Wachtendonk: Sie wollen die Burg aufbauen

Wachtendonk: Sie wollen die Burg aufbauen

Wachtendonks Bürgermeister Udo Rosenkranz möchte die mittelalterliche Festung lieber wieder herstellen, statt dauernd Geld für Sanierungen der Ruine auszugeben. Einen Mitstreiter hat er schon.

Rund 110.000 Euro zahlt die Gemeinde Wachtendonk bis 2012 für die Sanierung der Burgruine. Bei einem 30-prozentigen Zuschuss, mit dem die Verwaltung kalkuliert, bleiben rund 80.000 Euro an der Kommune hängen. "Das ist viel Geld", meint Bürgermeister Udo Rosenkranz. Zu viel Geld. Er hält es für lohnender, die Burg wieder aufzubauen, statt immer wieder in die Ruine investieren zu müssen. Zum Beispiel wurde im vergangenen Jahr der Torbogen für etwa 12.500 Euro gesichert, so dass keine Einsturzgefahr mehr besteht und die Zugangssperre aufgehoben werden konnte.

Zustimmung von Passanten

Die Burg wieder aufbauen: Ein Vorbild für solch ein Unternehmen gibt es in Frankreich (siehe Info). Und mit Matthias Indenhock hat der Bürgermeister bereits einen eifrigen Mitstreiter. "Immer, wenn ich an der Burgruine entlang spaziere, ärgere ich mich, wie man so was Schönes so brach liegen lassen kann", erzählt Indenhock. Einige Passanten, die er befragte, hielten den Wiederaufbau des mittelalterlichen Gemäuers für eine prima Idee. Die ist, so viel ist dem Bürgermeister und dem Einwohner klar, nur in einer großen Gemeinschaftsanstrengung zu realisieren. "Das wird Jahrzehnte dauern", betonen sie.

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Einfälle für das Projekt hat Indenhock bereits. Moderne Technik und Sicherheitsbestimmungen sind natürlich das A und O. Doch könnten die Bauarbeiter, schlägt der 75-Jährige vor, in mittelalterlichen Gewändern wie ihre Kollegen von einst schaffen, auch mit Methoden von damals. "Man könnte die original Feldbrandsteine von der Landjugend trocknen lassen", ist nur eine Anregung Indenhocks, der in dem Wiederaufbau auch eine Chance sieht, Alt- und Neubürger zusammen zu bringen. Aus dem Medieninteresse ließe sich seiner Auffassung nach schon während der Bauphase Kapital schlagen. "Ich denke, dass der Tourismus zu dieser Zeit noch größer wäre als danach", stimmt ihm Bürgermeister Rosenkranz zu. Und die fertige Festung ließe sich unter anderem als "Hochzeitsburg" oder für Ritterspiele nutzen.

Bürgermeister Rosenkranz möchte in der Ratssitzung am 25. Juni um politische Unterstützung für den Plan werben. Und nicht zuletzt muss der Denkmalpfleger die Wiederbelebung der seit rund 400 Jahren da liegenden Ruine billigen.

(RP)
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