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Sevelen: Neuer Treffpunkt am St. Antonius-Haus

Kulturerlebnisse am Niederrhein : Sevelen bekommt eine lauschige Kunst-Ecke

Wolfgang Posten und seine Tochter Sandra haben der Gemeinde zwei Skulpturen der Künstlerin Gwendolyn Liselotte Blume geschenkt. Damit soll Kunst aus dem Ort erfahrbar werden.

Die nackte Schönheit schaut versonnen in Richtung Kiesbett. Es interessiert sie nicht, dass um sie herum zwei Männer Erde schippen. Auch nicht, dass es regnet und im normalen Leben ohne Bekleidung ganz schön kühl wäre. Immerhin ist es erst Anfang März, noch kein guter Zeitpunkt für ein Sonnenbad im Freien. Aber die schöne Dame ist eine Skulptur, genauso wie das Mädchen mit dem Krug ihr gegenüber. Beide bilden den Blickfang eines neuen, lauschigen Plätzchens, das in Sevelen gegenüber des St. Antonius-Hauses entsteht.

Die Figuren dazu haben Wolfgang Posten und seine Tochter Sandra der Gemeinde gespendet. Dabei handelt es sich um Kunst- und Kulturstücke, die in Sevelen entstanden sind. Ihre Erschafferin ist Gwendolyn Liselotte Blume, die im Jahr 2014 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. Im Haus Irdenbrand in Sevelen hatte die Bildhauerin und Künstlerin ihre Werkstatt. Mit der „Liegenden in der Sonne“ gewann sie 1962 als erste Nicht-Italienerin in Triest die Goldmedaille. Schon bald dürfen Spaziergänger ihr Gesellschaft leisten. Mit pinker Farbe ist bereits markiert, wo demnächst Bänke stehen sollen, um in Ruhe die lokale Kunst genießen zu können.

Das Ensemble aus Sträuchern, Blumen und Trockenfluss aus Steinen hat Jesse Jacob entworfen. Er macht seine Ausbildung zum Landschaftsgärtner bei der Gemeinde Issum. Teil der Prüfung ist eine Projektarbeit, zu der auch Pflasterarbeiten und Vegetationstechnik gehören, erklärt Bauhofleiter Markus Weyers. Deswegen gibt es einen „Fluss aus Steinen“, dieser ist Teil des Projekts. In den Trockenbachlauf werden auch noch Gräser gepflanzt. Rundherum befinden sich bienenfreundliche Stauden, erklärt Weyers. Wann der Platz offiziell eingeweiht wird, steht laut Gemeindeverwaltung noch nicht fest. Aber schon jetzt kann man sich vorstellen, wie es einmal aussehen wird, wenn alles grünt und blüht. Die geheimnisvolle Schöne und das Krugmädchen sind auf jeden Fall schon da und bieten eine ruhige Gesellschaft.