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Schüler aus Wachtendonk üben für Vorstellungen beim "Zirkus Phantasia"

Artistik und Pädagogik : Wachtendonker Kinder machen Zirkus

Fast 300 Jungen und Mädchen der Grundschulen St. Michael und St. Martin trainieren für die Vorstellungen im bunten Zelt. Ab heute sind sie mit ihren neu erworbenen Fähigkeiten in der Manege zu erleben.

„Hereinspaziert, hochverehrtes Publikum.“ So oder so ähnlich wird es heute Nachmittag heißen, wenn in der Manege die Premiere beginnt. Und die Zuschauer sollten Gehörschutz dabei haben. Denn „wir sind laut und wir sind bunt“, sagt Lars Wasserthal. Er ist der Direktor vom „Zirkus Phantasia“. Dessen zehnköpfiges Team wächst in diesen Tagen um fast 300 Grundschüler aus Wachtendonk und Wankum. Seit Montag trainieren sie gemeinsam mit den Profis für ihren großen Auftritt. Dass sie gut bei Stimme sind, beweisen sie beim Singen des Lieds „Er ist Clown in einem Zirkus“. Bei der Zeile „und die Leute werden schreien“ füllt ohrenbetäubendes Kreischen das Zirkuszelt auf dem Schulhof der Wachtendonker Grundschule.

Bereits zum dritten Mal führen die Grundschulen aus Wachtendonk und Wankum gemeinsam eine Zirkuswoche durch. „Es ist enorm, was die Kinder in der kurzen Zeit lernen und wie sie über sich hinauswachsen“, sagt Lehrerin Daniela Beckers. Dafür lohne sich der ganze Aufwand.

Daniela Beckers ist gemeinsam mit den Rektorinnen Gudrun Herrmann (St.-Michael-Schule Wachtendonk) und Angela Severins (St.-Martin-Schule Wankum) für die Organisation dieses Projekts zuständig. Da ist einiges zu tun: Das Zelt muss genehmigt und die Straße gesperrt werden. Die Lehrer müssen auf andere Parkplätze ausweichen, da die Zirkuswagen an den angestammten Stellen stehen. Wasseranschlüsse müssen gelegt, Elternbriefe verschickt und die Busfahrpläne abgestimmt werden.

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Aber am wichtigsten ist natürlich, die kleinen Artisten fit zu machen für ihre Kunststücke in der Manege. „Bei denen ist alles Begeisterung pur“, sagt Gudrun Herrmann. „Die Profis sind super drauf, vom Zirkustechnischen und Pädagogischen her“, lobt Daniela Beckers das Engagement der Zirkusleute. Und Zirkusdirektor Wasserthal registriert erfreut, dass alle Jungen und Mädchen „Feuer und Flamme“ sind. Als Jongleure, Clowns, Zauberer, Fakire werden sie aktiv, in insgesamt neun Disziplinen.

In mehreren Räumen laufen die Trainingseinheiten ab. Die Akrobaten und Jongleure zum Beispiel versammeln sich in der Turnhalle. Sandy Barmekow kümmert sich in der Manege um die Drahtseiltänzer. Sie leitet sie an einer Hand über den fingerdünnen Pfad. Leise gibt sie die Kommandos: „Und ab, und drehen und gehen. Schön vorsichtig.“ Ein Mädchen schafft es, sich seitlich auf dem Seil abzustützen, ein anderes legt sich rückwärts darauf. Und eine dritte Schülerin legt eine kurze Strecke durch das Treten eines kleinen Reifens zurück. Und auch die Abgangspose will einstudiert sein.

Das Üben mit den Trapezkünstlern ist die Aufgabe von Ingo Reisig. Ein Mädchen hebt er an die Querstangen in gut zwei Metern Höhe. „Daumen drum, hopp“, ermahnt er die Nachwuchsartistin, für sicheren Halt zu sorgen. Schließlich hängt sie im Kniehang kopfüber. Mit einem Radschlag verlässt die Schülerin die Manege.

„Das ist ein cooles Gefühl, aber am Anfang hat man ein bisschen Angst, dass man herunterfällt“, sagen Marie und Ciara nach ihrer Trainingseinheit. Es sei anstrengend, aber „es macht Spaß“. Die beiden Neunjährigen aus Wankum freuen sich auf ihren Auftritt. Sie wissen, dass sie als Trapezkünstler ihre Haare nicht offen tragen dürfen. „Ein Dutt ist Pflicht“, betonen sie und zeigen auf ihre zu einem Knoten verstauten Strähnen.

Nur eines wird beim Auftritt vor Publikum anders sein als beim Einstudieren: Die jungen Zirkusartisten werden im Kostüm erscheinen. Marie: „Das ist ganz wichtig.“