Geldern: Sekundarschule: Schelte von GEW, Zustimmung von SPD

Geldern: Sekundarschule: Schelte von GEW, Zustimmung von SPD

Unterschiedliche Reaktionen ruft die Elternbefragung zur Sekundarschule Geldern hervor. Während die SPD Projekt und Schullandschaft auf einem guten Weg sieht, lässt Walter Seefluth von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kein gutes Haar an der Erhebung.

"Die Stadt rechnet unsolide — die Sekundarschule ist gescheitert", schreibt Seefluth über seine Pressemitteilung. Die Eltern in Geldern hätten der Sekundarschule eine klare Absage erteilt. Eine fünfzügige Einrichtung sei nicht nur utopisch, so der Lehrer aus Walbeck weiter. "Schon beim Rücklauf von nur 46,3 Prozent zeigt sich eine Unzufriedenheit über die fehlende Wahlmöglichkeit der Gesamtschule." Wie wenig Zustimmung die Sekundarschule finde, zeigten die absoluten Zahlen: "Damit bekommt die Stadt noch nicht einmal eine Klasse der Sekundarschule voll", so der Pädagoge und Gewerkschafter. "Mit einem Taschenspielertrick, indem diese Zahlen hochgerechnet werden, wird den Eltern Sand in die Augen gestreut", kritisiert er. Womit Seefluth auf die Tatsache anspielt, dass die Stadtverwaltung die Zahlen so hochgerechnet hat, als ob alle Eltern geantwortet hätten. Ein Verfahren übrigens, das laut der Stadt mit der zuständigen Aufsichtsbehörde abgestimmt ist.

Seefluth fordert daher künftig eine Wahlmöglichkeit zwischen allen Schulformen, auch der Gesamtschule, sowie einen "Runden Tisch" mit allen Beteiligten. Außerdem müsse ein Schulkonsens mit Kerken und Issum angestrebt werden. Eine Forderung, die auch HeJo Eicker von der SPD unterstützt. Der Fraktionsvorsitzende der Gelderner Genossen fordert außerdem, dass die Sekundarschule möglichst bald ein "Gesicht" bekommen muss. Gemeint sind Lehrer, die als Repräsentanten der Schule wichtige Ansprechpartner für Eltern und Öffentlichkeit sind. Außerdem sei es notwendig, dass die Stadt ihre Öffentlichkeits- und Informationsarbeit in Sachen neuer Schule fortsetze. Insgesamt bewertet Eicker die Interessensbekundung der Eltern via Fragebogen an der Sekundarschule in Geldern als einen ersten Erfolg. Auch wenn das Votum der Eltern noch nicht gleichzusetzen ist mit einem endgültigen Ja zur neuen Schule, das sich ja erst aus den Anmeldungen ergibt, sieht die SPD Geldern in der Weiterentwicklung seines Schulangebotes jetzt auf einem guten Weg.

(luk)