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Straelen: Sicherheitsdienst für Straelen

Straelen : Sicherheitsdienst für Straelen

Die Stadtverwaltung und die Polizei weisen Vorwürfe der Innenstadtbewohner zurück. Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma sind seit dem vorigen Wochenende im Einsatz. Die Polizei bittet darum, stets über 110 zu alarmieren.

Verständnis für die Ängste der Bewohner in Straelens Innenstadt, zugleich aber Zurückweisung jeglicher Kritik: So reagieren die Behörden auf die Vorwürfe von Bürgern, die sich frustriert über die Zustände innerhalb der Wälle äußern. Von Sachbeschädigung, Ruhestörung und Überfällen ist die Rede (die RP berichtete). "Wir nehmen die Sorgen ernst", sagt der Erste Beigeordnete Hans-Josef Linßen. "Den Vorwurf, die Stadtverwaltung stehe den Anliegen der Innenstadtbewohner gleichgültig gegenüber, weise ich aber zurück."

Nehmen die Sorgen der Bürger in Straelen ernst (v.l.): Hans-Josef Linßen, Erster Beigeordneter der Stadt, Harald Purath, Bauamtsleiter, und Manfred Jakobi, Sprecher der Kreispolizei. Foto: Seybert/Evers

Linßen macht auf die neueste Ordnungsmaßnahme aufmerksam. Die Stadt hat einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt, ähnlich wie vor acht Jahren schon einmal. Das ist der Ersatz für zwei Außendienst-Mitarbeiter des Ordnungsamtes, deren Zeitarbeitsverträge vor 14 Tagen ausliefen. "Die beiden Mitarbeiter der Sicherheitsfirma waren am vergangenen Wochenende schon unterwegs." Linßen versichert, dass deren Kontrollen vor allem an den brisanten und der Stadt bekannten Stellen erfolgen und nicht zu nächtlicher Stunde in Außenbereichen.

Für die Unterbringung von Asylbewerbern und Obdachlosen außerhalb des Stadtkerns sieht der Erste Beigeordnete derzeit keine Alternativen. "Unsere Kapazitäten sind erschöpft", sagt er. Es gebe aber einen Prüfauftrag. Keine Handhabe hat die Stadt nach Auskunft von Bauamtsleiter Harald Purath gegen die Belegung von Häusern mit Saisonarbeitskräften. Ein Vorkaufsrecht der Stadt gelte nur für unbebaute Grundstücke. Und da es sich um Wohnungen und nicht um Beherbergungsbetriebe handle, könne auch der Kreis als Bauaufsichtsbehörde nicht einschreiten. Im Haus Gelderner Straße 13 sei jedes Zimmer mit zwei bis drei Personen belegt.

Die Schilderungen der Bürger will Manfred Jakobi, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Kleve, nicht generell in Abrede stellen. Die genannten Überfälle auf dem Kirchplatz aber seien der Polizei nicht bekannt. Er fordert die Bürger dazu auf, immer sofort die Polizei unter 110 zu alarmieren. "Auch, wenn zum Beispiel nachts in der Nähe Scheiben klirren."

Ein krimineller Brennpunkt ist nach Jakobis Schilderung in der Straelener Innenstadt nicht zu erkennen. Insgesamt wurden in der Blumenstadt im vergangenen Jahr 1467 Straftaten registriert. Die Aufklärungsquote sei mit 55,76 Prozent die zweithöchste im Kreis.

(RP)