Sigrid Akman kümmert sich in Geldern um Integration

Flüchtlingskoordinatorin für Geldern : Sigrid Akman sucht Jobs und Wohnraum

Die 44-Jährige ist die Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Geldern. Wo die Stadt sehr gut dasteht, sind Angebote zum Deutschlernen, stellt sie fest. Viel zu tun gibt es aber bei Arbeits- und Lebensverhältnissen.

Das womöglich dickste As, das Sigrid Akman für ihre Arbeit im Ärmel hat, ist: Arabisch. Die 44-Jährige spricht die Sprache fließend, ihre eigenen Kinder wachsen zweisprachig auf. „Die Sprache öffnet mir die eine oder andere Tür“, sagt sie. „Man wird wirklich anders angenommen.“ Sie erlebt, dass Menschen, die im Behördenkontakt als „schwierig“ gelten, sich plötzlich zugänglich zeigen. „Und wir können dann erklären: Was möchten wir da von dir, und was ist der Vorteil dabei“, beschreibt sie.

Anfang Februar hat Sigrid Akman ihre Stelle als Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Geldern angetreten. Sie hält Kontakt zu Organisationen und Akteuren der Migrationsarbeit, zu Netzwerken, Ehrenamtlern, Arbeitgebern, befasst sich mit konkreten Belangen von Geflüchteten. Zuvor hat die gelernte Wirtschaftsfachwirtin bei einem Bauunternehmen gearbeitet, ehrenamtlich war sie in der Flüchtlingsarbeit tätig.

Nach den ersten Monaten urteilt sie über die Integrationsarbeit in Geldern: „Was schon super läuft, ist der Bereich der Sprache.“ Es gebe ein „sehr breit gefächertes Feld“ an Deutschkursen, „die auch sehr gut angenommen werden“.

Sigrid Akman ist jetzt Gelderns Flüchtlingskoordinatorin. Foto: Zehrfeld, Sina (szf)

Ein Bereich, dem Sigrid Akman sich derzeit besonders intensiv widmet, ist es, Menschen in Arbeit zu bringen. Es gebe Klienten, „die sind an allem interessiert, was irgendwie dienlich ist“, erklärt dazu Sozialamtsleiter Markus Grönheim. Andere aber seien von sich aus weniger motiviert, sich in Arbeit zu stürzen, die kaum eine Karrierechance darstellt, sondern mehr der Integration dienen soll. Zu vermitteln, weshalb das aber sinnvoll sei, „das ist auch ein Job von Frau Akman“. Durch ihre Arabisch-Kenntnisse habe sie „da noch mal einen ganz anderen Zugang“, so Grönheim.

Als allergrößte Baustelle in Geldern betrachtet Akman es aber, Menschen aus den Notunterkünften hinaus und in normale Mietverhältnisse hinein zu vermitteln. „Ich sehe, dass wir schon eine Wohnungsnot in Geldern haben“, stellt Sigrid Akman fest. „Es ist ein großes Problem, eine Wohnung zu finden. Auch und nicht nur für unsere Zugewanderten.“ Generell gibt es die größten Engpässe an „bezahlbarem Wohnraum“ für Alleinstehende, Alleinerziehende und Familien mit mehr als zwei Kindern. Und viele der Geflüchteten kämen nun mal gerade aus diesen Gruppen.

Um Wohnungen zu finden, sucht Akman mit ihren Kollegen im Rathaus derzeit ständig den Kontakt zu Maklern und Vermietern. Man könne helfen, begleiten und Fragen klären, „wenn nötig, auch nach Feierabend“, versichert sie. Um Hemmschwellen zu senken, die es bei Immobilieneigentümern offenkundig gibt, bietet die Stadt an, Mietverträge anstelle der Geflüchteten abzuschließen. Sollte es probleme geben, kann der Vermieter sich dann direkt an die Stadt wenden.

Sigrid Akman ist selbst Geldernerin. Sie hat drei Söhne und eine Tochter im Alter zwischen zwölf und 20 Jahren. Ihr Ehemann hat seine Wurzeln im Libanon, er kam als Kind nach Deutschland. Seit August gehört noch ein Pflegesohn zur Familie: ein 14-Jähriger, der vor über zwei Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen ist.

Generell ist sie für alles rund ums Thema Flüchtlinge und Integration in Geldern ansprechbar, sagt Sigrid Akman. Sie ist im Rathaus erreichbar unter Telefon 02831 398611 und per Mail an sigrid.akman@geldern.de.

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