Karneval in Geldern: Seit 22 Jahren wiehert in Veert das Pferd

Karneval in Geldern: Seit 22 Jahren wiehert in Veert das Pferd

1992 zog der erste Karnevalszug durch den Ort. Daraus entwickelte sich ein Verein: 1996 wurde der VVK gegründet.

Da wo das Pferd wiehert, feiert man nun schon seit 22 Jahren mit viel Freude Karneval. Ganz privat im Wohnzimmer von Johannes Kubon lässt das Dreigestirn der aktuellen Session, Prinz Günter I. (Gatzweiler), Jungfrau Heidi (Heinz-Dieter Mentrop) und der Bauer Gerd (Haberstock), alles alte Recken im Veerter Karneval, diese Zeit Revue passieren.

Die drei sind fast seit Anbeginn dabei. Heinz-Dieter Mentrop ist der Mann der ersten Stunde 1996, dem Gründungsjahr des VVK. Nur Johannes Kubon, der Präsident, hat noch länger die "Narrenkappe" auf. Denn im Jahr 1992 zog durch Veert der erste Karnevalszug. Mit einem Trabbi, der von den starken Sportlern der Alt-Herren-Mannschaft des SV Veert gezogen wurde, sowie drei weiteren Fußgruppen.

Immer dabei: Die Alten Herren des SV hatten die Idee für den ersten Zug. Foto: Seybert Gerhard

Dieser kleine, aber feine Zug hat das ganze Dorf auf die Straße gebracht. Die Stimmung war hervorragend. Das war die Session, in der ein ganzes Dorf vom Karnevals-Virus infiziert wurde. Viele Vereine und Nachbarschaften haben sich in den folgenden Jahren dem bunten Treiben angeschlossen. Der SV Veert ist bis heute in jeder Karnevalssession aktiv dabei.

Der Vorstand des VVK setzte sich übrigens damals wie folgt zusammen: Präsident Johannes Kubon, Vorsitzender Heinz-Dieter Mentrop, Geschäftsführer Heribert Munsters, Kassiererin Ulla Jockweg-Kemkes. Und dazu kamen als 1. Beisitzer Ingrid Wunder, 2. Beisitzer Werner Jockweg und für die Organisation Christoph Kemkes.

Das Steckenpferd: Symbol der Veerter Narren und Ehrenpreis. Foto: sey

Der erste Prinz in der Gründungssession 1995/1996 war Heinz-Dieter I. (Mentrop), die diesjährige Jungfrau "Heidi". Seine Garde bestand aus muskulösen Römern, an die sich auch heute noch viele Veerter erinnern können. Auch der Bauer Gerd (Haberstock) war einmal Prinz. Er führte das närrische Regiment in der Session 1997/1998, gefolgt von Prinz Hans I. (Kubon) im Jahr 1998/1999.

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In jenem Jahr war die Popularität der Büttensitzung so groß geworden, dass der VVK sogar ein Zelt aufbauen musste, um alle Jecken unter ein Dach zu bekommen. Denn ganz egal, ob Biwak, Prinzenproklamation oder Büttensitzung: In Veert ist Karneval eine feste Größe. Eine Besonderheit hatte diese Session (97/98) noch: Hier wurde der einzige "Chefprinzenwagenzugmaschinenführer" ausgezeichnet. Und zwar Heinz Hartjes. Dieser fühlte sich so geehrt, dass er dann im Jahr 2003 die erste Standarte für den VVK stiftete.

Im Laufe der Jahre hat man immer wieder einige, kleine Stellschrauben verändert. Auch die Garden wurden aufgestockt. Mit fünf Garden sind die Veerter heute schon sehr gut aufgestellt, doch die sechste ist bereits in "Lauerstellung". Auch Nachwuchssorgen in puncto "Prinz oder Prinzessin" hat man in Veert nicht. Johannes Kubon, Senator des VVK, ist stolz darauf, dass es bereits bis zur Session 2021/20122 Anmeldungen gibt. In der Geschichte des Veerter Karnevals gab es nur zwei Sessionen, in denen es keinen Prinzen gab.

Das Steckenpferd hingegen gab es in jedem Jahr. Mit dem Steckenpferd werden jedes Jahr einmalig die Unterstützer des Veerter Karnevals ausgezeichnet. Damit gewürdigt wurden unter anderen "Hönne und Snorre" im Jahr 2003. Sie haben die Veerter bei den Büttensitzungen stets mit ihrem Programm erfreut. Aber auch den VVV, den "Verrückten Veerter Vätern" wurde die Ehre des Steckenpferdes im Jahre 2011 zuteil.

Was sich in all den Jahren nicht geändert hat, ist die Verbundenheit zum Asperdener Karnevals-Verein. Dessen Tanzgarde ist immer zu Besuch in Veert, und auch den Gegenbesuch lassen die Veerter nicht aus. Auch im musikalischen Bereich gibt es Unterstützung, die von Anfang an hält - durch den Musikverein "Aurora".

Wer dabei sein will: Der Veerter Zug beginnt heute um 14.11 Uhr.

(sina)