleichzeitig eine ausreichende Anzahl an Überquerungen auf diesem Streckenteil stattfinden. Auch dies dürfte nicht gegeben sein, so die Kreisverwaltung.

Die Polizei hatte schon gesagt, dass es an der Stelle keine Häufung von Unfällen gibt. Maßnahmen, die für mehr Sicherheit sorgen, würden inhaltlich grundsätzlich immer von der Polizei unterstützt.

Bürgermeister Dirk Möcking hatte, als ihn die ersten Schreiben erreichten, einen Ortstermin in Rahm mit Straßen.NRW vereinbart. Demnach prüfe man nun die Möglichkeiten, dort eine weitere Querungshilfe anzubieten. Möcking: „Dafür kommen nur die Stellen in Frage, an denen ein Bürgersteig in ausreichender Tiefe vorhanden ist oder errichtet werden kann. Sobald ich weitere Informationen habe, melde ich mich wieder. Wir bleiben am Ball!“

Tatsächlich kommen viele Beschwerden über die gefährliche Situation aus einem Bereich, in dem es keinen Bürgersteig gibt. Verlässt man sein Grundstück, steht man direkt auf der Fahrbahn der viel befahrenen Bundesstraße. Die Anwohner in Rahm meinen aber, dass die Gemeinde dort einen Teil der Flächen besitze, so dass es möglich sein könnte, auch auf dieser Seite einen Bürgersteig zu bauen.