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Straelen: Schulstadt Straelen mit Technik stärken

Straelen : Schulstadt Straelen mit Technik stärken

Seit einem Monat ist das Gymnasium an der Fontanestraße Außenstelle der Initiative "Zukunft durch Innovation". Die Leitung sieht dadurch viele Gewinner. 20 Schüler bauen in einem Kursus ein fahrerloses Transportfahrzeug.

Senkrecht steckt der Boden des noch nicht ganz fertigen Autos im Schraubstock. Mit gespannten Mienen führen die beiden Jungs jeweils zwei gelbe Kabel von Elektromotoren mit den Kabeln des Batteriefachs zusammen. Ein leises Sirren ertönt, die Räder des kleinen Fahrzeugs drehen sich. "Ja, es klappt", jubeln Steffen Linßen und Kilian Schultz. Und die Sensoren könnten Schwarz und Weiß unterscheiden, fügen sie stolz hinzu.

Denn genau darauf kommt es an in diesem Technik-Kursus des Gymnasiums Straelen. "Die Schüler sollen ein Transportfahrzeug bauen, das fahrerlos einer schwarzen Linie folgt", erklärt Lehrer Stefano Roffia. Seit den Herbstferien arbeitet er mit 20 Jugendlichen der Jahrgangsstufen acht und neun an diesem Projekt. Mit dem außergewöhnlichen Angebot will sich die im Jahr 1993 gegründete Schule, an der momentan 705 Schüler unterrichtet werden, als neue südliche zdi-Außenstelle der Hochschule Rhein-Waal (siehe Box) profilieren.

Nicht ohne Grund sei das Gymnasium als zdi-Filiale ausgewählt worden, meint stellvertretender Schulleiter Christoph Hopp. Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften böten auch andere Schulen. "Doch wir sind außerdem seit langem stark in der Fachrichtung Technik", verweist er nicht zuletzt auf die "hervorragende" Raum- und Sachausstattung. Gerade in der Mittel- und Oberstufe sei der Technik-Zweig stark.

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Von der Erweiterung des Unterrichtsangebots profitieren laut Hopp gleich mehrere. Zum einen werde natürlich der Schulstandort Straelen gestärkt. Es ist daran gedacht, nach dem Auslaufen des jetzigen Kurses Ende Januar ähnliche Veranstaltungen anzubieten, an denen dann beispielsweise Jugendliche der benachbarten St.-Anno-Hauptschule, der Sekundarschule, aber auch von externen Schulen teilnehmen könnten. Gewinner wären dann die beteiligten Schulen, aber auch die Region mit ihrem Bedarf an Technik-Experten. Die Teilnehmer des laufenden Kurses zum Beispiel bekommen nach Angaben Roffias einen Einblick in Automatisierungstechnik und pneumatische Steuerung. Von der oft beklagten Technikfeindlichkeit junger Menschen sei zumindest am Straelener Gymnasium nichts festzustellen, versichert der stellvertretende Leiter. Und auch nichts von der Technikferne der Mädchen. Die Hälfte der Kursteilnehmer ist weiblich.

Jasmine Abendroth ist gemeinsam mit Fabian Driesch dabei, Kabel an die Kontakte der Motoren zu löten. "Das macht Spaß", berichtet die 13-Jährige, der das kollegiale Miteinander in dem Kursus gefällt. Ähnlich empfinden es Beatrice Arnolds (14) und Linda Geisbe (13), die an ihrem Auto gerade die Sensoren fixieren. "Auto bauen ist cool", sagt Linda. Und Beatrice findet es interessant zu sehen, wie alles funktioniert.

Und wenn etwas nicht klappt? Dann helfen die Jungs den Mädchen und geben Tipps.

(RP)