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Sevelen: Umsetzung des Ärztehauses statt Klimapark

Alte Idee für ehemaligen Cap-Markt soll umgesetzt werden : Statt Klima-Park rückt ein Ärztehaus für Sevelen näher

Die Issumer Grünen konnten mit ihrer Idee für mehr Nachhaltigkeit im Ortskern nicht punkten. Der Bürgermeister verriet, dass es zwei mögliche Investoren gibt, damit die ursprüngliche Idee vom Ärztehaus umgesetzt wird.

Bevor die Issumer Grünen loslegen und im Haupt- und Finanzausschuss die Werbetrommel für ihr Projekt Klimapark am alten Cap-Markt in Sevelen rühren konnten, erinnerte Bürgermeister Clemens Brüx noch einmal an den ursprünglichen Plan. An der Ecke der Dorfstraße soll ein Ärztehaus entstehen, zumindest soll ein attraktives Angebot geschaffen werden, um die haus­ärztliche Versorgung in Sevelen zu sichern. Es habe ein Gespräch mit einem Investor gegeben, es lägen Planungsunterlagen vor, die einen tragfähigen Vorschlag enthalten. Noch in dieser Woche gibt es laut Brüx Gespräche mit einem weiteren Investor, der ebenfalls ein gesteigertes Interesse habe, dort etwas umzusetzen.

 Andrea Preuß von den Grünen erklärte im Anschluss das Konzept Klimapark, alternativ zum Ärztehaus. „Wir haben uns Gedanken gemacht über die Verdichtung“, sagte die Politikerin. Mit einem dreigeschossigen Gebäude käme ein massiver Baukörper an die Dorfstraße. Schon jetzt gebe es eine Flächenversiegelung von fast 100 Prozent an der Stelle, mit der neuen Bebauung ist mit einer Wärmezunahme zu rechnen, Wasser kann nicht versickern. Eine „grüne Lunge“ an der Stelle würde hingegen die Aufenthaltsqualität steigern. Außerdem gebe es dafür Förderungsmöglichkeiten.

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Gerd Stenmans von der CDU sagte lakonisch, dass er den Antrag der Grünen zunächst für einen Aprilscherz gehalten habe. „Wenn wir nicht an dieser exponierten Stelle ein Ärztehaus bauen, wo denn dann?“, stellte er als Frage in den Raum. Sevelen werde irgendwann zum Schlafdorf, wenn man die Dorfmitte nicht zur Entwicklung nutze, warnte er. Außerdem sei man nicht in Köln, Dortmund oder Frankfurt, was das Thema Versiegelung angehe. Thomas Wittenburg von der FDP drückte es so aus: „Man ist in fünf Minuten von Natur umzingelt, wenn man sich von Sevelens Dorfmitte zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg macht.“ Er schlussfolgert: „Wir müssen nicht auf den 1700 Quadratmetern auch noch Artenvielfalt sichern.“ Rundherum gebe es genug entsiegelte Fläche.

Robert Hein von der WGI sagte, dass er 54 Leute, die im Umkreis des ehemaligen Cap-Marktes wohnen, auf der Straße befragt habe. Er gibt zu, das sei vielleicht nicht repräsentativ, aber habe ein Stimmungsbild gegeben, das eindeutig gegen den Grünen-Vorschlag war. Auch die Sozialdemokraten waren für den Vorschlag der Grünen nicht empfänglich. „Klimaschutz in allen Ehren“, sagte Sascha Kujath. „Aber in dem Fall ist uns die hausärztliche Versorgung wesentlich wichtiger.“ Der Antrag der Grünen für einen Klimapark fand keine mehrheitliche Zustimmung.