Geldern: Sie hexen auf der Bühne

Geldern: Sie hexen auf der Bühne

Schüler des Berufskollegs der Liebfrauenschule präsentieren den "Zauberer von Oz" als aufwendig gestaltetes Musical. Das Interesse an den Rollen war so groß, dass eine Vorauswahl nötig war.

Langsam wird es ernst für die Schüler des Theaterprojekts am Berufskolleg der Liebfrauenschule in Geldern. Während eine der Tänzerinnen in die Maske entschwindet, zieht Pia Gerads sich den silbernen Sturzhelm auf. Sie spielt den Blechmann im bekannten Musical "Der Zauberer von Oz".

Künstlerischer Anspruch

Mit ihr werden an zwei Wochenenden im März rund 120 Schüler dafür sorgen, dass das Publikum sich gut unterhalten fühlt. "Wir haben nicht nur einen pädagogischen, sondern auch einen künstlerischen Anspruch", sagt der betreuende Lehrer Guido Niermann. "Wir sind sehr zufrieden, alles gute Leute", zieht er eine erste Bilanz.

Das wundert nicht. Der Andrang für das Projekt war so groß, dass die Schüler ein Auswahlverfahren durchliefen. "Ein Casting, fast wie bei DSDS", erinnert sich eine der Schülerinnen an den aufregenden Tag. Durch das Casting wurden auch Neuerungen im Stück fällig. Die Anwärter für die Hexe waren so gut, dass man sich für zwei entschied: Nicole Watzlawczyk und Eva Stenmans. Auch der Zauberer von Oz wird in einer Doppelbesetzung gespielt von Dunja Himmels und Karolin Roeling. Für die Hauptrolle der Dorothee hat sich Katrin Heilen gegen 14 Schüler durchgesetzt. Ihre Tante Abby spielt Christine Vierboom. Für die aufwändigen Kostüme zeichnet Jana Sadowski-Cavichiolo verantwortlich. "Wir haben alle Kostüme selbst zusammen gestellt und genäht. Das hat viel Zeit in Anspruch genommen", erklärt die Schülerin. Mit viel Liebe zum Detail hat sie dem Blechmann ein glänzendes Röckchen aus CDs geschneidert. Getroffen haben sich die Schüler der Kostümgruppe jeden Freitag nach der achten Unterrichtsstunde. "Überstunden waren nicht selten", sagt Sadowski Cavichiolo.

  • Geldern : Liebfrauenschule Geldern

Trommelnde Erdbewohner

Ohne Schminke würde Kirstin Harmsen als Löwe nur halb so wild aussehen. Die rund 60 zu schminkenden Darsteller werden von Mona Hagmans und Manuela Apitzsch versorgt. Da es dabei auch um Schnelligkeit geht, hat man sich den letzten Schliff von einer Maskenbildnerin, die beim Fernsehen arbeitet, geholt. Eine besondere Maske erhalten auch die "Drum-Gnoms". Als Erdbewohner bekommen sie eine Körperbemalung an Armen und Beinen. Sogar ihre Köpfe werden farblich angepasst.

Auch im Hintergrund wird viel gearbeitet. Gregor Strunk legt an den fahrbaren Stellwänden letzte Hand an. Die Elemente auf Rollen dienen als Bühnenbild. Die wohl größte dramaturgische Veränderung liegt in der Wahl roter Handschuhe anstatt roter Schuhe. Ansonsten wartet das Stück auch mit allerlei musikalischen Überraschungen auf. Rund 15 Musiker runden das Ensemble ab. Aufgefrischt wird das Musical unter anderem durch Rap-Elemente.

(RP)